Thrombangiitis obliterans

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 12. Oktober 2015
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Die Thrombangiitis obliterans ist auch unter den Namen Endangitis obliterans oder Morbus Winiwarter-Buerger bekannt. Es handelt sich dabei um eine schubweise verlaufende entzündliche Erkrankung der Blutgefäße. Vermutlich ist die Thrombangiitis obliterans eine Autoimmunerkrankung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Thrombangiitis obliterans?

Die Thrombangiitis obliterans ist gekennzeichnet durch schubweise auftretende Gefäßentzündungen. Betroffen sind vor allem die kleinen und mittleren Blutgefäße von Armen und Beinen. Insgesamt ist die Erkrankung eher selten. Nur drei bis fünf Prozent aller arteriellen Durchblutungsstörungen liegt eine Thrombangiitis obliterans zugrunde.

Ursachen

Die genaue Ursache der Erkrankung ist nach wie vor ungeklärt. Auffällig ist, dass die Erkrankung bei jungen, schwer nikotinabhängigen Männern besonders häufig auftritt. Der inhalierende Nikotinkonsum und eventuell auch das eingeatmete Kohlenmonoxid scheinen einen mitverursachenden Faktor darzustellen. In der Diskussion stehen auch die unmittelbare Schädigung der Gefäßwand durch Carboxyhämoglobin (CO-Hb) und eine allergische Reaktion auf die Inhaltsstoffe des Tabakrauchs.

Da der Verzicht auf die Zigarette in den meisten Fällen schnell zu einer vollständigen Genesung führt, scheint die pathogenetische Beziehung des Nikotinkonsums zur Thrombangiitis obliterans offenkundig. Zusätzlich scheint aber auch eine genuine Bereitschaft zur Entzündung vorzuliegen. Ein Zusammenspiel verschiedener Gene, insbesondere der Gene HLA B5 und A9, mit Schadstoffen wie Nikotin, scheint als Auslöser der Erkrankung plausibel.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Thrombangiitis obliterans:

Von der Thrombangiitis obliterans sind in erster Linie Männer unter 40 Jahren betroffen. Fast alle Patienten sind Raucher. Im Vergleich zu früher greifen aber auch immer mehr Frauen zur Zigarette, sodass nun auch zunehmend mehr Frauen erkranken. Die Erkrankung kann akut, fulminant, subakut oder chronisch verlaufen. Vor allem bei der chronischen und bei der subakuten Form zeigen sich immer wieder auch symptomfreie Intervalle. Bei der Thrombangiitis obliterans entzündet sich die innere Schicht der Blutgefäße.

Im Laufe der Entzündung sammeln sich verschiedene Zellen in den betroffenen Blutgefäßen an. In Kombination mit der Schädigung des Gefäßes kommt es zu einer Pfropfbildung. Das Blutgefäß verstopft, sodass kein Blutfluss mehr möglich ist. In der Folge kommt es zu Durchblutungsstörungen mit einer Minderversorgung des umliegenden Gewebes. Die Betroffenen klagen über Kältegefühle in den Beinen und Armen und Schmerzen. Die Extremitäten können blau gefärbt sein und weisen bei Berührung ebenfalls Schmerzen auf. Eventuell ist ein Raynaud-Syndrom zu beobachten.

Dabei kommt es zu einem anfallsweisen Verblassen der Finger oder Zehen. Weitere Symptome der Thrombangiitis obliterans sind Missempfindungen und oberflächliche Entzündungen der Venen. Durch die mangelnde Durchblutung können sich Nekrosen an den Nägeln bilden. Obwohl die Erkrankung sich meist an den Armen oder Beinen manifestiert, sind auch Fälle bekannt, bei denen Gefäße des Magen-Darm-Trakts, des Gehirns oder des Herzens von den Entzündungen betroffen waren.

Diagnose

Zur Sicherung der Diagnose existiert ein spezifischer Labortest. Im Gegensatz zu anderen Gefäßentzündungen zeigt sich im Blutbild weder eine erhöhte Blutsenkungsgeschwindigkeit noch eine Erhöhung des C-reaktiven Proteins (CRP). Zum Ausschluss anderer Erkrankungen, insbesondere zum Ausschluss einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (paVK) und eines Diabetes mellitus, werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt.

Dazu gehören Leberfunktionstests, Nüchternblutzucker, Rheumafaktoren, Serumkreatininspiegel, antinucleäre Antikörper und serologische Marker des CREST-Syndroms. Auch eine Angiographie wird durchgeführt. Dabei wird ein Röntgenkontrastmittel injiziert, sodass bei der folgenden Röntgenuntersuchung genau sichtbar ist, welche Blutgefäße nicht mehr richtig durchlässig sind. Mit der Doppler-Sonographie können zudem Fließrichtung und Fließgeschwindigkeit des Blutes in den betroffenen Gefäßen sichtbar gemacht werden.

Zu den Diagnosekriterien nach Shionoya gehören eine Nikotinanamnese, ein Krankheitsbeginn vor dem 50. Lebensjahr, Verschlüsse innerhalb der Arterien, eine Beteiligung der oberen Extremität oder eine Entzündung der Venen und das Fehlen anderer Arteriosklerose-Risikofaktoren wie beispielsweise Übergewicht. Kann trotz aller Diagnoseschritte noch keine sichere Diagnose gestellt werden, erfolgt eine Untersuchung des Gewebes. Dafür wird ein kleines Stück Gewebematerial unter dem Mikroskop betrachtet. Dabei zeigen sich dann die typischen Gefäßveränderungen der Thrombangiitis obliterans.

Behandlung und Therapie

Die wichtigste Therapie ist ein sofortiger Verzicht auf Nikotin. Dies führt meist zu einem schnellen Stillstand und baldiger Genesung. Rauchen die Patienten weiter, so ist die Prognose der Erkrankung eher schlecht. Zur Blutverdünnung wird Acetylsalicylsäure verabreicht. Auch Infusionstherapien mit Prostaglandin E1 werden durchgeführt. Ziel dieser medikamentösen Therapie ist es, den Blutfluss zu erhöhen und so mehr Sauerstoff in die unterversorgten Gebiete zu bringen.

Mithilfe von Nitroglycerinpräparaten kann zusätzlich versucht werden, den Durchmesser der Gefäße etwas zu erweitern. Kommt es zum Absterben von Gewebe, werden Antibiotika verabreicht. Damit soll einer Wundinfektion vorgebeugt werden. Bleibt die Behandlung mit Antibiotika erfolglos, muss die betroffene Extremität unter Umständen amputiert werden. Die Amputationsrate liegt bei schweren Fällen der Thrombangitis obliterans bei etwa dreißig Prozent.

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Vorbeugung

Wichtigste Prophlaxe der Thrombangiitis obliterans ist der Verzicht auf Nikotin. Nikotin und Tabakrauch scheinen sich auf verschiedenen Wirkwegen negativ auf die Gefäße auszuwirken. Die Anzahl an Nichtrauchern, die unter eine Thrombangiitis obliterans leiden, ist verschwindend gering. Wer also nicht zu Zigarette, Zigarre oder Pfeife greift, hat gute Chancen gesund zu bleiben.

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