Thoraxprellung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. Dezember 2014
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Bei einer Thoraxprellung handelt es sich um eine Verletzung des Oberkörpers, zu der es meist im Zusammenhang mit stumpfen Traumata kommt, wie sie insbesondere bei Unfällen auftreten können. Diese Verletzung kann äußerst schmerzhaft und die Heilungsphase sehr langwierig sein, Knochen oder innere Organe werden bei einer Thoraxprellung aber im Normalfall nicht geschädigt. Die möglichen therapeutischen Maßnahmen beschränken sich bei einer Thoraxprellung auf die Schmerzlinderung und die Vorbeugung von Folgeschäden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Thoraxprellung?

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Medikamente gegen: Schmerzen

Eine Thoraxprellung entsteht, wenn auf den auch als Thorax bezeichneten Brustkorb äußere Kräfte einwirken, die zwar stark genug sind, um Schäden an Muskulatur und Bindegewebe zu verursachen, aber von der Elastizität der Rippen aufgefangen werden können. So bleiben die unter den Rippen liegenden Körperbereiche von diesen Kräften unbeeinflusst.

Äußerlich sichtbar ist eine Thoraxprellung in den meisten Fällen zunächst nicht. Auch zu Schäden an dem Knochenapparat oder an den im Thorax befindlichen Organen kommt es bei einer Thoraxprellung nicht.

Ursachen

In den meisten Fällen ist eine Thoraxprellung Folge eines Unfalls, bei dem es aufgrund der dabei frei werdenden Kräfte zu einem stumpfen Thoraxtrauma kommen kann.

Typisch ist eine Thoraxprellung besonders für Autounfälle, bei denen beim Aufprall des Wagens der Rückhaltegurt gewaltige Kräfte auf den Thorax überträgt. Bei Stürzen aus mittlerer Höhe wie z.B. von Haushaltsleitern sind Thoraxprellungen ebenfalls nicht selten.

Auch die Anwendung körperlicher Gewalt wie beispielsweise Tritte und Faustschläge kann in einer Thoraxprellung resultieren. Selten kommt es bei normaler sportlicher Betätigung zu einer Thoraxprellung. Dies kann allerdings insbesondere bei Ballspielen wie Fußball oder Handball gelegentlich der Fall sein.

Symptome und Verlauf

Eine Thoraxprellung ist in der Regel mit starken Schmerzen verbunden. Dabei handelt es sich zum einen um Druckschmerzen, die nur bei Berührung auftreten, zum anderen aber vor allem um Schmerzen beim Atmen, da dabei das verletzte Gewebe bewegt wird. Auch bei anderen Bewegungen können bei einer Thoraxprellung starke Schmerzen auftreten.

Viele Patienten mit Thoraxprellung entwickeln deshalb eine von außen wahrnehmbare Schonhaltung und auch eine Schonatmung, um übermäßige Schmerzen zu vermeiden. Direkt nach der Entstehung einer Thoraxprellung sind in der Regel von außen keine Anzeichen einer Verletzung zu erkennen. Nach einiger Zeit können jedoch die für Prellungen typischen Gewebeverfärbungen auftreten. Der Heilungsprozess ist bei einer Thoraxprellung meist sehr langwierig und kann sich über mehrere Wochen bis Monate hinziehen.

Diagnose

Bei der Diagnose Thoraxprellung handelt es sich um eine Ausschlussdiagnose, die gestellt wird, wenn im Rahmen der ärztlichen Untersuchung keine anderen Verletzungen im Bereich des Thorax festgestellt werden können. Im Verlauf dieser Untersuchung werden Röntgenbilder des Oberkörpers erstellt, um Schäden am Knochenapparat erkennen zu können.

Durch Ultraschall-Untersuchungen oder eine Computertomographie können Verletzungen an den inneren Organen und von außen nicht erkennbare Risse an Sehnen und Weichteilen ausgeschlossen werden. Besondere Beachtung finden dabei auch mögliche Luftansammlungen im Brustkorb, die auf einen Lungenriss hindeuten können.

Auch ein ,EKG kann notwendig werden, um eine Verletzung am Herzen ausschließen zu können. Prellmarken können bei der Diagnose einer Thoraxprellung nicht berücksichtigt werden, da diese zum einen nicht eindeutig sind und zum anderen meist erst Tage bis Wochen nach dem Entstehen der Thoraxprellung auftreten. Sobald offene und von außen sichtbare Wunden im Bereich des Oberkörpers vorliegen, wird nicht mehr von einer Thoraxprellung gesprochen.

Behandlung

Bei einer Thoraxprellung müssen zwei unterschiedliche Bereiche berücksichtigt werden. Zunächst ist eine Behandlung der typischen Symptome notwendig, da die Schmerzen, die in der Regel mit einer Thoraxprellung einhergehen, die Lebensqualität stark einschränken. Deshalb werden bei einer Thoraxprellung Schmerzmittel wie beispielsweise Ibuprofen in entsprechend angepasster Dosierung verabreicht.

Ziel ist dabei vor allem eine schmerzfreie Atmung zu gewährleisten. Da es im Zusammenhang mit einer Thoraxprellung durch die davon verursachte Schonhaltung und Schonatmung zu Folgeschäden wie z.B. einer Lungenentzündung kommen kann, werden häufig auch prophylaktisch Antibiotika verordnet.

Bei bereits vorhandenem Sekretstau in den Atemorganen werden zusätzlich schleimlösende Präparate verabreicht. Um der Schonhaltung und möglichen Langzeitschäden entgegenzuwirken, kann bei einer Thoraxprellung auch eine physiotherapeutische Behandlung notwendig werden. Davon abgesehen sollten bei einer Thoraxprellung aber alle körperlichen Anstrengungen vermieden werden.

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Vorbeugung

Da eine Thoraxprellung immer Folge einer von außen einwirkenden Kraft im Zusammenhang mit Unfällen oder körperlicher Gewalt ist, kann man ihr nur sehr bedingt vorbeugen. Allerdings sollte man bei gefahrenträchtigen Aktivitäten die übliche Sorgfalt walten lassen. So sollte man der Situation angepasste Schutzkleidung tragen und beim Autofahren stets den Gurt anlegen. Dieser kann zwar selbst im Falle eines Unfalls Ursache einer Thoraxprellung sein, verhindert aber in der Regel deutlich schwerere Verletzungen nicht nur des Thorax.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Dudu kommentierte am 04.02.2015 um 01:51 Uhr

Ich habe mir eine Thoraxprellung mit Nierenprellung zugezogen. Ich bin im Bad mit dem linken Fuß umgeknickt und mit dem linken Brustkorb mit voller Wucht gegen die Badewanne geschlagen. Nach nun 11 Tagen zeigt sich noch keine Besserung und besonders die Nächte sind unerträglich. Ich bekomme lediglich starke Schmerzmittel und muss Geduld haben. Gestern bin ich nach dem Saunagang (dieser tat mir gut) durch das Wasserbecken gewatet und konnte selbst den geringen Wasserdruck vor Schmerzen nicht aushalten. Wenn ich mich abends hinlege, habe ich das Gefühl man bohrt mir einen Holzpflock ins Herz. Nun soll das Ganze Wochen bis Monate dauern?

Psemisl kommentierte am 23.02.2015 um 10:30 Uhr

@-dudu: Wie geht es dir? Mein Mann hatte am 13.2. einen Unfall und hat ebenfalls eine Thoraxprellung, die selben Beschwerden und schreckliche Nächte. Ich frag mich auch, wie lang das noch dauern wird.

Dudu kommentierte am 06.03.2015 um 16:12 Uhr

Meiner Thoraxprellung geht es nach über 6 Wochen etwas besser und die Wärme bei Saunagängen tut mir nach wie vor gut. Schmerzmittel nehme ich nur noch zur Nacht, damit ich schlafen kann. Laut meines Arztes kann sich das Ganze über mehrere Wochen hinziehen. An Sport ist noch gar nicht zu denken. Ich bin neulich mal langsam 100m geschwommen und die Strafe folgte am nächsten Tag. Vorher bin ich nonstop meine 5000m geschwommen und das mit 60 Jahren. Nun fühlen ich mich wie 97! Spaziergänge an der frischen Luft sind gut für die Lungen, denn das Atmen macht noch immer Probleme. Liebe Mitbetroffene, habt Geduld! Für mich leider ein Fremdwort.

Dudu kommentierte am 10.03.2015 um 18:19 Uhr

Meine Thoraxprellung liegt nun über 6 Wochen zurück und noch immer bin ich in vielen Dingen stark eingeschränkt. Bis vorgestern war ich noch optimistisch, nun hat mich die Grippe voll erwischt und beim Husten spüre ich wieder jeden Knochen und wenn ich nicht so geschwächt wäre würde ich an der Decke kleben. Ich soll wieder Schmerztropfen nehmen um es zu ertragen. Ich hoffe bald bin ich mit allem durch und kann wieder optimistisch nach vorne blicken. Ich kann nur sagen, dass bei einer Thoraxprellung Schonung die beste Medizin ist, denn seit ich den betroffenen Bereich durch den Husten nicht mehr schonen kann, habe ich auch wieder mehr Schmerzen.

Dudu kommentierte am 15.05.2015 um 11:26 Uhr

Nun melde ich mich mal wieder. Meine Thoraxprellung liegt nun fast 4 Monate zurück. Die schlimmste Zeit liegt nun hinter mir und doch habe ich noch an zwei Stellen zeitweise Beschwerden. Wenn ich die Arme weit nach oben recke und wenn ich auf der entsprechenden Seite liege. Der eine Bereich liegt unter der Brust auf Höhe des Herzens, der andere auf Höhe der letzten Rippe, ca. da wo sich wohl meine Milz befindet. Mein Arzt findet die Dauer meiner Beschwerden zwar sehr ungewöhnlich und schlug einen weiteren Besuch beim Orthopäden vor. Da die noch leicht schmerzenden Bereiche die sind, welche mir am Anfang am stärksten Beschwerden machten, denke ich, dass der Heilungsprozess dort auch am längsten dauern darf. Ich habe wieder mit dem Schwimmen begonnen, auch wenn ich noch nicht drei Stunden nonstop durchhalte. Letzteres ist wohl ein Konditionsproblem. Ich bin optimistisch und möchte nur sagen, auch wenn ein Heilungsprozess lange dauert, sollte man nicht den Kopf hängen lassen, meist geht es wieder bergauf.

Dudu kommentierte am 15.06.2015 um 23:48 Uhr

Nun haben wir Mitte Juni und ich bin fast wieder fit.Ganz selten verspüre ich noch Schmerzen meiner Thoraxprellung. Nie hätte ich gedacht, dass sich alles so lange hinzieht. Meine 5000m zu schwimmen schaffe ich noch nicht wieder, da mir nach zwei Stunden langsam die Kraft fehlt. Leider habe ich auch in den letzten Monaten durch Mangel an Bewegung einige Kilo zugenommen, aber ich weiß, dass ich bald wieder meine 5000m nonstop schwimmen werde und die Kraft komplett zurück kommt.Wenn ihr ebenfalls so eine starke Thoraxprellung hattet, seid also geduldig. Ich bin nach wie vor froh, dass nichts Schlimmeres passiert ist und ich mich doch im Großen und Ganzen im Heilungsprozess geschont habe.