Teufelskralle

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 25. Januar 2016
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Die Teufelskralle (Harpagophytum procumbens), genauer: Afrikanische Teufelskralle, gehört zu den Sesamgewächsen. Beheimatet ist die krautartige Pflanze in den Steppen Südafrikas und Namibias.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Teufelskralle?

Die Teufelskralle entwickelt bis zu anderthalb Meter lange, am Boden liegende Triebe mit armartigen Auswüchsen und verholzenden Früchten, die ankerartige Haken tragen, denen die Pflanze ihren leicht unheimlichen Namen verdankt.

Der biologische Sinn der hakenartigen Blüte besteht darin, dass die Früchte der Teufelskralle an vorbeiziehenden Tieren hängenbleiben und ihre Samen somit weitläufig verbreitet werden. Diese Tierausbreitung, derer sich manche Pflanzenarten bedienen, bezeichnet man als Zoochorie.

Inhaltsstoffe der Teufelskralle sind unter anderem Iridoidglykoside wie Harpagosid und Harpagid, aus denen der botanische Name der Teufelskralle resultiert, ferner ein Phytosteringemisch und Phenylpropanoide, ungesättigte Fettsäuren, Zimt- und Chlorogensäure.

Medizinische Anwendung

Die Teufelskralle (Teufelskrallenwurzel) wirkt entzündungshemmend.

Als bekannte Heilpflanze wird die Teufelskralle für medizinische Zwecke genutzt - insbesondere bei Arthrosen und anderen Gelenkbeschwerden, die zu Mobilitätseinschränkungen geführt haben. Für die Therapie von rheumatischen Beschwerden und Schmerzen in der Lendenwirbelsäule konnten Studien mittlerweile einen Nutzennachweis der in der Teufelskrallenwurzel enthaltenen Iridoidglykoside erbringen.

Iridoidglykoside bzw. deren Metabolite hemmen die Cyclooxygenase - einen am Entzündungsgeschehen beteiligten chemischen Prozess im Körper -, woraus sich die entzündungshemmende und auch leicht schmerzstillende Wirkung der Teufelskralle erklärt. Auch bei Haus- und Hoftieren, die an haltungsbedingten chronischen Arthrosen leiden, etwa bei Hunden oder Pferden, werden Teufelskrallenextrakte erfolgreich eingesetzt.

Noch unerforscht, aber nicht ausgeschlossen ist eine positive Auswirkung der Teufelskralle auf Verdauungsstörungen, da der hohe Gehalt an Iridoidglykosiden auch für ihren bitteren, möglicherweise verdauungsfördernden Geschmack verantwortlich ist. Verwertet werden die sogenannten Sekundärwurzeln der Teufelskralle. Dies sind die unterirdisch weit verzweigten Speicherwurzeln der Pflanze.

Die Primärwurzel sowie die Pflanze selbst bleibt erhalten, sodass sie neue Seitentriebe ausbilden kann. Eine Speicherwurzel der Teufelskralle kann bis sechshundert Gramm schwer sein. Sie wird zunächst getrocknet und dann zerkleinert. Dargereicht wird sie entweder in getrockneten Scheiben oder pulverisiert.

Formen und Typen

Die Pflanzen, die für medizinische Präparate auf Teufelskrallenbasis verwendet werden, stammen zu einem großen Teil aus Wildsammlung. Zwar gibt es Versuche der Kultivierung bzw. des Anbaus, doch sind diese noch nicht über das Stadium von Versuchspflanzungen hinaus gekommen.

Aktuelle Handelsware basiert so gut wie ausschließlich auf Wildsammlungen im Kalaharigebiet, von Angola über Namibia und Botswana bis Südafrika. Problematisch ist, dass die wildwachsende Teufelskralle seit ihrer Renaissance in der Volksmedizin zu einer stark bedrohten Pflanzenart geworden ist. Ein schonender Umgang mit den Wildbeständen ist dringend angeraten, um den Bestand zu erhalten.

Da zur Extraktgewinnung ohnehin nur die Nebenwurzeln benötigt werden, muss darauf geachtet werden, die Hauptwurzel der Teufelskralle in der Erde zu belassen, sodass die Pflanze neu austreiben kann. Eine Kultivierung wäre wünschenswert, scheint jedoch außerhalb Afrikas aufgrund klimatischer Bedingungen sowie der Bodenbeschaffenheit schwierig bis unmöglich.

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Risiken und Nebenwirkungen

Die vor allem in Form eines Trockenextraktes eingenommenen Teufelskrallenpräparate sind vor allem zur langfristigen Therapie gedacht. Da ihre Wirkung erst nach zwei bis vier Wochen regelmäßiger Einnahme einsetzt, lassen sich akute Schmerzen nicht damit behandeln.

Die Wirksamkeit einer Einnahme von Teufelskralle setzt erst nach 2 bis 4 Wochen ein, daher ist sie zur Behandlung akuter Schmerzen nicht geeignet. Da noch keine ausreichenden Daten zu Sicherheit und Unbedenklichkeit vorliegen, sollten Präparate aus Teufelskralle während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden.

Patienten mit Gallensteinleiden sollten vor der Einnahme Rücksprache mit ihrem Arzt halten. Bei einem bestehenden Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwür dürfen Präparate aus Teufelskralle nicht eingenommen werden. Ansonsten sind Nebenwirkungen recht selten: Aufgrund der enthaltenen Bitterstoffe kann Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall kommen. Sehr selten sind Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschlag, Gesichtsschwellung oder Blutzuckeranstieg bei Diabetes mellitus zu beobachten.

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