Testosteronmangel beim Mann im Alter (Andropause)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. November 2016
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Testosteronmangel beim Mann im Alter (Andropause) ist etwas Natürliches. Hormone sind nicht nur an sämtlichen Prozessen im menschlichen Körper beteiligt. Sie können sich im Laufe des Lebens auch verändern und zu Beschwerden führen. Während die Wechseljahre bei der Frau ein bekanntes Phänomen darstellen, ist das Wissen über die Andropause des Mannes weniger verbreitet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Testosteronmangel beim Mann im Alter (Andropause)?

Bei der Andropause handelt es sich um einen Testosteronmangel, der sich im fortlaufenden Alter des Mannes entwickelt. Testosteron ist ein Sexualhormon, welches in den Hoden gebildet wird. Es gehört den Androgenen an. Dabei ist Testosteron an den verschiedensten Prozessen im männlichen Körper beteiligt wie zum Beispiel Blut- und Spermabildung sowie Sexualverhalten. Ab dem Erreichen des 40. Lebensjahrs kann die Menge des Testosterons im Blut sinken. Weil das Hormon ein wichtiges Element darstellt, können Beschwerden auftreten. Zu diesen gehört unter anderem eine verminderte Libido oder der Verlust von Muskelmasse.

Ursachen

Ein Testosteronmangel kann aufgrund verschiedener Ursachen auftreten. Sinkt der Anteil mit steigendem Alter, so handelt es sich in der Regel um einen natürlichen Vorgang. Die Reduktion der Hormone kann auf generelle körperliche Veränderungen zurückgeführt werden. Weiterhin beeinflussen jedoch Lebensstil und Erkrankungen das Vorkommen von Testosteron. Nachdem der Mann das 40. Lebensjahr erreicht hat, kann jedes Jahr mit einer Abnahme des Sexualhormons von etwa einem Prozent gerechnet werden.

Dabei wird Testosteron in zwei Gruppen differenziert: in gebundenes und ungebundenes. Beide Arten liegen im Blut vor, jedoch auf eine unterschiedliche Weise. Gebundenes Testosteron ist mit bestimmten Eiweißen verknüpft. Diese Bindung sorgt dafür, dass das Testosteron nicht übermäßig schnell abgebaut wird. Aktiviert wird Testosteron erst, sobald es befreit ist. Im Rahmen der Andropause kommt es zu einem Abbau von aktivem Testosteron.

Mit zunehmendem Alter steigt das Niveau an bindenden Eiweißen, wodurch weniger aktives Testosteron im Körper zirkuliert. Darüber hinaus wird über die Hoden insgesamt ein geringerer Anteil des Sexualhormons hergestellt. Ein Testosteronmangel stellt jedoch keine Notwendigkeit im Alter dar. Es existieren durchaus Männer, die auch jenseits der 40 noch einen gleich bleibenden Spiegel des Hormons aufweisen können.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Testosteronmangel beim Mann im Alter (Andropause):

Die entstehenden Symptome aufgrund eines Testosteronmangels sind vielfältig und werden nicht immer sofort korrekt eingeordnet. Gleichzeitig kann aus ärztlicher Sicht nicht bei allen Beschwerden eine eindeutige Kausalität gefunden werden, welche auf das Testosteron hinweist. Generell soll die Andropause für eine verminderte Leistungsfähigkeit, Muskelverlust, Erektionsstörungen, Abnahme der Knochendichte, Müdigkeit, Depressionen und einer Reduktion der Libido verantwortlich sein.

Die Symptome müssen nicht unbedingt alle bei betroffenen Männern auftreten. Darüber hinaus werden einige vielleicht stärker wahrgenommen, während andere in den Hintergrund treten. Treffen mehrere Merkmale zu, so kann ein Arztbesuch dabei helfen, die zugrundeliegende Ursache zu identifizieren. Auf diese Weise ist es darüber hinaus möglich, die teilweise unangenehm ausfallenden Symptome zu mildern. Generell ist jedoch nicht mit einer starken Einschränkung der Lebensqualität zu rechnen. Stattdessen handelt es sich um einen natürlichen Prozess, der im fortlaufenden Alter in Gang gesetzt wird. Eine Behandlung ist zwar möglich, jedoch nicht risikofrei.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt oft im Rahmen bestehender Symptome, die auf einen Testosteronmangel hindeuten. Weil die Beschwerden jedoch auch aus anderen Erkrankungen resultieren können, ist die Untersuchung des Bluts notwendig. Auf diese Weise kann der Testosteronspiegel gemessen werden. Die physische Untersuchung erlaubt Rückschlüsse auf Kraft und Muskeln. Weil Parallelen zwischen einem Testosteronmangel und Osteoporose bestehen, ist eventuell eine Knochendichtemessung oder eine Computertomographie hilfreich.

Behandlung und Therapie

Da die Andropause ein natürlicher Prozess ist, der selten starke Nebenwirkungen verursacht, kommen in der Regel auch keine therapierenden Maßnahmen zum Einsatz. Erst, wenn die Symptome sehr stark sind und eindeutig auf den Testosteronmangel zurückgeführt werden können, lässt sich das Hormon beispielsweise extern substituieren. Das mangelnde Testosteron soll somit ausgeglichen werden. Dabei kann auf verschiedene Methoden zurückgegriffen werden: Spritzen, Pflaster oder Tabletten.

Eine neue Erscheinung stellt das Testosteron-Gel dar, welches von betroffenen Männern täglich auf die Haut gegeben wird. Das Gel hat den Vorteil, dass sich die Hormone gleichmäßig verteilen und es nicht zu stärken Schwankungen kommt. Weiterhin ist das Risiko für Nebenwirkungen weitaus geringer als bei den anderen Behandlungsansätzen. Generell lindert die Substituierung zwar die Beschwerden, welche aus dem Testosteronmangel resultieren.

Es können jedoch andere entstehen. So existieren Verbindungen zwischen der Testosterongabe sowie einer beschleunigten Entwicklung von Krebs in sehr frühen Stadien. Weiterhin soll das Sexualhormon bei der externen Anwendung die Gefahr für Herzinfarkt, Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfall erhöhen. Somit muss der Patient vor der Behandlung Kosten und Nutzen der Therapie abwägen.



Vorbeugung

Einen Testosteronmangel vorzubeugen, ist nicht möglich. Er gehört zur unveränderlichen menschlichen Entwicklung und lässt sich nicht aufhalten. Eine gesunde Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse sowie regelmäßige Bewegung helfen jedoch dabei, generelle Alterserscheinungen zu vermeiden oder hinauszuzögern. Ein gesunder Lebensstil ohne Tabak und mit wenig Alkohol ist zwar nicht dazu in der Lage, einen bestehenden Mangel auszugleichen. Die Beschwerden lassen sich jedoch einschränken.

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