Taurin

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. November 2016
Gesundpedia.deNahrungsergänzung Taurin

Taurin ist ein Produkt, welches beim Abbau der Aminosäuren Cystein und Methionin entsteht. Es handelt sich somit um eine Aminoetansulfonsäure. Mit Hilfe von Vitamin B6 wird es vom Menschen gebildet, weswegen es sich dabei also um einen körpereigenen Stoff handelt. 1824 konnte man aber erstmalig diesen Stoff auch aus einer Ochsengalle extrahieren, daher die Bezeichnung Taurin.

Inhaltsverzeichnis

Wirkung und Bedeutung

Bekannt ist Taurin vor allem aus zahlreichen Energy Drinks, die eine belebend und förmlich beflügelnde Wirkung versprechen. Wissenschaftlich sind diese Thesen jedoch nicht eindeutig bestätigt, vielmehr geht man davon aus, dass Taurin die Wirkung von Koffein steigert. Wirklich leistungssteigernde Effekte konnten bei Untersuchungen nicht festgestellt werden.

Medizinisch gesehen senkt Taurin den Blutdruck, was jedoch bisher nur in Form von Tierversuchen untersucht wurde. Taurin ist nicht nur im Körper enthalten, man nimmt diesen Stoff auch in Form verschiedener Lebensmittel zu sich. Quellen für Taurin sind überwiegend tierische Produkte wie Fleisch, Milchprodukte und Fisch.

Im Körper findet es sich am häufigsten im zentralen Nervensystem, in der Muskulatur, der Retina, und den Thrombozyten. Außerdem wird Taurin für die Herstellung von Gallensäuren benötigt. Im Gehirn fungiert es als Überträgersubstanz und übernimmt außerdem im Körper Radikalfängerfunktionen. Da Taurin an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt ist, ist die Zufuhr besonders für Sportler wichtig.

Es ist an der Regulierung des Zellvolumens und der Calciumzufuhr beteiligt. Einige Untersuchungen haben gezeigt, dass Taurin bei der Behandlung von Niereninsuffizienz oder Lungenentzündungen positive Ergebnisse erzielen kann. Auch bei verschiedenen Erkrankungen die durch Diabetes hervorgerufen werden, mildert Taurin Komplikationen. Ein erheblicher Mangel von Taurin im menschlichen Körper führt zu Störungen im Immunsystem.

Taurin im Sport

Im Sport wird Taurin nachgesagt, dass es die Fettverbrennung optimiert und zum Muskelwachstum anregt. Die positive Wirkung auf die Fettverbrennung erklärt sich jedoch darin, dass Taurin an der Bildung von Gallensaft beteiligt ist, die wiederum Bestandteil der Fettverbrennung ist. Dies ist auch der Grund, warum Taurin in Gallseifen zu finden ist, die zur Entfernung von Fettflecken benutzt wird.

Die leistungssteigernden Effekte sind jedoch meist subjektiv und wissenschaftlich nicht belegt. Viele Hersteller geben an, dass Taurin die Sauerstoffaufnahme der Muskeln verbessert und die Leistungsfähigkeit steigert. Energie soll so leichter freigesetzt und Ermüdungserscheinungen vermieden werden.

Diese Thesen konnten jedoch bislang nicht ausreichend belegt werden und sind zudem bedenklich. Ermüdungserscheinungen der Muskeln sind Warnsignale des Körpers, die nicht einfach überspielt werden dürfen.

Da Taurin in Energy Drinks immer mit Koffein gemeinsam vorkommt, geht man davon aus, dass die Wirkung des Koffeins lediglich verstärkt wird. Auch der Gehalt an Kohlenhydraten wirkt sich positiv auf die Leistung aus, nicht unbedingt das Taurin selbst.

Zwar führt ein Mangel an Taurin in den Muskelzellen, zu elektrochemischen Muskelfunktionsstörungen, umgekehrt konnte eine Verbesserung wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. Daher gelten leistungssteigernde Versprechen, sowohl in Bezug auf Muskelaufbau oder geistiger Fähigkeiten, als hypothetisch, und sind als Konzept einer Marketing Strategie anzusehen.

Taurin-Präparate sind als Tabletten oder Kapseln ohne Rezept bei großen und seriösen Online-Shops frei verkäuflich. Auch Internet-Versandapotheken bieten mittlerweile diese Produkte von verschiedenen Herstellern an.



Risiken und Nebenwirkungen

Von einer regelmäßigen und besonders erhöhten Einnahme von Taurin ist eben wegen der mangelnden Untersuchungen daher nicht zu empfehlen. Tierversuche haben ergeben, dass eine mögliche Gefahr in Verbindung mit einem erhöhten Salzkonsum besteht. Bei einer Dosis von bis zu drei Gramm pro Tag gilt der Konsum jedoch als völlig unbedenklich, sofern man gesund und im Erwachsenenalter ist.

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