Takayasu-Arteriitis

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. November 2016
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Die Takayasu-Arteriitis zählt zu den Autoimmunerkrankungen. Sie führt zu einer Entzündung der Aorta sowie ihrer Hauptäste.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Takayasu-Arteriitis?

Bei der Takayasu-Arteriitis handelt es sich um eine systemische Vaskulitis. Von dieser seltenen Autoimmunerkrankung befallen werden die Aorta (Hauptschlagader) und die abgehenden großen Arterien. Als Namensgeber der Takayasu-Arteriitis diente der japanische Mediziner Mikoto Takayasu (1860-1938), der die Erkrankung erstmals beschrieb.

Besonders betroffen von der Autoimmunerkrankung sind jüngere Frauen im Alter unter 40 Jahren. Grundsätzlich zählt die Takayasu-Arteriitis zu den seltenen Krankheiten. In orientalischen und östlichen Mittelmeerstaaten zeigt sich die Erkrankung allerdings häufiger als in Westeuropa.

Ursachen

Die Takayasu-Arteriitis gilt als Vaskulitis. Bei diesen unterschiedlichen Erkrankungen entzünden sich die Blutgefäße. Aufgrund der daraus resultierenden Minderversorgung werden im weiteren Verlauf die angrenzenden Organe oder Gliedmaßen in Mitleidenschaft gezogen. Vaskulide Erkrankungen gehören der Gruppe der Rheuma-Leiden an. Im Falle der Takayasu-Arteriitis findet eine Entzündung der gefäßverschließenden abgehenden Äste der Aorta statt. Mitunter kann auch die Lungenschlagader davon betroffen sein.

In seltenen Fällen bilden sich an den erkrankten Gefäßen auch Aneurysmen. Wodurch die Takayasu-Arteriitis verursacht wird, ließ sich bis in die Gegenwart nicht klären. Manche Mediziner vermuten erbliche Veranlagungen kombiniert mit unbekannten Umweltfaktoren als Auslöser. Andere Ärzte sehen wiederum [[bakterielle Bakterieninfektionen durch den Typ Staphylococcus aureus oder Hepatitis-Viren als Urheber der Krankheit an.

In den Wänden der Blutgefäße kommt es zur Ansammlung von Entzündungszellen. Die schädlichen Zellen sorgen für die Auflösung des örtlichen Bindegewebes. Dies führt zunächst zur Verdickung und Auftreibung des Gefäßvolumens. Da die Arterie auch an Dehnbarkeit einbüßt, bilden sich an Stellen, an denen eine größere Druckbelastung entsteht, Aussackungen. Im weiteren Verlauf erfolgen eine rasche Verkalkung der Blutgefäßwände sowie die Bildung von Narbengewebe. Eine Folgeerscheinung ist das Versteifen und Verengen der Gefäße.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Takayasu-Arteriitis:

Im Anfangsstadium der Takayasu-Arteriitis treten zunächst allgemeine Beschwerden auf. Dazu gehören nächtliche Schweißausbrüche, Fieber, der Verlust von Gewicht sowie Gelenk- und Muskelschmerzen. Der weitere Verlauf ist von Gefäßverschlüssen gekennzeichnet, die sich durch unterschiedliche Symptome bemerkbar machen. Liegt eine Verengung der Arteria subclavia vor, leiden die betroffenen Personen unter Durchblutungsstörungen an den Armen. Dabei treten schon nach leichten Hebebewegungen Muskelschmerzen auf, die eine weitere Betätigung unmöglich machen.

Ebenso sind Schwindelgefühle sowie eine Ohnmacht möglich. Der Puls am Handgelenk lässt sich oft nur noch schwach oder gar nicht mehr ertasten. Nicht selten zeigt sich der Blutdruck an beiden Armen in unterschiedlicher Höhe. Wird auch die Halsschlagader in Mitleidenschaft gezogen, können Schmerzen im seitlichen Halsbereich und Sehstörungen auftreten. Im schlimmsten Fall erleidet der Patient einen Schlaganfall. Entzünden und verengen sich die Arterien der Nieren, hat dies erhöhten Blutdruck zur Folge.

Beim Fortschreiten der Krankheit droht eine Niereninsuffizienz (Nierenschwäche). Im Falle einer Entzündung der Herzkranzgefäße machen sich Brustschmerzen und Atembeschwerden bemerkbar. Verschließen sich die Koronararterien komplett, kommt es zu einem Herzinfarkt. Wird die Takayasu-Arteriitis nicht medizinisch behandelt, endet sie zumeist tödlich. Hauptursachen des Todes sind in den meisten Fällen Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Erfolgt die Diagnose jedoch frühzeitig, gelingt es fast immer, Beschwerdefreiheit zu erzielen. Chronische Krankheitsverläufe oder Rückfälle treten dagegen nur sehr selten auf.

Diagnose

Bei Verdacht auf eine Takayasu-Arteriitis befasst sich der Arzt zunächst mit der Krankengeschichte des Patienten und untersucht ihn körperlich. Um Entzündungen und Veränderungen an der Gefäßwand festzustellen, eignet sich eine spezielle Ultraschalluntersuchung, die als Farbduplex-Sonographie bezeichnet wird.

Mitunter muss dazu eine Ultraschallsonde in die Speiseröhre eingebracht werden. Auf diese Weise lassen sich die herznahen Gefäße analysieren. Um Bilder vom Gefäßsystem zu machen, können eine Computertomographie (CT) oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) vorgenommen werden. Dabei erscheinen mögliche Aussackungen sowie Veränderungen der Arterienwand auf den Bildern. Des Weiteren erfolgen Laboruntersuchungen, bei denen die Entzündungsparameter überprüft werden.

Behandlung und Therapie

Die Therapie einer Takayasu-Arteriitis sollte umgehend beginnen. Sie besteht aus dem Verabreichen von hochdosierten Kortikoiden. Mit diesem Vorgehen kann die Entzündung in den Blutgefäßen gehemmt werden. Kommt es zur Besserung, lässt sich die Kortikoid-Dosis allmählich absenken.

Allerdings nimmt die medikamentöse Behandlung ein bis zwei Jahre in Anspruch. Danach ist das Absetzen der Kortikoide möglich, was unter strenger Blutwertkontrolle erfolgt. Führen die Kortikoide nicht zum gewünschten Erfolg, ist alternativ auch eine Therapie mit Immunsuppressiva möglich, die das Abwehrsystem unterdrücken. Allerdings ließ sich der positive Wirkungseffekt dieser Behandlungsmethode bislang nicht klinisch bestätigen.

Droht ein Verschluss des betroffenen Gefäßes, können operative Eingriffe erfolgen. Diese werden zumeist mit einem Ballonkatheter oder Laser vorgenommen. Auf diese Weise lässt sich das Gefäß wieder öffnen. Um das Blutgefäß zu stabilisieren, ist zudem das Einsetzen eines Stents möglich. Im frühen Stadium gilt eine Operation nur bei einem drohenden Einriss eines Aortenaneurysmas als sinnvoll.



Vorbeugung

Weil die genauen Ursachen der Takayasu-Arteriitis nicht bekannt sind, können auch kaum vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden. Als sinnvoll gilt eine gesunde Lebensweise, die eine ausgewogene Ernährung, Verzicht auf Tabakprodukte und genügend Bewegung beinhaltet.

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