Syndesmoseband Teilruptur

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. November 2017
Gesundpedia.deKrankheitenSyndesmoseband Teilruptur

Bei einem teilweisen Riss (einer Teilruptur) des Syndesmoseband kommt es zu einem massiven Stabilitätsverlust des Sprunggelenks. Diese Verletzung im Bereich des Fußknöchels ist einer der häufigsten Sportunfälle. Besonders oft kommen diese Verletzungen im Fußball, Handball, Hockey und Judo vor.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Syndesmoseband Teilruptur?

Hier informieren!

Medikamente gegen: Sportverletzungen

Die drei Syndesmosebänder verbinden das Schien- mit dem Wadenbein und sorgen für den stabilen Halt der sogenannten Sprunggelenksgabel. Diese drei Bänder – ein vorderes, ein hinteres und ein quer verlaufendes – gewährleisten durch ihren Verbund außerdem die stabile Lagerung des oberen Sprunggelenks. Ohne sie würde dieses Gelenk bei jeder größeren Belastung verletzt werden. Es kann zu einer Überdehnung, einem Teilriss und im Extremfall zum vollständigen Abreißen der Bänder kommen. Jedes der Bänder besteht aus Bindegewebe und ist zwei bis drei Zentimeter lang sowie etwa fingerdick.

Syndesmoseband angerissen (Teilruptur).

Ursachen

  Der Syndesmosebandriss wird in der Regel durch überhöhten Druck auf das Gelenk herbeigeführt. Typische Sportverletzungen dieser Art sind das Verdrehen des Sprunggelenks und das Umknicken des Fußes. Nicht selten haben hier jedoch bereits Vorschäden oder Überlastungen im Bereich des Sprunggelenks bestanden. Verdreht sich das obere Sprunggelenk entweder nach außen oder nach innen, können Schien- und Wadenbein so heftig auseinandergedrückt werden, dass die Bänder dem Druck nicht widerstehen und einreißen.

Dabei handelt es sich um einen Außen- oder Innenbandriss. Die folgende Instabilität des Gelenks ist so stark, dass der betroffene Fuß nicht mehr sicher und schmerzfrei auftreten kann. Am und um den Knöchel herum macht sich eine mehr oder weniger starke Schwellung bemerkbar. Je nach Schwere der Verletzung treten Blutergüsse auf. Ein Facharzt sollte die Verletzung unverzüglich und gründlich untersuchen, da Fehldiagnosen schwerwiegende und sehr langfristige Schäden am Sprunggelenk nach sich ziehen können.

Sportlern droht eine schnelle Neuverletzung der Bänder, wenn die Stabilität des Sprunggelenks nicht hundertprozentig wiederhergestellt ist. Bereits leichte Schmerzen des belasteten Fußes deuten in der Regel auf ein Überdehnen oder sogar eine Teilruptur der Syndesmose hin. Besonders machen sich dann Schmerzen im Gelenk bemerkbar, wenn Druck auf die betroffene Stelle ausgeübt wird. Ein versierter Sportarzt oder Orthopäde findet mit ein paar wenigen Handgriffen heraus, in welchem Zustand das Fußgelenk ist. Er drückt den Unterschenkel in Richtung der Ferse. Falls die Bänder nicht mehr intakt sind, werden sich die Gelenkflächen voneinander entfernen, was unter normalen Verhältnissen unmöglich ist. Sicherheit über die Diagnose Syndesmoseteilruptur geben in jedem Fall der Einsatz eines Kernspintomographen oder eine Röntgenaufnahme.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Syndesmoseband Teilruptur:

Liegt nachweislich eine Teilruptur der Syndesmosebänder vor, muss das betroffene Bein sofort entlastet werden. Zu empfehlen ist eine Hochlagerung des Beins und die Kühlung mit Eis. Bei Sportlern wird das verletzte Bein nach Möglichkeit mit einer Gehschiene stabilisiert, bis die genaue Diagnose erfolgt ist. Das Gelenk des geschienten Beins kann so meist noch gerade bewegt werden, ohne dass die Schmerzen zu stark zunehmen.

Ein Teil- oder vollständiger Riss der Syndesmosebänder benötigt eine Heilungszeit von sechs bis zwölf Wochen. Da in dieser Zeit eine vollständige Ruhigstellung des Beins notwendig ist, erfolgt unter Umständen ein starker Muskelabbau. Auch Verklebungen der beschädigten Syndesmosebänder sind möglich. Aktive Sportler tun gut daran, während der Heilungszeit auf jegliches Training zu verzichten.

Eine Operation ist bei schwierigen und kompletten Bänderabrissen nicht zu umgehen. Abhängig vom Schwierigkeitsgrad der Ruptur können die gerissenen Bänder genäht oder durch geeignete körpereigene Sehnen ersetzt werden. Eventuell gebrochene Knochen oder beschädigte Knorpel werden oftmals mittels temporärer Verschraubungen fixiert, bis die Heilung abgeschlossen ist. Dies bedeutet ein konsequentes Ruhigstellen des betreffenden Beins für mindestens sechs Wochen.

Sobald das Sprunggelenk nach der Heilungsphase wieder komplett belastet werden kann, absolvieren Sportler in aller Regel eine Rehabilitation mit detaillierten Programmen zum Wiederaufbau der Muskeln. Eine nicht erkannte oder fehlerhaft behandelte Syndesmoseverletzung führt in vielen Fällen zu einem sogenannten Knickfuß. Dabei knickt der geschädigte Fuß mehr oder weniger nach außen. Im weiteren Verlauf kann sich dies zu einer Arthrose oder dauerhaften Destabilisierungen des Sprunggelenks entwickeln.

Diagnose

Während der Heilungsphase eines verletzten Sprunggelenks sollte es den Möglichkeiten entsprechend bewegt werden, soweit dies auftretende Schmerzen zulassen. Auch mit einer Schiene oder Orthese sind leichte Bewegungsübungen möglich und wünschenswert. So geraten die beschädigten Syndesmosebänder nicht in eine Versteifung und bleiben die Muskeln geschmeidig. Ein Arzt oder Orthopäde sollte sich etwa acht Wochen nach einer Außenband-Verletzung das Gelenk gründlich ansehen.

Bei Sportlern wird sechs Monate nach der Verletzung eine weitere Kontrolle der Belastbarkeit stattfinden. Denn insbesondere bei einer Teil- oder Vollruptur des Außenbandes der Syndesmose treten mit der Zeit nicht selten Instabilitäten auf. So kann es zu Fehlstellungen des Sprungbeins kommen, indem es nach vorn und außen ausweicht. Damit wird unter Umständen die Innenseite des Sprunggelenks über die Maßen stark belastet (Varus-Fehlstellung).

Einhergehend mit einer eventuellen Knorpelschädigung kann sich diese Deformation des Sprunggelenks noch weiter verstärken. Im schlimmsten Fall kommt es zum unaufhaltsamen Verschleiß (Arthrose) des Sprunggelenks. Zur Verhinderung einer Arthrose kann eine sogenannte Bandplastik am Sprunggelenk eingesetzt werden. Ein weiterer möglicher orthopädischer Eingriff hat darüber hinaus die Umstellung des Fersenbeins zum Ziel. So würde sich der Achillessehnenzug auf das obere Sprunggelenk verändern, so dass im Sprunggelenk wieder eine natürliche Belastungslinie entsteht. Verläuft diese Operation erfolgreich, lassen sich eine drohende Versteifung oder gar die Prothese des Sprunggelenks möglicherweise verhindern.

Behandlung und Therapie

Ein geringer Teil der Patienten – nach bisherigen Erfahrungen 10 bis 20 Prozent – plagt sich im Zusammenhang mit einer Teilruptur der Syndesmose zusätzlich mit Schädigungen an der Gelenkfläche und vor allem den Knorpeln. Dies kann auch lange nach der Ausheilung des Risses noch zu spürbaren Beschwerden, Belastungsschmerzen und gefühlten Instabilitäten im normalen Bewegungsablauf führen.

Treten diese Mängel auf, sollte unbedingt ein Orthopäde um Rat gefragt werden. Er kann Knorpelschäden minimal invasiv mit einer Arthroskopie (Gelenkspiegelung) behandeln, um eine eventuelle Sprunggelenksarthrose zu vermeiden. Werden alle Schäden gut behoben und eine aufmerksame Nachbehandlung durchgeführt, können selbst Sportler mit schweren Sprunggelenksschäden nach der eingehaltenen Heilungsphase wieder an frühere Leistungen heranreichen.



Vorbeugung

Zunehmend werden heute aufgrund der steigenden Zahl von Sportverletzungen die konservativen Methoden der Behandlung von Bänderrissen oder -anrissen bevorzugt. So fortschrittlich die modernen operativen Methoden auch sein mögen, bergen sie immer das Risiko in sich, dass vorzeitig eine neuerliche Überlastung des Sprunggelenks provoziert wird, die schwere Folgeschäden nach sich ziehen könnte. Dieses Risiko ist bei einer Teilruptur der Syndesmose nicht zu unterschätzen, weil sie nicht in jedem Fall richtig diagnostiziert wird.

Bücher über Bänderriss

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Syndesmoseband Teilruptur?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?