Suchterkrankungen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. November 2016
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Angewohnheiten können schneller zur Sucht werden, als Betroffene wahrhaben wollen und dann auch zu Suchterkrankungen führen. Erste Anzeichen sind ernstzunehmen und sollten auch vom Umfeld nicht ignoriert werden. Je tiefer eine Person in eine Sucht abrutscht, umso schwieriger ist es, sie zu behandeln.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Suchterkrankungen?

In erster Linie handelt es sich bei dem Suchtbegriff für Suchterkrankungen um eine umgangssprachliche Bezeichnung. In der Medizin und Psychologie werden Süchte als Abhängigkeiten bezeichnet. Menschen können von verschiedensten Dingen abhängig sein. Grundsätzlich definiert sich eine Sucht durch unbändiges und unabweisbares Verlangen nach einem bestimmten Zustand, dem durch rationales Denken nicht beizukommen ist. Dieses Verhalten beeinflusst und behindert die Entwicklung des eigenen Selbst und sozialer Kontakte. Es gibt verschiedene Formen von Abhängigkeiten, die in der Psychiatrie und Psychologie beschrieben werden.

Die wohl bekannteste ist die Abhängigkeit durch psychotrope Substanzen, die in der Umgangssprache auch als Drogenabhängigkeit bezeichnet wird. Hinzu kommt die substanzungebundene Abhängigkeit, welche beispielsweise Zwänge und Süchte beschreibt, die keinen Bezug zu Drogen aufweisen. Unter schädlichem Gebrauch von nichtsabhängigkeitserzeugenden Substanzen werden solche Süchte gefasst, die eine unnötige oder unbestimmunsgemäße Einnahme von beispielsweise Medikamenten oder Nahrungsergänzungsmitteln umfassen.

Abgesehen davon existiert das psychiatrische Konzept der Co-Abhängigkeit. Als solches wird die Förderung von Abhängigkeiten eines Suchtkranken durch Bezugspersonen bezeichnet. Diese können selbst in einer Form abhängig sein oder anderweitig durch ihr Verhalten Süchte verstärken.

Ursachen

Ursachen für Suchterkrankungen können unterschiedlich sein. In der Regel liegen ihr allerdings neurobiolgische und psychosoziale Faktoren zugrunde. Hervorgerufen werden Süchte durch eine fehlerhafte Steuerung des sogenannten Belohnungssystems im Gehirn. Dieses schüttet bei positiv wahrgenommenen Reaktionen oder Empfindungen Glückshormone wie Dopamin aus. Dadurch wird Euphorie oder Glück empfunden, was den Menschen dazu anleitet, zum Beispiel etwaiges Verhalten zu wiederholen.

Auch Rauschmittel können dieses Gefühl auslösen und zu vermehrter Glückshormonausschüttung führen. Nehmen Betroffene aus diesen Gründen die auslösenden Stoffe vermehrt ein oder wiederholen das dazu führende Verhalten, kommt es zur Sucht. Der Körper gewöhnt sich dabei an den neuen Hormonspiegel. Das Hormongleichgewicht gerät durcheinander und der Körper senkt die eigene Hormonproduktion. Dadurch wird außerhalb des Rauschzustandes die Stimmungslage gedrückt und Betroffene haben den Drang, das Suchtmittel erneut zu sich zu nehmen, um wieder „glücklich“ zu sein.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Suchterkrankungen:

Oftmals ist der Grat zwischen Gewohnheit und Sucht sehr schmal. Nahezu jeder Mensch hat ein Laster und Dinge, auf die er ungern oder kaum verzichten kann. Dennoch gibt es verschiedene Anzeichen, die auf eine Abhängigkeit hindeuten können. Kann eine Person beispielsweise aus irgendwelchen Gründen das Suchtmittel nicht konsumieren, kann es zu Unruhe und Reizbarkeit kommen. Bei Süchtigen tritt in diesem Fall verstärkt der Drang nach dem Suchtmittel auf. Dabei kann es auch zu Entzugserscheinungen kommen.

Möglicherweise reduziert sich das Interesse an anderen Dingen oder die Verhaltensmuster des Betroffenen engen sich stark ein. Wer sich selbst einschränkt, um das Suchtmittel regelmäßig konsumieren zu können, ist in aller Regel abhängig. Hinzu kommt auch der Kontrollverlust, was den Konsum des Suchtmittels angeht. Ein anderes Symptom von Abhängigkeit kann auch eine Toleranzentwicklung sein. Dies meint den immer stärkeren oder höher dosierten Konsum einer Droge oder der Ausführung einer Tätigkeit, da sonst keine Wirkung mehr erzielt wird.

Schlussendlich kann es auch zu körperlichen, sozialen und psychischen Konsequenzen kommen, welche allerdings aufgrund der Abhängigkeit nicht wahrgenommen oder ignoriert werden.

Diagnose

Mit Süchten beschäftigt sich in erster Linie die Psychiatrie. Die Suchtmedizin ist intern ein eigener Fachbereich und beschäftigt sich mit der Erkennung, Behandlung und auch Vorbeugung von insbesondere der substanzgebundenen und -ungebundenen Abhängigkeit. Die Diagnose erfolgt in der Regel über Gespräche mit Betroffenen. Dabei sollen Personen unter anderem ihren Alltag und ihr Verhalten schildern. Anhand dessen und Gesprächen mit Angehörigen kann eine Sucht normalerweise sehr zielsicher diagnostiziert werden.

Behandlung und Therapie

Die Art der Behandlung einer Abhängigkeit hängt mit deren Schwere zusammen. In den meisten Fällen ist das Ziel die gänzliche Enthaltsamkeit vom Suchtmittel, da nur wenige Personen mit kontrolliertem Gebrauch zurechtkommen. Daher ist die Einschränkung meist nur ein erster Schritt, der im Endeffekt zur gänzlichen Abstinenz führen soll. Wichtig für die Behandlung ist es nicht nur das Gewilltsein des Patienten, etwas zu ändern, sondern auch die Teilnahme an Selbsthilfegruppen, die die Behandlung maßgeblich unterstützen.

Angestrebt wird ein Wiedereinstieg in den normalen Alltag ohne Süchte, wobei eine begleitende Psychotherapie häufig nötig ist. Typische Behandlungsschritte sind zunächst die ambulante Motivationsphase, an die sich ein körperlicher Entzug anschließen kann. Daraufhin beginnt in der Klinik die Entwöhnungsphase. Diese erfolgt normalerweise stationär. Erst bei Erfolg wird eine Nachsorge- und Rehabilitationsphase eingeleitet. Grundsätzlich ist es immer wichtig, Angehörige mit einzubeziehen, da auch sie ein gewisses Verhalten an den Tag legen sollten, um Betroffene bestmöglich zu unterstützen.



Vorbeugung

Süchten kann vor allem durch geregelten Konsum von etwaigen Suchtmitteln vorgebeugt werden. Ab und an ist es sinnvoll, einfach mal für einige Tage auf das mögliche Laster zu verzichten. Somit gewöhnt der Körper sich nicht zu stark und die Chance, an einer Sucht zu erkranken, ist geringer.

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