Stielmus (Rübstiel)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. Mai 2016
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Stielmus ist ein im Rheinland und in Norddeutschland verbreitetes Blattgemüse. Es handelt sich dabei um die Blätter einiger Speiserübesorten, weshalb auch die Bezeichnung Rübstiel verwendet wird. Als Kreuzblütler ist Stielmus eng mit Kohl, Senf und Rettichen verwandt und ähnelt diesen auch geschmacklich.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über Stielmus wissen

Als Stielmus werden die Blätter und jungen Stiele verschiedener Speiserüben bezeichnet. Wie die nahe verwandte Steckrübe zählt auch die Speiserübe zu den Kulturformen der Rübsen, die auch in zahlreichen Wildformen in Mitteleuropa heimisch sind. Insbesondere im Rheinland, Westfalen und Norddeutschland werden die Blätter von Speiserüben bereits seit Jahrhunderten als eigenständiges Gemüse genutzt. Davon zeugt eine große Vielfalt traditioneller Bezeichnungen, zu denen neben Stielmus auch Rübstiel, Stängelripsen und Runkelstielchen zählen. In Süddeutschland war Stielmus dagegen bis vor wenigen Jahren nahezu unbekannt.

Während früher alle Rübensorten für Stielmus genutzt wurden, werden heutzutage vorzugsweise kleinwüchsige Rüben wie Mairübe, Herbstrübe, Teltower Rübchen oder spezielle Zuchtformen verwendet. Das krautig wachsende Kreuzblütengewächs ist eigentlich zweijährig, wird aber bei der Verwendung als Stielmus noch im Jahr der Aussaat geerntet.

Außerdem wird beim Anbau darauf geachtet, dass die Pflanzen keine oder nur kleine Rüben ausbilden. Dies wird dadurch erreicht, dass die Samen in sehr geringem Abstand von einander in den Boden eingebracht werden. Als Standort eignen sich mittelschwere, nicht zu feuchte Böden. Je nach Witterungsbedingungen kann die Aussaat schon ab Anfang März bis in den Spätsommer hinein erfolgen. Auch ein Anbau im Gewächshaus ist möglich.

Da das rosettenförmig angeordnete Blattgrün der Speiserübe sehr schnellwüchsig ist, kann die Ernte bereits fünf bis sieben Wochen nach der Aussaat erfolgen, wenn das Stielmus eine Höhe von etwa zehn bis fünfzehn Zentimetern erreicht hat. Damit gehört Stielmus zu den am frühesten erhältlichen einheimischen Gemüsesorten. Traditionell wird es ähnlich wie Spinat oder Wirsing zubereitet. Stielmus eignet sich aber auch roh für verschiedene Salate.

Bedeutung für die Gesundheit

Wie alle Kreuzblütengewächse enthält auch Stielmus Senföl. Dieses verleiht ihm nicht nur eine leichte Schärfe und den typischen Geschmack, sondern wirkt auch kreislaufanregend. Darüber hinaus kann Senföl dank seiner antibakteriellen Wirkung auch Entzündungen und sogar Krebserkrankungen vorbeugen und das Immunsystem stärken. Auch die Verdauung wird dadurch angeregt.

Außerdem ist Stielmus sehr reich an Vitaminen und Spurenelementen, was insbesondere im Frühling, wenn noch wenig einheimisches Obst und Gemüse erhältlich ist, zu einer gesunden und ausgewogenen Ernährung beitragen kann. Da Stielmus sehr viele ballaststoffreich und gleichzeitig kalorienarm ist, kann es nicht nur eine sinnvolle Ergänzung zu deftigen Fleischgerichten sein, sondern eignet sich auch für Reduktionsdiäten.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Wie alle Formen der Rübsen ist Stielmus ein hervorragender Vitaminlieferant. Bereits 100 g Stielmus decken den Tagesbedarf eines Erwachsenen an Vitamin C. Außerdem enthält es größere Mengen an den Vitaminen A, E und K. Darüber hinaus finden Calcium, Natrium, Magnesium und Eisen in den grünen Blättern und Stielen. Der Brennwert ist mit 24 kcal pro 100 g äußerst niedrig. Sortentypisch ist für Stielmus der vergleichsweise hohe Gehalt an Senföl.

Kalorien und Nährstoffe (pro 100g)
Kilokalorien/ Kilojoule 24 kcal/ 102 kj
Eiweiß 2,00 g
Kohlenhydrate 2,90 g
Fett 0,30 g
Wasser 90,98 g
Ballaststoffe g
Vitamin A 600 µg
Vitamin C 130 µg

Unverträglichkeiten

Im Allgemeinen ist Stielmus leicht verdaulich und sehr gut verträglich. Nur selten treten wegen der verdauungsanregenden Wirkung Blähungen oder sehr weicher Stuhlgang auf. Allerdings sollten Menschen, die unter einer Senfunverträglichkeit leiden, wegen des in Stielmus enthaltenen Senföls auf einen Verzehr verzichten.

Wegen der engen Verwandtschaft zu anderen Kreuzblütengewächsen können auch beim Vorliegen einer durch Raps ausgelösten Pollenallergie gesundheitliche Probleme beim Genuss von Stielmus auftreten.



Einkaufs- und Küchentipps

Stielmus ist in herkömmlichen Supermärkten nur selten erhältlich. Auf Wochenmärkten und im Direktverkauf von Bauern, die sich auf alte Gemüsesorten spezialisiert haben, ist es jedoch inzwischen wieder häufiger erhältlich. Wer über einen Garten verfügt, kann Stielmus auch problemlos selbst anbauen. Da die Blätter rasch welk werden, sollten sie möglichst bald nach der Ernte verbraucht werden.

Im Gemüsefach des Kühlschranks lässt sich Stielmus maximal drei Tage lagern. Davon abgesehen ist Stielmus ein sehr unkompliziertes Gemüse. Es genügt, die Blätter und Stiele vor der Zubereitung kurz mit klarem Wasser abzuspülen und einzelne harte Stängel und bräunliche Blätter zu entfernen. Weitere Vorbereitungen sind nicht notwendig.

Zubereitungstipps

In der bäuerlichen Küche wird Stielmus traditionell mit Zwiebeln und gelegentlich Speckwürfeln geschmort. Diese klassische Zubereitung ähnelt damit der anderer Blattgemüse wie Wirsing, Spinat oder Mangold. Stielmus kann aber auch zu Eintopfgerichten gegeben werden oder in der modernen Küche als eigenwillige Zutat für Quiches oder Pasta verwendet werden.

In überbackenen Aufläufen bildet der leicht scharfe Geschmack des Stielmuses einen interessanten Kontrast zu herzhaftem Käse. Junge, noch zarte Blätter können auch gehackt oder in Streifen geschnitten und als pikanter Salat zubereitet werden.

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