Steifer Nacken

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 5. März 2016
Gesundpedia.deSymptome Steifer Nacken

Fehlbelastung, Zugluft oder Stress - die Ursachen für einen verspannten bzw. steifen Nacken sind vielfältig. Anfangs zieht es nur etwas im Hals-Nackenbereich, später kann jede Bewegung starke Schmerzen verursachen. Der Grund ist eine Nackenverspannung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein steifer Nacken?

Spricht man von einem steifen Nacken, heißt das: der Nacken und die Bewegungen in diesem Bereich verursachen Schmerzen. Manchmal treten die Schmerzen nur bei einer bestimmten Drehung des Kopfes auf. In der Regel liegt jedoch eine Nackenverspannung vor, die sich auch in Ruhestellung nicht wirklich bessert.

Der steife Nacken kann als alleinige Erkrankung auftreten, kann aber auch der Hinweis auf eine andere Erkrankung sein. So gilt der steife Nacken bei der gefährlichen Hirnhautentzündung (Meningitis) als ein sicheres Anzeichen. Aus diesem Grunde sollte bei einem steifen Nacken stets darauf geachtet werden, ob noch weitere Symptome wie Fieber, Schläfrigkeit, Lichtempfindlichkeit und ein verwirrt wirkender Zustand hinzukommen. Ist dies der Fall, muss umgehend ein Krankenhaus aufgesucht werden.

Ursachen

Die größte Ursache für einen steifen Nacken liegen in einer schwachen und überbeanspruchten Halswirbelsäule. Stundenlanges Sitzen am Computer oder vor dem Fernseher, kaum bis keine Bewegung - seit dem Beginn der Menschheit haben wir uns noch die so wenig bewegt. Das sind beste Bedingungen für das Entstehen eines steifen Nackens.

Die Muskulatur wird nicht mehr beansprucht, also bildet sie sich zurück. Inzwischen gilt als gesichert, dass auch genetische Ursachen einem steifen Nacken zugrunde liegen können. So kann eine Anfälligkeit für Bandscheibenvorfälle sowie eine schwache Muskulatur von einer zur anderen Generation weitergegeben werden.

Ungünstige Bedingungen am Arbeitsplatz, falsche Sitzhaltung oder eine schlechte Qualität des Kissens - ein steifer Nacken rührt immer aus einer Fehlhaltung über einen längeren Zeitraum her. Es entwickelt sich eine Nackenverspannung, die zunehmend schmerzhafter wird. Irgendwann schafft der Körper es nicht mehr, einen steifen Nacken zu regulieren. Die Schmerzen werden so stark, dass sie den Alltag bestimmen.

Manchmal kann ein steifer Nacken auch eine ernsthafte Erkrankung ankündigen. So gehört bei einer Hirnhautentzündung ein steifer Nacken zum Krankheitsbild dazu. Andere Ursachen für einen steifen Nacken können im normalen Alterungsprozess liegen oder in einer Entzündung im Bereich der Halswirbelsäule.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Es fällt auf, dass der steife Nacken langsam und mit leichten Anzeichen einsetzt. Doch dieser zögerliche Beginn ändert sich rasch. Nun äußert sich der steife Nacken zunehmend durch Kopfschmerzen, deren Intensität ebenfalls ansteigen wird. Hinzu kommen Schlafstörungen, leichte Reizbarkeit und depressive Verstimmungen.

Die Lebensqualität kann enorm eingeschränkt sein. Wer es anfangs noch versucht hat, wird spätestens zu diesem Zeitpunkt den steifen Nacken nicht mehr unbeachtet lassen können. Der Gang zum Arzt wird nötig. Anhand der geschilderten Symptome und manueller Untersuchungen stellt der Arzt die Diagnose. Wird die richtige Therapie angewendet und vom Patienten kontinuierlich mitgearbeitet, stehen die Prognosen gut. Eine gestärkte Muskulatur ist weniger anfällig für einen steifen Nacken.

Behandlung

Zur Behandlung eines steifen Nackens eigenen sich Massagen, Physiotherapie und Wärmepflaster. Der Besuch bei einem Chiropraktiker kann Linderung verschaffen ebenso wie mehrere Sitzungen bei einem extra geschulten Akupunkteur.

Doch auch der beste Therapeut kann keine dauerhafte Heilung bewirken, wenn der Patient danach sofort in alte Verhaltensmuster zurückfällt. Aus diesem Grunde gilt es, nach der Diagnose auch die notwendigen Veränderungen am Arbeitsplatz oder beim Schlafplatz zu ermöglichen.

Hält sich die Nackenverspannung allerdings hartnäckig, muss nach weiteren Ursachen geforscht werden. Im ungünstigsten Falle kann eine Schädigung der Halswirbelsäule so weit fortgeschritten sein, dass ein Nerv eingeklemmt wurde. Dies kann zu Lähmungen im Bereich eines oder beider Arme führen. Dieser Totalausfall wirkt für die Betroffenen sehr dramatisch und es ist möglich, dass er nur durch eine Operation behoben werden kann. Auf keinen Fall sollte jedoch zu früh operiert werden. Fast immer lässt sich ein steifer Nacken mit viel Muskeltraining und Disziplin beheben.

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Vorbeugung

Einem steifen Nacken kann vorgebeugt werden. Dazu gehören eine korrekte Haltung sowie die Schonung der Wirbelsäule im Halsbereich. Ebenso entscheidend sind neben einer gesunden Haltung im Sitzen und Stehen auch das richtige Schlafkissen sowie die Einhaltung ergonomischer Bedingungen am Arbeitsplatz. Dazu gehören der geeignete Stuhl, die richtige Tischhöhe, der korrekte Abstand zum Monitor sowie stündliche kurze Bewegungen der Arm- und Schultermuskulatur. Treten Infektionskrankheiten auf, sollten sie immer angemessen auskuriert werden. Damit eine einfache Erkältung nicht irgendwann zu einer lebensgefährlichen Meningitis mit steifem Nacken führen kann.

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