Stechender Mäusedorn

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. September 2016
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Der Stechende Mäusedorn ist ein Halbstrauch aus dem Mittelmeerraum. Der volkstümliche Name geht auf die Bekämpfung von Ratten und Mäusen zurück. Die Zweige sind hart und stachelig und sollten die Nager fernhalten. Heutzutage wird der Stechende Mäusedorn als Heilpflanze zur Behandlung von Beinschmerzen und diversen organischen Beschwerden eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Die Heilpflanze Stechender Mäusedorn hilft u.a. bei Beinschmerzen, Venenleiden und Hämorrhoiden.

Der Stechende Mäusedorn ist Mitglied der Pflanzenfamilie der Mäusedorngewächse und gehört zur Gattung Spargelgewächs (Asparagaceae). Der wissenschaftliche Name lautet Ruscus aculeatus L. Aufgrund seiner harten Zweige und der hübschen roten Beeren findet sich dieses strauchartige Gewächs häufig als Bestandteil von Trocken- und Weihnachtsgestecken wieder.

Der immergrüne Halbstrauch kann Wuchshöhen von 10 bis 80 Zentimetern erreichen. Die Blätter der mehrjährigen Pflanze sind ledrig, ihre stechende Spitze ist drei Zentimeter lang. Der Halbstrauch blüht von Januar bis April. Aus den filigranen Blüten bilden sich in der Zeit von August bis März die charakteristisch roten Beeren. Der Wurzelstock ist groß und fleischig. Es gibt männliche und weibliche Pflanzen, selten jedoch Zwitter. Der Stechende Mäusedorn ist auch unter den Namen Stachelmyrte und Stechmyrte bekannt.

Vorkommen und Anbau

Der Stechende Mäusedorn ist im Mittelmeerraum, in Westeuropa und Südwest-Asien heimisch. Das Spargelgewächs ist ein typischer Vertreter der Pflanzen, die sich in der mediterranen und pontischen Flora heimisch fühlen. Daher ist er vor allem in Südeuropa und Südrussland zu finden. Mittlerweile taucht die Heilpflanze jedoch auch in Ungarn und Rumänien sowie England auf. Bevorzugte Standorte sind Gebüsche sowie felsige oder trockene Hanglagen und Böden. Auf steinigem Boden lebt der Stechende Mäusedorn im Unterholz von Eichen- und Buchenwäldern. Bei kühlen Temperaturen kann das Mäusedorngewächs nur im Schutz weiterer Pflanzen überleben, ansonsten erfriert es.

Anwendung und Wirkung

Hauptanwendungsgebiete für den Stechenden Mäusedorn sind Hämorrhoiden, Venenleiden und Beinschmerzen. Die roten Beeren wirken abführend. Die Wurzel wirkt blutreinigend, diuretisch, antiphlogistisch, antiexsudativ, kapillarabdichtend, venenstärkend, venentonisierend und ödemhemmend. Allgemeine Anwendungsbereiche sind Besenreiser, Beinschwere, Couperose, Gallensteine, Gelbsucht, Harnröhrenentzündung, Krampfadern, Juckreiz, Nierensteine, Nierenerkrankungen, Sonnenbrand, venöse Insuffizienz und Wadenkrämpfe.

Inhaltsstoffe sind Campesterol, Benzofurane, Harze, [Gerbstoffe]], ätherische Öle, Ruscin, Neoruscogenin, Ruscosid, Lignocersäure, Sitosterol und Triterpene. Die Beeren und Wurzeln werden von September bis Oktober gesammelt. Als Teezubereitung stärkt der Stechende Mäusedorn die Venen. 250 Milliliter kaltes Wasser werden mit einem Teelöffel Wurzelpulver vermischt und aufgekocht. Die Ziehzeit beträgt 5 bis 10 Minuten. Zwei Tassen Mäusedorntee täglich stärken die Venen. Die Behandlung erfolgt über mehrere Monate. Die Beeren verzeichnen eine abführende Wirkung und können unverarbeitet gegessen werden.

Cremes enthalten Ölauszüge oder Tinkturanteile des Wurzelstocks. Sie wird auf Lanolin-Basis hergestellt. Mehrmals täglich aufgetragen geht Mäusedorn-Creme gegen Hämorrhoiden, Besenreiser, Couperose und Krampfadern vor. Auch in Nahrungsergänzungsmitteln und homöopathischen Arzneimitteln werden die Beeren und Wurzeln des Stechenden Mäusedorns verarbeitet. Mäusedorn Kapseln sind unter dem Namen Fagorutin Ruscus in Einheiten von 50, 80 und 100 Stück erhältlich. Der medizinische Wirkstoff ist der Wurzelstock. Jede Kapsel enthält 645 bis 825 mg. Als homöopathisches Arzneimittel ist der Stechende Mäusedorn unter der Bezeichnung Ruscus aculeatus als Globuli oder Dilution in den Potenzen D4 bis D30 erhältlich. Drei Mal täglich werden fünf Globuli oder fünf Tropfen eingenommen.

Wogegen hilft der Stechende Mäusedorn?

Bedeutung für die Gesundheit

Nebenwirkungen und Risiken sind bei bestimmungsgemäßer Anwendung nicht bekannt. Da der Stechende Mäusedorn sich aufgrund seiner kapillarabdichtenden Eigenschaften venenstärkend auswirkt und zu einem besseren Blutfluss führt, sollten Menschen mit Bluthochdruck vor Einnahme von Mäusedornprodukten einen Arzt oder Apotheker um Rat fragen. Als Hauptinhaltsstoffe wirken Rucosid und Ruscin. Sie veranlassen den Abbau gefäßschädigender Stoffe im Blut und erreichen eine indirekte Elastizität der Blutgefäße, die jetzt wieder durchlässig für Blutflüssigkeiten sind. Das Blut gelangt schneller zurück zum Herzen und verbleibt nicht in den Beinen, wo es zu Klümpfchenbildung und damit zur Venenschädigung kommen kann.

Schwellungen werden reduziert und Schmerzen gelindert. Bei Venenerkrankungen bilden sich lysosomale Enzyme in Form von Eiweiß, die in erhöhter und schädigender Menge im Blut auftreten. Sie zerstören die Gefäßwände der kleinsten Blutgefäße (Kapillare). Die für die Elastizität zuständigen Fasern, das Kollagen, wird zerstört und die Blutgefäße porös. Sie werden durchlässig für Wasser und Blutzellen, wodurch eine Wasseransammlung entsteht und die betroffenen Stellen sich gelblich-bräunlich verfärben.

Diese Ödeme belasten den Körper, da das Lymphsystem das Wasser nur langsam zurück in den Blutkreislauf pumpt. An dieser Stelle setzen die Steroidsaponine der Mäusedornwurzel an. Die Enzyme im Blut werden verringert und die Gefäße abgedichtet. Die innere Schicht, das Endothol wird gefestigt. Auf diese Weise verzeichnet der Stechende Mäusedorn dieselbe Wirkung auf Hämorrhoiden. Die Blutgefäße im Analbereich werden gestärkt, es tritt kein Plasma mehr aus und der Juckreiz an der gereizten Stelle verschwindet. Nur vereinzelt wurden Übelkeit und Magenbeschwerden beobachtet. Allgemein ist bekannt, dass viele Menschen Mäusedorn-Arzneimittel besser vertragen als Rosskastanienextrakte, das andere große Mittel gegen alle Beschwerden, die mit Schmerzen in den Beinen und Venenschwäche zu tun haben.

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