Stechen in der Schulter

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. September 2016
Gesundpedia.deSymptome Stechen in der Schulter

Ein Stechen in der Schulter kann eine harmlose Muskelverspannung zur Ursache haben, die bald wieder verschwindet. Bei chronischen Schmerzen sollte man allerdings einen Arzt aufsuchen, da das Stechen in der Schulter auf eine gravierendere Erkrankung hindeutet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Stechen in der Schulter?

Ein Stechen in der Schulter beschreibt einen lokalen Schmerz. Er tritt meist auf, sobald man den Arm bewegt. Insbesondere unter Belastung oder bei abrupten Bewegungen stellt sich dann ein Stechen in der Schulter ein. Zuweilen macht sich das Stechen in der Schulter auch im Liegen bemerkbar. Das kann zu erheblichen Schlafstörungen führen.

Von dem Stechen in der Schulter können verschiedene Punkte im Schulterapparat betroffen sein. Der Schmerz konzentriert sich entweder im Gelenk selbst oder unterhalb des Schulterdachs. Das Schulterdach befindet sich an der äußeren Ecke der Schulter und ist das Verbindungsstück zum Schlüsselbein. Auch im Übergangsbereich zum Schulterblatt ist hin und wieder ein Stechen in der Schulter zu verspüren.

Ursachen

Die häufigste Ursache für ein Stechen in der Schulter ist die Überlastung des Schulterapparats. Das Problem tritt bei Sportarten wie Schwimmen, Volleyball, Handball oder Golfen auf. Der Sportler reißt wiederholt einen Arm nach oben und belastet die Muskulatur stark. Dadurch schwillt der sogenannte Obergrätenmuskel an. Wenn dieser Muskel verdickt, drückt er auf Schleimbeutel und Sehnen in seiner Umgebung. Dieser Druck löst ein Stechen in der Schulter aus.

Ein dauerhaftes Stechen in der Schulter lösen auch Kalkablagerungen im Gelenk aus. In einigen Fällen ist ein Schiefstand des Schulterdachs angeboren. Das führt zu permanenten Reibungen mit dem Gelenk, die ein Stechen in der Schulter zur Folge haben. Wer sich die Schulter auskugelt, muss ebenfalls nach dem Einrenken mit einem heftigen Stechen in der Schulter rechnen. Dafür ist die Überdehnung der Gelenkkapsel verantwortlich.

Das Stechen in der Schulter kann aber auch auf einen Knorpelabrieb an der Gelenkpfanne hinweisen. Die harmloseste Ursache für ein Stechen in der Schulter ist eine vorübergehende Wirbelblockade. Daraus ergibt sich eine Muskelverspannung, die das Stechen in der Schulter hervorruft.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Häufig ist eine Überlastung bzw. eine Reizung der Schultersehnen für das Stechen in der Schulter veranwortlich.

Führt der Arzt das Stechen in der Schulter auf eine Überbelastung zurück, wendet er den sogenannten Nackengriff an. Der Patient verschränkt dabei seine Hände im Nacken. Die Daumen zeigen nach unten.

Ein Stechen in der Schulter in dieser Position weist auf eine Überbelastung hin. Zusätzlich tastet der Arzt die Gelenke und die Ansätze der Sehnen ab. Er will sehen, ob sie mit Schmerz auf Druck reagieren.

Röntgenbilder, die Magnetresonanztomografie (MRT) oder der Ultraschall können Aufschluss darüber geben, ob eine Kalkeinlagerung oder Gelenkverschleiß vorliegt.

Eine Untersuchung im Kernspin ist notwendig, um einen Riss in der Rotatorenmanschette festzustellen. Diese Manschette hält am Schultergelenk die Bänder und Muskeln zusammen. Als letzte Diagnosemöglichkeit verbleibt eine Gelenkspiegelung, um die Ursache für das Stechen in der Schulter herauszufinden.

Behandlung

Stechen in der Schulter behandelt der Arzt meist medikamentös. Er verschreibt dazu Antirheumatika, die keine Steroide enthalten. Sie sollen Entzündungen hemmen und gegen den Schmerz wirken. Dazu kann er eine Kälte- oder Wärmetherapie vorschlagen. Beides wirkt sich lindernd auf den Schmerz aus.

Wenn das Stechen in der Schulter durch Verspannungen im Muskelbereich herrührt, kann eine Aromatherapie hilfreich sein. Hierbei werden ätherische Öle wie Eukalyptus, Pfefferminze oder Kampfer auf die schmerzende Stelle aufgetragen. Auch wenn der Patient die Schulter zunächst schonen soll, verordnet der Arzt meist dosierte Bewegung. Dazu zählen Krankengymnastik oder Massagen. Dadurch sollen sich verhärtete Muskeln entspannen und die Beweglichkeit langsam steigern.

Ist die Schulter schwerwiegender verletzt, verabreicht der Arzt Spritzen. Dazu spritzt er Kortison direkt an die entzündete Stelle der Schulter. Ein operativer Eingriff ist mitunter bei hartnäckigem Stechen in der Schulter notwendig, das sich aus Gelenkverschleiß und Kalkablagerungen ergibt. Für die OP nimmt der Arzt aber meist nur einen kleinen Schnitt oder eine Arthroskopie vor.

In sehr seltenen Fällen ist das Schultergelenk durch eine Arthrose vollständig zerschlissen. Dann muss dem Patienten ein künstliches Gelenk eingesetzt werden, um das ständige Stechen in der Schulter zu beseitigen.



Vorbeugung

Die beste Vorbeugung gegen ein Stechen in der Schulter ist regelmäßige Bewegung und eine gut ausgeprägte Schultermuskulatur. Man sollte die Schulter gleichmäßig belasten und nicht einseitig überbelasten. Spezielle Dehn- und Kraftübungen sowie Brustschwimmen bauen die Schultermuskulatur zügig auf. Genauso wichtig ist eine Stärkung der Rumpf- und Bauchmuskulatur.

Viele Probleme im Rücken und Schulterbereich ergeben sich daraus, dass der Oberkörper nicht ausreichend vom Rumpf gestützt wird. Insbesondere Menschen, die viel am Schreibtisch arbeiten, sollten darauf achten. In dieser Haltung verkümmert die gesamte Rückenmuskulatur.

Einzelne Muskeln und Bänder verkürzen sich. Werden sie dann beansprucht, reagieren sie mit Schmerz. Nach jeder Arbeitsstunde sollte man deshalb eine kleine Pause einlegen und ein paar Dehnübungen einstreuen. So bleibt man dauerhaft von Stechen in der Schulter verschont.

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