Stechen im Kopf

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. Mai 2017
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Das Stechen im Kopf ist eine von ungefähr 250 verschiedenen bekannten Kopfschmerzarten. Es tritt sowohl als Symptom als auch als eigenständige Erkrankung auf. Manchmal erzeugt es die stärksten möglichen Schmerzen, die ein Mensch noch ertragen kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Stechen im Kopf?

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Medikamente gegen: Kopfschmerzen

Das Stechen im Kopf äußert sich jedoch nicht einheitlich. Es stellt einen extrem konzentrierten Schmerz im Kopfbereich dar. Dieser Schmerz kann plötzlich einsetzen und nach kurzer Zeit wieder verschwinden oder als dauerhafter stechender Kopfschmerz in Erscheinung treten. Zuweilen ist es schwierig, ihn von anderen Schmerzarten abzugrenzen.

Häufig kommt das Stechen im Kopf im Zusammenhang mit anderen Kopfschmerzformen vor. Es gibt jedoch auch Erkrankungen, deren einziges Symptom der stechende Kopfschmerz ist. In einigen Fällen kann das Stechen im Kopf so unerträglich werden, dass die Lebensqualität erheblich darunter leidet.

Ursachen

Es gibt vielfältige Ursachen für ein Stechen im Kopf. Bisher ist der genaue Mechanismus für dessen Entstehung nicht bekannt. So gibt es primäre und sekundäre Formen von Kopfschmerzen. Während die primären Schmerzen als eigenständige Erkrankungen gelten, stellen sekundäre Kopfschmerzen Symptome anderer Grunderkrankungen dar.

Von den Schmerzen sind nur schmerzempfindliche Kopforgane, wie Hirnhäute, Hirnnerven oder Blutgefäße im Hirn, betroffen. Zu den primären Kopfschmerzerkrankungen, welche auch stechende Schmerzen beinhalten, gehören unter anderem die Migräne, der Cluster-Kopfschmerz, die Trigeminusneuralgie oder die paroxysmale Hemikranie. So tritt bei ungefähr 40 Prozent der Migräne-Patienten und bei 30 Prozent der Patienten mit Cluster-Kopfschmerzen auch ein Stechen im Kopf auf.

Ein Migräne-Anfall kann mehrere Stunden bis zu mehreren Tagen andauern. Dabei tritt neben Übelkeit und Erbrechen ein halbseitiger pulsierender Kopfschmerz auf, der auch durch stechende Schmerzen begleitet sein kann. Der Cluster-Kopfschmerz zeichnet sich durch intervallartig auftretende Schmerzattacken mit langen schmerzfreien Perioden aus.

Die Trigeminusneuralgie wiederum ist durch extrem starke, aber meist nur sehr kurzzeitig anhaltende stechende Schmerzen charakterisiert. Auch bei der paroxysmalen Hemikranie treten anfallsartig stichartige Kopfschmerzen auf, wobei es am Tag bis zu 40 Anfällen kommen kann. Sekundäre Kopfschmerzen sind Symptome anderer Krankheiten, wie z. B. Erkrankungen der Wirbelsäule, der Augen oder der Zähne. Auch hier kann es teilweise zu einem Stechen im Kopf kommen.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Bei einem Stechen im Kopf muss nicht zwingend ein Arzt aufgesucht werden. Das Stechen im Kopf tritt bei sehr vielen Menschen nur temporär auf und verschwindet auch wieder nach nur wenigen Stunden. Falls notwendig, kann der Patient das Stechen im Kopf auch mit Medikamenten und Schmerzmitteln bekämpfen. Hier ist allerdings darauf zu achten, dass Schmerzmittel immer schwer verdaulich sind für den Magen und daher nie in großen Mengen oder über einen langen Zeitraum eingenommen werden dürfen.

Sollte das Stechen im Kopf daher über einen längeren Zeitraum auftreten und mit wirklich starken Schmerzen verbunden sein, so muss ein Arzt konsultiert werden. In diesem Falle kann das Stechen auf eine andere schwerwiegende Krankheit hinweisen, die durch einen Arzt behandelt werden muss.

Sollte das Stechen nur bei bestimmten Situationen wie Stress oder einer großen Anspannung auftreten, so sind diese Symptome gewöhnlich. Hier kann das Stechen durch Bettruhe und Entspannung für den Körper behandelt werden und verschwindet in der Regel wieder von alleine. Nicht selten weist ein starkes und permanentes Stechen auf einen Tumor hin. Um diesen Krankheitsfall zu vermeiden, sollte daher bei starken Schmerzen ein Arzt aufgesucht werden.

Diagnose und Verlauf

Tritt das Stechen im Kopf häufig auf, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden. Meist ist die Erkrankung zwar ungefährlich, aber sie schränkt aufgrund der starken Schmerzen die Lebensqualität erheblich ein. Um den Kopfschmerz und speziell den stechenden Schmerz behandeln zu können, ist es wichtig, dessen Ursache zu ergründen. Der Arzt kann oft bereits anhand der Symptome eine Verdachtsdiagnose aufstellen. So wird er sich während eines Patienten-Arzt-Gespräches den Verlauf und die Symptome der Erkrankung schildern lassen.

Des Weiteren spielen für ihn Vorerkrankungen und bestehende chronische Erkrankungen eine Rolle, um sich ein Bild zu machen. Da die Symptome von Migräne, Cluster-Kopfschmerz oder anderen primären Kopfschmerzerkrankungen relativ charakteristisch sind, kann der Arzt bereits meist während dieses Gespräches die Diagnose stellen. Bildgebende Verfahren sind in der Regel nicht notwendig. Sie leisten jedoch dann gute Dienste, wenn als Ursache des Stechens im Kopf andere Grunderkrankungen vermutet werden.

Komplikationen

Da das Stechen im Kopf aufgrund sehr vieler verschiedener Ursachen entstehen kann, können die dabei auftretenden Komplikationen nicht vorausgesagt werden. Allerdings schränkt das Stechen im Kopf den Alltag des Patienten enorm ein. Es ist nicht mehr möglich, konzentriert zu arbeiten oder zu lernen. Durch das Stechen im Kopf erhöht sich auch die Unfallgefahr für Menschen, die Maschinen steuern oder führen. Die Lebensqualität wird durch das Symptom verringert. Nicht selten tritt das Stechen im Kopf auch mit Schlafmangel, Übelkeit oder Schwindelgefühlen ein.

Auf eine lange Sicht kann das Symptom auch zu Depressionen und anderen psychischen Problemen führen, da der Betroffene sein Leben nicht mehr genießen kann. In vielen Fällen breitet sich das Stechen im Kopf in weitere Regionen aus. Somit können Schmerzen auch am Ohr oder an den Zähnen entstehen. Sollte das Stechen nicht von alleine verschwinden, so ist der Besuch beim Arzt notwendig. Eine kurzfristige Behandlung ist mit Hilfe von Schmerzmitteln möglich. Diese sollten allerdings nicht auf lange Sicht eingesetzt werden, da sie den Magen schädigen. Auch sollte der Betroffene seinen Stresslevel reduzieren und dem Körper die Möglichkeit zur Ruhe und Entspannung geben. In den meisten Fällen verschwindet das Stechen im Kopf allerdings von alleine und führt zu keinen weiteren Beschwerden.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung des Stechens im Kopf richtet sich nach dessen Ursache. Die primären Kopfschmerzerkrankungen sind die Folge von Reizzuständen bestimmter Hirnnerven, welche jedoch nicht ursächlich behandelt werden können. In periodischen Abständen wird es immer wieder neben allgemeinen auch zu stechenden Kopfschmerzen kommen.

Das gilt sowohl für die Migräne, den Cluster-Kopfschmerz als auch für andere primäre Kopfschmerzerkrankungen. Die Behandlung kann nur symptomatisch sein und als Ziel die Schmerzfreiheit anstreben. So werden bei einem Migräne-Anfall schmerz- und entzündungshemmende Mittel aus der Wirkstoffgruppe der Nichtopioid-Analgetika und gleichzeitig spezielle Migränetherapeutika verabreicht. Die Migränemittel (meist Triptane) setzen direkt am ZNS an, um die Reizweiterleitung des Schmerzes zu unterdrücken. Auch bei den Cluster-Kopfschmerzen sind die Triptane die Mittel der Wahl.

Des Weiteren wird hier zur Akutbehandlung medizinischer Sauerstoff inhaliert. Durch die Sauerstoff-Behandlung verschwinden die Schmerzattacken innerhalb von 15 Minuten. Allerdings entfalten bei dieser Erkrankung traditionelle Schmerzmittel keine Wirkung. Bei anderen primären Kopfschmerzen stehen neben der Schmerzbehandlung mit Schmerzmitteln je nach Ursache auch operative Methoden zur Verfügung. Wenn das Stechen im Kopf die Folge einer anderen Grunderkrankung ist, steht dessen Therapie im Vordergrund.



Vorbeugung

Zur Vorbeugung vor einem Stechen im Kopf gibt es keine allgemeine Empfehlung. Bei Migräne haben sich jedoch Betablocker, Kalziumantagonisten oder Antiepileptika als Medikamente zur Verhinderung schwerer Anfälle bewährt.

Bei sekundären Kopfschmerzen, die sich beispielsweise als Stechen im Kopf äußern, gibt es in diesem Zusammenhang aufgrund der vielfältigen Ursachen für die entsprechenden Grunderkrankungen auch keine Vorbeugeempfehlung.

Bücher über Kopfschmerzen

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Masuhr K., Masuhr, F., Neumann, M.: Duale Reihe Neurologie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Mattle, H., Mumenthaler, M.: Neurologie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Payk, T., Brüne, M.: Checkliste Psychiatrie und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Bewermeyer, H.: Neurologische Differenzialdiagnostik, Schattauer Verlag, 2011

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Carsten kommentierte am 15.01.2016 um 23:15 Uhr

Ich habe seit Mittwoch dieses Stechen am Hinterkopf wenn ich mir die Haare wasche. Es sticht so sehr, dass es weh tut. Das sind keine Kopfschmerzen. Was kann es sein?

Anna Lena kommentierte am 22.10.2014 um 10:32 Uhr

Bei mir tritt dieser stechende Kopfschmerz in Stresssituationen mit extremem Lärmpegel auf. Geholfen hat mir das Ausruhen für mehrere Minuten in einem ruhigen Raum.