Steatorrhö (Fettstuhl)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. November 2016
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Bei einer Steatorrhö (Fettstuhl) handelt es sich um einen krankhaft erhöhten Fettgehalt im Stuhl. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Fettstühle sind Ausdruck von Störungen der Fettverdauung und können einen ernsten Hintergrund haben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Steatorrhö (Fettstuhl)?

Die Steatorrhö (Fettstuhl) ist durch eine pathologische Erhöhung des Fettgehalts im Stuhl gekennzeichnet. Der Fettstuhl wird unter anderem auch als Pankreasstuhl bezeichnet, weil häufig Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse zugrunde liegen. Allgemeine Ursache ist eine Fettverdauungsstörung. Dabei kann es sich um eine Maldigestion (Störung der Molekülspaltung) oder eine Malabsorption (Störung der Fettresorption) handeln. Entweder werden zu wenig fett abbauende Enzyme (Lipasen) produziert oder die Fettaufnahme über den Dünndarm wird durch verschiedene Störungen behindert. Wenn täglich mehr als 10 Gramm Fett über den Stuhl den Körper verlässt, dann wird von pathologischer Steatorrhö gesprochen.

Ursachen

Für das Auftreten von Steatorrhö kommen viele Ursachen infrage. Viele Erkrankungen des Darms und hauptsächlich des Dünndarms können die Aufnahme von Nahrungsfetten behindern. So treten im Rahmen einer Zöliakie Resorptionsstörungen des Darms auf. Die überschießende Reaktion des Immunsystems auf Gluten verursacht Entzündungen des Dünndarms, die neben Fettaufnahmestörungen auch die allgemeine Resorption von Nährstoffen herabsetzen.

Auch autoimmunologische Reaktionen des Immunsystems auf den Darm (Morbus Crohn) führen oft zu Fettstühlen. Wird der Dünndarm mit pathologischen Keimen übersiedelt, kann es auch zu Fettabsorptionsstörungen kommen. Da die Fette durch die Galle emulgiert und so resorbiert werden, führen Galleabflussstörungen oder die chemische Veränderung von Gallesäuren ebenfalls zu Resorptionsstörungen von Fetten.

Selbstverständlich wird nach einer Verkürzung des Dünndarms die Fettaufnahmekapazität des Darms erniedrigt. Daher darf die Nahrung nicht mehr so fettreich sein. Bei bestimmten Medikamenten zur Gewichtsreduktion wie Orlistat basiert der diätische Effekt auf der verringerten Fettaufnahme des Darms. Auch hier kommt es zu Fettstühlen, die durch verringerte Fettzufuhr in der Nahrung reduziert werden können.

Störungen der Fettverdauung werden auch durch mangelnde oder fehlende Fett abbauende Enzyme (Lipasen) verursacht. Lipasen werden hauptsächlich von der Bauchspeicheldrüse erzeugt. Bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) wie Pankreatitis oder Pankreaskrebs kommt es daher häufig zu Fettstühlen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Steatorrhö (Fettstuhl):

Fettstühle äußern sich in voluminösen, lehmfarbenen sowie schaumigen Stühlen, die einen penetranten Geruch aufweisen. Dazu kommen unangenehme Begleitsymptome wie Völlegefühl, Blähungen, Bauchschmerzen oder Neigung zu Durchfällen. Natürlich ist die Steatorrhö meist nur ein Symptom einer zugrunde liegenden Erkrankung. Deshalb sind die Fettstühle oft auch noch mit anderen Symptomen vergesellschaftet, die aber jeweils typisch für die Grundkrankheit sind.

Oft sind mit der Steatorrhö auch allgemeine Malabsorptionsstörungen verbunden, die den Körper schließlich nur noch unzureichend mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen versorgen. Beispielsweise kommt es bei der Zöliakie zu allgemeinen Wachstums- und Gedeihstörungen des Kindes. Später ist die Krebsgefahr erhöht. Bei Galleabflussstörungen tritt neben den Fettstühlen auch noch Gelbsucht auf, weil der Gallefarbstoff ins Blut gelangt.

Gleichzeitig können die Stühle vollständig entfärben. Diese Galleabflussstörungen können durch Gallensteine, welche die Gallengänge verstopfen, oder auch im Rahmen von Pankreastumoren mit verdrängender Wirkung verursacht werden. Pankreaserkrankungen führen einerseits zum Verdrängen der Gallen- und Pankreasgänge und andererseits zur verringerten Enzymproduktion. Es kommt zu Koliken und zunehmenden quälenden Bauchschmerzen, die bis in den Rücken ziehen.

Diagnose

Fettstühle können durch Stuhluntersuchungen festgestellt werden. Danach steht der Arzt vor der Herausforderung, die zugrunde liegende Erkrankung zu diagnostizieren. Zunächst wird er über die Anamnese der Krankengeschichte einige Anhaltspunkte über die Ursache der Steatorrhö bekommen. Dabei spielen Ernährung und Vorerkrankungen sowie Erkrankungen in der Familie eine große Rolle. Durch bildgebende Verfahren wie Sonografie, Röntgenuntersuchungen, Computertomografie oder Magnetresonanztomografie kann der Zustand der Organe begutachtet werden.

Behandlung und Therapie

Die Therapie der Steatorrhö richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung. So treten akute Fettstühle im Zusammenhang mit Gallenkoliken auf. Wenn beispielsweise der Gallengang durch einen Gallenstein verstopft ist, kann er operativ entfernt werden. In manchen Fällen macht es Sinn, die Gallenblase zu entfernen, um weitere Koliken zu vermeiden. Liegt eine Glutenunverträglichkeit oder gar eine Zöliakie vor, gilt es, konsequent eine glutenfreie Diät einzuhalten.

Eine Pankreatitis muss umgehend behandelt werden, weil die Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse potenziell auch den Pankreas schädigen können. Bei Feststellung eines Pankreaskarzinoms muss schnell gehandelt werden. Wenn noch keine Metastasen vorhanden sind, muss unter Umständen die Bauchspeicheldrüse entfernt werden. Danach ist eine lebenslange Gabe der Verdauungsenzyme und Insulin für die Regelung des Blutzuckerspiegels notwendig.

Nach der Ausbildung von Metastasen ist der Pankreaskrebs nicht mehr heilbar. Jetzt sollten medikamentöse Behandlungen und die Erweiterung der Pankreas- und Gallengänge durch einen Stent angestrebt werden, damit die Galle und die Verdauungsenzyme noch ungehindert in den Darm gelangen können. Autoimmunerkrankungen des Darms wie Morbus Crohn bedürfen einer immunsuppressiven Behandlung mit Medikamenten.



Vorbeugung

Eine direkte Vorbeugung vor Fettstühlen gibt es nicht. Im Laufe des Lebens kann es immer mal zu Erkrankungen kommen, die mit Fettstühlen einhergehen. Allerdings kann das Risiko für das Auftreten bestimmter Erkrankungen durch eine gesunde Lebensweise verringert werden.

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