Spritzkanal

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 2. Dezember 2015
Gesundpedia.deAnatomie Spritzkanal

Der Spritzkanal (Ductus ejaculatorius) stellt einen paarig angelegten Kanal dar, welcher durch die Prostata zur Harnröhre verläuft. Er ist für den Transport des Ejakulats über diese Strecke verantwortlich. Ein Verschluss des Spritzkanals führt zur Zeugungsunfähigkeit des Mannes.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Der Spritzkanal stellt einen Teil des männlichen Genitaltraktes dar. Er besteht aus zwei Gängen, die innerhalb der Prostata bis zur Harnröhre verlaufen. Dabei beginnt der Ductus ejaculatorius am Ausgang der paarig angelegten Samenblase, dessen Ausführungsgang sich mit dem gleichseitigen Samenleiter vereinigt. Im Bereich des Samenhügels (Colliculus seminalis) münden die beiden Kanäle des Ductus ejaculatorius in die Harnblase.

Anatomie

Der in der Prostata befindliche paarig angelegte Spritzkanal entsteht durch die Vereinigung des Ausführungsorgans der gleichfalls paarig angelegten Samenblase mit dem Samenleiter. Der Ductus ejaculatorius ist ungefähr 2 Zentimeter lang. Er besitzt keine Tunica muscularis (Muskulatur), sondern ist ähnlich wie der Samenleiter nur mit Schleimhaut ausgekleidet. Dabei ist die Schleimhaut in zarte Längsfalten angeordnet, welche aus hochprismatischem und einschichtigem Epithel bestehen.

Das Lumen beträgt bis 2,3 Millimeter. Ein größeres Lumen ist pathologisch und würde für eine Erweiterung des Spritzkanals sprechen. An der Mündung zur Harnröhre befinden sich die Segelklappen, die so ausgerichtet sind, dass ein Zurückfließen des Urins in die Samenblasen nicht möglich ist. Dafür sorgt ein entsprechender Sphinktermechanismus. Dieser Mechanismus funktioniert durch das Zusammenspiel von glatter Muskulatur, elastischen Fasern und kleinen Venen.

Verschluss und Öffnung zur Harnröhre werden jeweils durch unterschiedliche Muskeln bewerkstelligt. So ist gewährleistet, dass der Sphinktermechanismus unter den Einfluss des Sympathikus zur Einleitung der Ejakulation erschlafft. Für den Verschluss des Mechanismus ist wiederum der Parasympathikus verantwortlich.

Der Ductus ejaculatorius ist eigentlich eine anatomische Besonderheit einiger Säugetiere, wozu auch der Mensch gehört. Es gibt jedoch Säugetiere, die überhaupt keinen Spritzkanal besitzen. Raubtieren fehlt beispielsweise die Samenblase, sodass es hier auch nicht zur Vereinigung von Samenleiter mit dem Ausführungsgang der Samenblase kommen kann.

Fnktion

Der Ductus ejaculatorius hat die Aufgabe, das Ejakulat ab dem Ausführungsgang der Samenblase zur Harnröhre zu transportieren und dort zur Ejakulation zu bringen. Am Übergang vom Spritzkanal zur Harnröhre sorgt ein Sphinktermechanismus für die Passage des Ejakulats während des Orgasmus. So muss der Sphinktermechanismus zum größten Teil verschlossen bleiben, weil die Ejakulation ja nur ein seltenes Ereignis ist.

Für den Verschluss sorgt der Parasympathikus. Der Parasympathikus kontrolliert die glatte Muskulatur und ist nur für unwillkürliche Bewegungen verantwortlich. Dabei unterliegt der für den Verschluss verantwortliche Musculus vesicoprostaticus der Kontrolle des Parasympathikus.

In den seltenen Zeiten erhöhter sexueller Aktivität übernimmt der Sympathikus die Steuerung über die Längsmuskelfasern der Urethra (Harnleiter) und öffnet damit den Ductus ejaculatorius. Dabei erschlafft der Sphinktermechanismus unter dem Einfluss des Sympathikus und es kommt zur Auslösung der Ejakulation.

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Erkrankungen des Spritzkanals

Ein Verschluss des Spritzkanals ist ein krankhafter Zustand, der angeboren oder erworben sein kann. Wenn beide Kanäle verschlossen sind, kommt es zur Zeugungsunfähigkeit des Mannes. Es besteht eine sogenannte Aspermie oder Azoospermie. Bei der Azoospermie wird ein Ejakulat ausgeworfen, welches aber keine Spermien enthält. Eine Aspermie bedeutet, dass es trotz Orgasmus überhaupt nicht zur Ejakulation kommt.

Der Verschluss des Ductus ejaculatorius ist zu 1 bis 5 Prozent verantwortlich für die Zeugungsunfähigkeit des Mannes. Ein angeborener Verschluss des Spritzkanals wird meist durch Zysten im Müllergang verursacht.

Auch bei Mukoviszidose kann es durch Fehlen der Chloridkanäle mit nachfolgender unzureichender Befeuchtung des Schleims zu einem Verschluss des Ductus ejaculatorius kommen. Ein erworbener Verschluss des Spritzkanals kann sich aus einer Entzündung der Prostata, einer Infektion mit Chlamydien oder einer Tuberkulose der Prostata entwickeln. Manchmal verstopfen auch Kalksteinchen den Ductus ejaculatorius.

Allerdings gibt es auch ungeklärte Fälle von Entzündungen des Spritzkanals, die in der Folge zu dessen Verschluss führen. Oft bleibt der Verschluss auch unbemerkt und wird nur zufällig bei der Untersuchung nach den Ursachen für eine ungewollte Kinderlosigkeit entdeckt. In einigen Fällen bereitet der verschlossene Ductus ejaculatorius auch chronische oder akute Beckenschmerzen, die besonders nach einem Orgasmus auftreten.

Wenn der Spritzkanal nur verengt aber nicht verschlossen ist, kommt es zur Verminderung des Ejakulatvolumens mit eingeschränkter Zeugungsfähigkeit. Auch in diesem Fall sind Beckenschmerzen möglich.

Als Behandlungsmethode bietet sich eine Resektion der Vorderseite der Ductus ejaculatorius an. Dabei werden bestimmte Gewebeteile entfernt, die zum Verschluss geführt haben. Allerdings ist die Operation mit Risiken verbunden. So kann der Sphinktermechanismus zerstört werden, was zu einem Rückfließen des Urins in die Samenblase führt und eine Verschlechterung der Samenqualität zur Folge haben kann.

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