Spondylarthritis

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. November 2016
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Diagnostiziert der Mediziner eine Spondylarthritis, leidet der Patient unter einer entzündlichen rheumatischen Erkrankung, welche hauptsächlich die Wirbelkörper und Gelenke betreffen. Männer sind häufiger von der Spondylarthritis betroffen; die Erkrankung äußert sich vorwiegend durch eine versteifte Wirbelsäule und Schmerzen. Eine vollständige Heilung ist bei dieser chronischen Erkrankung nicht möglich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Spondylarthritis?

Die Spondylarthritis ist eine entzündliche Erkrankung der Wirbelgelenke und zählt zu den rheumatischen Krankheiten. Jedoch können nicht nur die Wirbelgelenke befallen sein; mitunter ist es möglich, dass auch andere Gelenke von der Spondylarthritis betroffen sind.

Die Spondylarthritis macht sich vorwiegend durch starke Rückenschmerzen, ein Anschwellen von Zehen- oder Fingergelenken oder auch einer Gelenksteife sowie einer Rückenrundbildung bemerkbar.

Auf Grund der Tatsache, dass es verschiedene Arten der Spondylarthritis gibt, können die Symptome sowie der Krankheitsverlauf variieren. Rund 70 Prozent der Betroffenen sind männlich und zwischen 20 und 40 Jahre alt. Bei der Spondylarthritis handelt es sich um eine chronische Krankheit, welche nicht heilbar, jedoch gut behandelbar ist.

Ursachen

Bislang haben die Mediziner noch keine Ursache für das Auftreten der Erkrankung gefunden. Wissenschaftler vertreten jedoch die Ansicht, dass mitunter eine genetische Vorbelastung der Grund sein könnte, dass eine Spondylarthritis auftritt. Diverse Forschungen haben bereits gezeigt, dass rund 90 Prozent aller Patienten, welche von einer Spondylarthritis betroffen sind, eine Mutation bzw. eine Fehlbildung des HLA-B27-Gens tragen. Das HLA-B27-Gen findet sich beinahe in allen menschlichen Zellen und ist ein sogenannter Proteinkomplex.

Liegt eine Mutation in diesem Gen vor, können bestimmte Autoimmunerkrankungen auftreten. Dazu zählt auch die Spondylarthritis. Mitunter ist ebenfalls auffällig, dass die Spondylarthritis vorwiegend familiär auftritt. Aus diesem Grund gehen Wissenschaftler davon aus, dass Nachkommen von Patienten, welche bislang keine Symptome haben, sehr wohl im fortgeschrittenen Alter an der Spondylarthritis erkranken können.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Spondylarthritis:

Klassische Symptome sind Rücken- sowie Kreuzschmerzen. Der Patient klagt des Weiteren über eine Gelenksteife, die vorwiegend am Morgen nach dem Aufstehen auftritt. In vielen Fällen leiden die Betroffenen unter Fersenschmerzen. Auf Grund der Tatsache, dass die Wirbelsäule steif wird, bildet sich - im weiteren Krankheitsverlauf - der Rundrücken. Erfolgt keine Behandlung der Spondylarthritis, treten im weiteren Krankheitsverlauf immer stärkere Schmerzen auf.

Mitunter führen diese Schmerzen auch zu Bewegungseinschränkungen, sodass der Patient in seiner Mobilität beeinträchtigt wird. Somit erleidet der Betroffene nicht nur eine Arbeitsunfähigkeit, sondern muss auch mit einer Abnahme seiner Lebensqualität rechnen. Auf Grund dieser Tatsachen belastet die Spondylarthritis auch die Psyche des Betroffenen. Bei rechtzeitiger Behandlung können jedoch gute Fortschritte erzielt werden. Eine Heilung ist jedoch nicht möglich.

Diagnose

Der Mediziner kann die Spondylarthritis auf unterschiedliche Art und Weise feststellen. Befindet sich die Krankheit noch in einem frühen Stadium, können Röntgenuntersuchungen keinen Befund darstellen. Ist die Spondylarthritis bereits fortgeschritten, erkennt der Mediziner jedoch knöcherne Auswüchse, welche vor allem an den betroffenen Gelenken gut sichtbar werden.

Klopft der Mediziner die Wirbelsäule des Patienten ab, klagt dieser über Schmerzen. Damit eine sichere Diagnose gestellt werden kann, müssen jedoch verschiedene Kriterien erfüllt werden. Dazu zählen etwa anhaltende Rückenschmerzen, die einen Zeitraum von mehr als drei Monate erfüllen, eine reduzierte Atembreite sowie auch eine deutliche Bewegungseinschränkung in der Region der Lendenwirbelsäule.

Behandlung und Therapie

Nachdem der behandelnde Arzt eine Spondylarthritis diagnostiziert hat, stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Da keine Heilung der Krankheit gegeben ist, konzentriert sich die Behandlung vorwiegend auf die Reduzierung der Schmerzen. Dabei werden verschiedene Schmerzmittel, Antirheumatika oder auch sogenannte Muskelrelaxantien (jene Medikamente sollen dabei helfen, dass sich der Muskel entspannen kann).

Mitunter können Elektrotherapien oder auch Kälteanwendungen dazu beitragen, dass der Patient gelinderte oder gar keine Schmerzen verspürt. Neben all jenen Faktoren ist es wichtig, dass auch eine krankengymnastische Behandlung durchgeführt wird. Jene soll die Beweglichkeit aufrechterhalten, sodass auch die Arbeitsfähigkeit des Patienten gewährleistet bleibt. Vor allem ist das Aufrechterhalten der Mobilität auch dahingehend wichtig, dass keine Einschränkungen im sozialen Leben auftreten, welche in weiterer Folge die Psyche des Betroffenen belasten.

Die physiotherapeutischen und medikamentösen Therapien müssen durchgehend erfolgen; nur so ist es möglich, dass ein Fortschreiten der Spondylarthritis gestoppt bzw. deutlich verlangsamt wird. Liegen bereits Verhärtungen oder permanente Schwellungen vor bzw. ist der Verschleiß der Gelenke bereits fortgeschritten, wird oftmals ein operativer Eingriff durchgeführt. Bei jenem Verfahren versucht der Mediziner das angegriffene Gelenk zu entfernen und einen künstlichen Gelenkersatz stattdessen zu verwenden.



Vorbeugung

Auf Grund der Tatsache, dass die Spondylarthritis eine chronische Krankheit darstellt, welche des Weiteren ihre Ursache in der Genetik hat, kann der Mensch diese Erkrankung nicht vorbeugen. Liegen bereits Fälle von einer Spondylarthritis in der Familie vor, ist es jedoch ratsam, dass regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden.

Auch dann, wenn noch keine Symptome oder Anzeichen aufgetreten sind. Je früher nämlich der Mediziner die Spondylarthritis diagnostiziert wird, umso höher stehen die Chancen, dass der Krankheitsverlauf verlangsamt wird.

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