Sonnenhut

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. September 2016
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Der Sonnenhut (Echinacea) ist eine Pflanze aus der Familie der Korbblütler. Echinacea ist bekannt für seine immunstimulierende Wirkung.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Der Sonnenhut ist eine ausdauernde Pflanze mit krautigem Wuchs, die Wuchshöhen zwischen 50 und 120 Zentimetern erreicht. Alle Echinacea-Arten mit Ausnahme der Echinacea purpurea (Purpur-Sonnenhut) bilden Pfahlwurzeln aus. Echinacea purpurea hat Faserwurzeln. Die vegetativen Pflanzenteile des Sonnenhuts sind von ausgebreiteten und aufsteigenden Haaren bedeckt. Einige Pflanzenteile sind aber auch kahl. Die aufrecht stehenden Stängel sind bräunlich oder grünlich gefärbt.

Der Sonnenhut hilft u.a. bei Entzündungen, beschleunigt die Wundheilung und stärkt das Immunsystem.

Am Stängel sitzen wechselständig Laubblätter, die in Blattspreite und Blattstiel gegliedert sind. Der Blattstiel wird bis zu 25 Zentimeter lang. Auch die Blattspreite kann bis zu 30 Zentimeter lang werden. Die Spreite ist eiförmig bis schmal-lanzettlich geformt und verfügt über eine herzförmige Basis. Auf dem Blatt sind drei oder fünf Blattnerven sichtbar. Der Blattrand kann glatt oder gezähnt sein. Die Blütezeit reicht von Mai bis Oktober. Zur Blütezeit steht ein einzelner, recht großer körbchenförmiger Blütenstand auf einem bis zu 25 Zentimeter langen Blütenstandsschaft. Die Blütenblätter unterscheiden sich je nach Sorte in ihrer Farbe. Die Blüten des Purpur-Sonnenhuts sind rosa- bis purpurfarben.

Vorkommen und Anbau

Der Sonnenhut ist vor allem in den USA verbreitet. Die Pflanze kommt in Indiana, Missouri, Wisconsin, Alabama, North Carolina, Texas, Kentucky, Louisiana, Mississippi, Tennessee und Kansas vor. Auch in der kanadischen Provinz Ontario wächst sie wild. In Europa hat sich insbesondere der Purpur-Sonnenhut durch den menschlichen Einfluss verbreitet. Der Sonnenhut bevorzugt felsige Wuchsorte in offenen Wäldern, Prärien und Dickichten. Die Pflanze sucht die Nähe von Wasser und wächst auch in Höhenlagen über 400 Metern.

Anwendung und Wirkung

Echinacea wird sowohl als Zier- als auch als Heilpflanze genutzt. Arzneilich werden die Wurzel und das Kraut des Sonnenhuts genutzt. Hauptwirkstoffe des Sonnehuts sind Alkamide. Alkamide können sich an sogenannte CB2-Rezeptoren binden. CB2-Rezeptoren sind vor allem in Entzündungszellen und in immunkompetenten Zellen vorhanden. Durch die Bindung an diese Rezeptoren können die Alkamide des Sonnenhuts sowohl immunmodulierend als auch entzündungshemmend wirken.

Ferner sind in der Wurzel Polyacetylene, Cichoriensäure, Polysaccharide und Glykoproteine enthalten. Insbesondere die Glykoproteine und die Polysaccharide stärken das Immunsystem. Im Kraut sind vor allem die Flavonoide wichtig. Wichtigstes Flavonoid ist die Cichoriensäure. Das Kraut enthält aber genau wie die Wurzel auch Alkamide und Polysaccharide. Es zeigt ebenso eine entzündungshemmende Wirkung.

Das Immunsystem wird durch den Sonnenhut angeregt und die Wundheilung der Haut gefördert. An diesen Reaktionen sind sowohl die Alkamide als auch die Polysaccharide beteiligt. Bei innerlicher Einnahme wirkt das Kraut des Sonnenhuts anregend auf das Immunsystem. Es beschleunigt die Bekämpfung von Krankheitserregern und kann Fieber erzeugen. Äußerlich angewendet wirkt es entzündungshemmend, wundheilungsfördernd und gewebewiederherstellend. Seine Wirkung entfaltet der Sonnenhut sowohl gegen Bakterien als auch gegen Viren. Die Wurzel des Sonnenhuts zeigt ebenfalls eine entzündungshemmende Wirkung. Ferner hat die Wurzel bakteriostatische und virostatische Eigenschaften.

Wogegen hilft Sonnenhut?

Bedeutung für die Gesundheit

Der Sonnenhut gehört zu den Heilpflanzen, die am besten erforscht sind. Zwar gibt es keine offizielle Empfehlung zur Anwendung von der Kommission E, der europäische Arbeitskreis für pflanzliche Arzneimittel (ESCOP) empfiehlt die Anwendung von Echinacea purpurea zur Behandlung von wiederkehrenden Infekten der oberen Atemwege und der ableitenden Harnwege. Zudem wurde der Sonnenhut von dem Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) als traditionelles Arzneimittel eingestuft.

Der Sonnenhut ist Bestandteil vieler Arzneimittelzubereitungen. Er ist in Form von Tinkturen, Presssäften, Kapseln, Tabletten oder Pulvern erhältlich. Es gibt auch homöopathische und spagyrische Aufarbeitungen des Sonnenhuts. Das getrocknete Kraut kann als Tee zubereitet werden. Für eine Tasse Tee werden 2 Esslöffel Kraut benötigt. Auch mit der Wurzel lässt sich ein Tee zubereiten.

Das Kraut des Sonnenhuts wird bevorzugt zur Behandlung von Erkältungen und Harnwegsinfektionen eingesetzt. Die Polysaccharide, Alkamine und die Cichoriensäure aktivieren die sogenannten Fresszellen (Makrophagen) im Körper. Sie vernichten die Bakterien im Rahmen der Phagozytose. Zeitgleich kommt es zu einer vermehrten Produktion von T-Helferzellen. Diese stimulieren ebenfalls das Immunsystem und unterstützen die Makrophagen bei ihrer Arbeit. Durch die Anregung des Immunsystems werden die Erreger schneller vernichtet und der Mensch wird schneller gesund.

Ein ähnlicher Mechanismus setzt bei schlecht heilenden Wunden ein. Hier wird der Sonnenhut äußerlich genutzt. Krankheitserreger auf der Haut werden durch die Makrophagen unschädlich gemacht. Ferner werden sogenannte Zytokine freigesetzt. Diese initiieren das Wachstum der Haut und die Differenzierung der Zellen. Sie aktivieren Bindegewebszellen, die neues Gewebe bilden und so den Heilungsprozess in Gang setzen. Zusätzlich hemmen die Wirkstoffe das entzündungsauslösende Enzym Hyaluronidase.

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