Soja-Allergie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 19. November 2017
Gesundpedia.deKrankheitenSoja-Allergie

Die Sojabohne hat sich innerhalb der letzten Jahrzehnte zu einem nicht mehr hinweg zu denkenem Bestandteil der alltäglichen Ernährung auch in den westlichen Industrieländern entwickelt. Insbesondere mit der steigenden Anzahl an Vegetariern stieg auch der Sojakonsum immer stärker an. Hintergrund ist, dass die Sojabohne sehr eiweißhaltig und daher als Ersatz für tierisches Protein sehr beliebt ist. Hinzukommt, dass die Sojabohne sehr flexibel einsetzbar und zugleich preiswert zu produzieren ist. Daher findet sich Soja mittlerweile auf den Zutatenlisten unzähliger Lebensmittel und somit gibt es auch eine Soja-Allergie.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Soja-Allergie?

Die Sojabohne gehört zur Familie der Hülsenfrüchte. Von einer Soja-Allergie spricht man, wenn es nach dem Verzehr von Soja- oder sojahaltigen Produkten zu typischen allergischen Symptomen kommt. Eine Soja-Allergie tritt häufig als sogenannte Kreuzallergie auf. Dann kann es auch zu allergischen Reaktionen beim Verzehr anderer Hülsenfrüchte, wie Erbsen oder Erdnüssen kommen. Hinsichtlich der Ursachen der Soja-Allergie ist zu differenzieren.

Produkte aus der Sojabohne sollten bei einer Soja-Allergie vermieden werden.

Ursachen

  Es gibt prinzipiell zwei Wege, auf denen eine Soja-Allergie entstehen kann. Insofern wird zwischen einer primären und einer sekundären Soja-Allergie unterschieden. Bei der primären Soja-Allergie ist es Soja selbst, das die allergische Reaktion bewirkt. Die sekundäre Soja-Allergie ist demgegenüber eine pollenassoziierte Allergie. Betroffene reagieren bei dieser Form zunächst allergisch auf die Pollen der Haselnuss, der Birke oder der Erle. Diesen Pollen ist es gemein, dass ein enthaltenes Protein einem auch in Soja enthaltenen Protein ähnelt. Die körpereigenen Immunabwehrzellen eines entsprechenden Pollenallergikers reagieren in der Folge mitunter auch auf Soja empfindlich, sodass es auch bei Kontakt mit Soja zu denselben Symptomen kommt wie bei den bekannten Allergenen.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Soja-Allergie:

Die Symptome einer Soja-Allergie können vielfältig sein. So kann es innerhalb verschiedener Organsysteme zu Reaktionen kommen. Bei den meisten Betroffenen kommt es jedoch innerhalb weniger Minuten bis hin zu einigen Stunden zu einem oralen Allergiesyndrom. Das bedeutet, dass die Lippen, die Zunge sowie die gesamte Mundschleimhaut entweder kribbeln oder sich ein Gefühl der Taubheit ausbreitet. Oft kommt es auch zu einem Anschwellen der Schleimhaut im Mund- und Rachenebereich. Hierdurch kann es zum anaphylaktischen Schock, Atemnot und schließlich zum Kreislaufstillstand kommen.

Auch auf der Haut zeigt sich die allergische Reaktion in vielen Fällen deutlich. Die Symptome reichen hier von Juckreiz und Rötungen bis hin zur großflächigen Nesselsucht. Wer ohnehin zu Neurodermitis neigt, kann die Problematik noch weiter verstärken, wenn er allergisch auf Sojaprodukte reagiert und dies nicht erkannt wird. Neben dem Mundbereich und der Haut, macht sich eine Soja-Allergie häufig mit Symptomen im Bereich des Magen- und Darmtrakts bemerkbar. Insofern kommt es oftmals zu Bauchschmerzen bis hin zu Durchfall und Erbrechen. Nicht ausgeschlossen ist auch eine Beteiligung der Atemwege in Form eines allergischen Schnupfens bis hin zu asthmatischen Beschwerden.

Diagnose

Eine primäre Soja-Allergie lässt sich relativ einfach und sicher diagnostizieren mittels eines sogenannten Pricktests. Dabei werden einzelne Punkte meistens auf der Innenseite des Unterarms mittels einer Zahl markiert, die für das jeweils zu testende Allergen steht. Die Allergene werden dann jeweils in Form einer Lösung auf die für sie markierte Stelle gegeben. Mittels einer Lanzette wird durch die Flüssigkeit hindurch die Hautoberfläche ganz leicht angeritzt, ohne dass dabei Blut austritt. Hierdurch gelangen die Allergene in die Haut. Bei Vorliegen einer Allergie bildet sich im kleine Rahmen eine allergische Reaktion ab.

Eine weitere Möglichkeit ist der Nachweis einer Soja-Allergie im Rahmen einer Blutuntersuchung durch den Nachweis spezifischer IgE-Antikörper, die der Körper bereits gegen das Allergen gebildet hat. Schwieriger ist der Nachweis einer sekundären Soja-Allergie. Steht eine Allergie gegen ein verwandtes Allergen wie Erle, Haselnuss oder Birke fest, so können nach Einhalten einer speziellen Ausschlussdiät und anschließender Provokation mit dem Allergen Soja Rückschlüsse auf das Vorliegen einer sekundären Soja-Allergie gezogen werden. Hier ist allerdings sehr viel Geduld erforderlich und ein sensibler Umgang mit dem eigenen Körper.

Behandlung und Therapie

Ursachen eines allergisches Schocks und Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Die Therapie der Soja-Allergie besteht in erster Linie in einem Vermeiden des Allergens, also in einem Meiden sämtlicher sojahaltiger Speisen. Dies erfordert einige Mühe und ein aufmerksames Einkaufen, da Soja in Form von beispielsweise Sojalecithin oder Sojamehl in sehr vielen alltäglichen Produkten enthalten ist.

Viele Lebensmittel müssen dann vom Speiseplan gestrichen werden. Hierzu gehören Sojabohnen, Sojamehl, Sojakeimlinge, Sojasauce wie Shoyu oder Tamari sowie alle Sojaprodukte, die ursprünglich Menschen mit Lactoseintoleranz als Ersatz für Milchprodukte dienen sollten.

Dies sind vor allen Dingen Sojajoghurt, Sojasahne, Sojamilch und Sojaeis. Soja findet sich mittlerweile in Form von Lecithin in fast jeder Schokolade. Zu vermeiden sind ferner Produkte, die die Zusatzstoffe E 322 und E 426 enthalten, da sich hinter diesen sogenannten E-Nummern Soja verbirgt. Eine Ausnahme stellen insoweit die fälschlicherweise also solche bezeichneten Sojasprossen dar. Hierbei handelt es sich nämlich tatsächlich um Keimlinge der Mungbohne und gerade nicht um ein Produkt aus Soja. Ein diszipliniertes Vermeiden der Aufnahme von Soja in jeder Form kann allerdings schnelle und gute Erfolge bringen.



Vorbeugung

Eine Vorbeugung gegen Allergien muss in jedem Fall bereits im Kindes- beziehungsweise Säuglingsalter ansetzen. In dieser Zeit bildet sich das Immunsystem des Menschen und damit auch die Immunabwehr aus. Als positiv hat sich im Zusammenhang mit der Vermeidung von Allergien ein möglichst langes Stillen des Kindes erwiesen. Aber auch wenn das Kind in ein Alter kommt, in dem es auch feste Nahrungsmittel zu sich nimmt, ist es eher von Vorteil, dem Kind nichts zu nehmen, indem man potentiell besonders risikoreiche Lebensmittel vom Speiseplan streicht.

Wichtig ist zudem, sich immer vor Augen zu halten, dass grundsätzlich jedes Kind eine oder mehrere Allergien entwickeln kann, auch wenn es erblich nicht vorbelastet zu sein scheint, weil etwa Mutter oder Vater unter einer Allergie leidet. Das Immunsystem wird letztlich am meisten gefördert, indem es gefordert wird. Unnötige Vorsichtsmaßnahmen sind daher insgesamt eher kontraproduktiv.

Bücher über Allergie

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Suttorp, N. et al.: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2003
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Soja-Allergie?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?