Sodbrennen in der Schwangerschaft

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. Januar 2017
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Sodbrennen in der Schwangerschaft ist keine ungewöhnliche Erscheinung, die dadurch entsteht, dass das größer werdende Kind gegen den Magen der Mutter drückt. Nicht alle Frauen sind von Sodbrennen in der Schwangerschaft überhaupt betroffen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Sodbrennen in der Schwangerschaft?

Sodbrennen tritt meistens eher im letzten Abschnitt der Schwangerschaft in Erscheinung. Es ist nicht ungewöhnlich oder gar schädlich, für die betroffene Frau ist es aber natürlich trotzdem unangenehm. Die Ursache von Sodbrennen in der Schwangerschaft liegt darin begründet, dass das größer werdende Kind von unten gegen den Magen der Mutter drücken kann, wodurch sie weniger essen kann als normalerweise.

Der Schließmuskel des Magens verhindert zuverlässig, dass der Mageninhalt zurück in die Speiseröhre kann, doch durch Einflüsse wie ein von unten drückendes Baby kann die Belastung für den Schließmuskel zu groß werden. Sodbrennen in der Schwangerschaft lässt sich in der Regel gut behandeln und die dafür erforderlichen Medikamente schaden auch dem ungeborenen Kind nicht. Dennoch sollte sich eine Frau mit Sodbrennen in der Schwangerschaft vorher an ihren betreuenden Gynäkologen wenden, damit dieser abklären kann, ob sie ansonsten gesund ist. Weiterhin kann es helfen, eher kleine Portionen zu konsumieren und darauf zu achten, keine sehr fettigen Speisen zu essen.

Ursachen

Ab dem zweiten und eher noch im dritten Trimester kann bei manchen Frauen Sodbrennen in der Schwangerschaft auftreten. Selten ist es schon ab dem ersten Trimester der Fall. Das Kind wird jetzt immer größer und wächst zuerst in die Länge, dann nimmt es an Gewicht zu. Der Bauch der Mutter wird immer größer, vor allem in der Phase der Gewichtszunahme zur Erreichung eines gesunden Geburtsgewichts. Dadurch muss der Körper der Frau gewissermaßen "Platz machen". Die Bauchmuskeln verschieben sich nach oben und die Frau merkt an ganz alltäglichen Bewegungen, dass diese nicht mehr ganz so leicht wie früher funktionieren wollen.

Auch die Organe des Verdauungstraktes verschieben sich, um dem Baby Platz fürs Wachstum zu machen. Der Magen bleibt dabei meistens dort, wo er ist, allerdings ist das Baby sehr nah an ihm gelegen und kann von unten gegen ihn drücken. Wenn das passiert, verringert sich das Volumen des Magens und der Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre wird gleichzeitig mehr belastet als sonst. Bei manchen Frauen hält er der Mehrbelastung schlecht stand und es kommt zu Sodbrennen in der Schwangerschaft.

Diagnose und Verlauf

Frauen, die schon vor der Schwangerschaft unter Sodbrennen gelitten haben, werden die Symptome als solche erkennen und wissen, worum es sich handelt. Tritt Sodbrennen in der Schwangerschaft dagegen das erste Mal auf, kann das für die Frau verunsichernd sein und sie wendet sich meistens von ganz alleine an den Arzt. Die Symptome sind nicht anders als außerhalb der Schwangerschaft - es kommt zu einem brennenden, schmerzhaften Gefühl in der Brust, Bauchschmerzen und sogar Übelkeit können hinzukommen.

In schlimmen Fällen muss sich die Frau übergeben. Das Sodbrennen in der Schwangerschaft kann nicht komplett beseitigt werden und wird bis zum Ende der Schwangerschaft anhalten. Sobald das Baby auf der Welt ist, drückt allerdings kein Kind mehr gegen den Magen der Mutter und das Sodbrennen hört sofort mit der Geburt auf. Selten setzt es sich noch für einige Tagen oder Wochen fort, was meistens dann der Fall ist, wenn die Frau schweres Sodbrennen hatte - dann kann es sein, dass der Schließmuskel des Magens sich davon erst wieder erholen muss.

Behandlung und Therapie

Leider lässt sich Sodbrennen in der Schwangerschaft nicht vollständig ausschalten. Während bei einem nicht schwangeren Patienten die Möglichkeit besteht, durch operative Eingriffe dauerhaft Linderung zu erhalten, gibt es diese Option bei der schwangeren Frau nicht. Ihr Sodbrennen ist nur vorübergehend und ein Eingriff daher unnötig. Allerdings gibt es Möglichkeiten, Sodbrennen in der Schwangerschaft so zu behandeln, dass weder Mutter noch Kind Schaden nehmen. Tritt es auf, nimmt die Frau Medikamente entweder in Form einer Kautablette oder eines Gels ein.

Nach Abklärung des Sodbrennens mit dem Frauenarzt wird dieser ihr verschiedene Mittel empfehlen, die sie ohne Sorgen um ihr Baby einnehmen kann. Sie kann verschiedene Medikamente ausprobieren, bis sie eine Form findet, die bei ihr am effektivsten hilft. Möchte die Frau keine Medikamente gegen das Sodbrennen in der Schwangerschaft einnehmen, kann sie stattdessen versuchen, bei Auftreten von Sodbrennen ein Glas Milch zu trinken oder eine Scheibe Weißbrot zu essen.

Beim Schlafen sollte sie versuchen, eher auf der linken Seite zu schlafen. Dadurch kommt es nachts eher weniger zu Sodbrennen, da der Schließmuskel des Magens eher rechtsseitig sitzt. Damit es seltener zu Sodbrennen kommt, kann es helfen, häufiger kleinere Portionen anstelle von größeren Mahlzeiten zu essen. Außerdem sollte auf sehr fettiges, gebratenes und auf scharfes Essen verzichtet werden, denn dieses führt eher zum Auftreten von Sodbrennen.



Vorbeugung

Sodbrennen in der Schwangerschaft ist normal und leider schwer zu vermeiden. Wenn die Frau allerdings weiß, dass sie darunter leiden könnte, sollte sie versuchen, dem Auftreten von Sodbrennen vorzubeugen. Dazu kann sie beispielsweise versuchen, häufiger kleine Mahlzeiten zu essen, denn dann befindet sich weniger im Magen und das Baby kann dagegen stoßen, ohne dass der Schließmuskel des Magens an seine Belastungsgrenzen gerät.

Fettiges Essen, Fertiggerichte, Gebratenes und Scharfes sollte die Frau eher meiden, denn dadurch kommt es eher zu Sodbrennen und es wird beim Auftreten von Sodbrennen schnell unnötig schmerzhaft. Viele Frauen bemerken mit der Zeit, dass bestimmte Haltungen, Sitz- und Liegepositionen ihr Sodbrennen verschlimmern oder verbessern. Bei ihnen liegt es schließlich nicht an einer grundsätzlich vorhandenen Schwäche des Schließmuskels, sondern nur daran, dass ihr Baby in verschiedenen Positionen mal mehr und mal weniger auf den Magen drückt.

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