Sinusvenenthrombose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. November 2016
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Die Sinusvenenthrombose - die auch unter dem Namen Sinusthrombose bekannt ist - ist ein sogenannter thrombotischer Verschluss eines Hirnsinus. Vorwiegend sind Frauen betroffen; Männer erkranken im Regelfall gar nicht an einer Sinusvenenthrombose. Bei Nichtbehandlung einer Sinusvenenthrombose, kann der Ausgang der Krankheit mitunter tödliche Folgen haben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Sinusvenenthrombose?

Bei einer Sinusvenenthrombose sammeln sich Blutgerinnsel in den Gehirnvenen. Die Sinusvenenthrombose resultiert aber nicht immer aus dem Verschluss einer der großen Sammelvenen. Schlussendlich sind die Venen im Gehirn äußerst flexibel, sodass eine Sinusvenenthrombose nur selten auftritt. Die Sinusvenenthrombose führt aber in vielen Fällen zu einer Art Blutandrang. Tritt die venöse Kongestion ein, sammelt sich das Blut im Gehirnbereich. Wird das Blutvolumen nicht reguliert, erleidet der Patient in weiterer Folge einen Schlaganfall.

Ursachen

Die Gründe für eine Sinusvenenthrombose sind vielfältig. Vorwiegend sind infektiöse Ursachen für eine derartige Sinusvenenthrombose verantwortlich. Die Thrombose wird im Regelfall durch Staphylokokken begünstigt. Auf Grund der Tatsache, dass im Gesichtsbereich eine Infektion auftritt, kann das Bakterium in weiterer Folge das Gift ausbreiten.

In vielen Fällen kann die Sinusvenenthrombose aber auch eine Spätfolge einer Sinusitis sein. Die Sinusitis ist eine klassische Entzündung der Nasennebenhöhlen. Laut Medizinern ist die Sinusitis der Hauptauslöser für eine Sinusvenenthrombose. Es müssen aber nicht immer infektiöse Ursachen der Grund sein, warum der Patient unter einer Sinusvenenthrombose leidet. Durchaus können auch generalisierte Ursachen für die Thrombose verantwortlich sein. So kann der thrombotische Verschluss durch eine Masernerkrankung begünstigt werden.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Sinusvenenthrombose:

Der Betroffene klagt in erster Linie über starke und lang andauernde Kopfschmerzen. Des Weiteren können auch Nackenschmerzen sowie Krampanfälle oder auch epileptische Anfälle auftreten. Weitere Symptome einer Sinusvenenthrombose sind Lähmungserscheinungen, Störungen des Bewusstseins sowie Beeinträchtigungen der Sehfähigkeit.

In vielen Fällen klagt der Patient auch über hohes Fieber. Ein weiteres Symptom ist ein Druckschmerz, der vorwiegend im Bereich der Nasenaugenwinkel lokalisiert wird. Wird die Sinusvenenthrombose nicht behandelt, tritt in weiterer Folge ein Schlaganfall auf. Jener kann tödlich verlaufen.

Diagnose

Obwohl die Medizin große Fortschritte auf dem Gebiet der Sinusvenenthrombose gesammelt hat, ist der thrombotische Verschluss nur sehr schwer zu diagnostizieren. Dies deshalb, da die Symptome des Patienten vorwiegend auf andere Krankheiten schließen lassen, sodass es immer wieder vorkommt, dass der behandelnde Arzt eine falsche Diagnose stellt. Vor allem dann, wenn im Vorfeld keine Entzündung der Nasennebenhöhlen vorlag. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass der D-Dimer-Spiegel im Blut überprüft wird. Dieser Wert kann den Verdacht einer Sinusvenenthrombose erhärten. Da aber keine 100%-ige Diagnose - im Rahmen der Überprüfung des D-Dimer-Spiegels - erfolgen kann, kommen sogenannte bildgebende Verfahren zur Anwendung.

Der Mediziner kann im Rahmen einer Kernspintomographie sowie einer Computertomographie etwaige Infarktzonen oder Blutungen nachweisen, die auf eine Sinusvenenthrombose schließen lassen. In vielen Fällen verordnet der Mediziner ein Kontrastmittel, damit verschiedene Bereiche besser dargestellt werden können. Eine Alternative zu den bildgebenden Verfahren ist die Labordiagnostik.

Dabei wird seit geraumer Zeit das C-reaktive Protein überprüft. Auf Grund der Tatsache, dass das C-reaktive Protein ein spezielles Plasmaprotein ist, das in der Leber gebildet wird, kann der eingeholte Wert einen Aufschluss darüber geben, ob eine Sinusvenenthrombose vorliegt. Viele Mediziner überprüfen - ebenfalls im Rahmen der Labordiagnostik - die Blutsenkungsgeschwindigkeit des Patienten. Auch diese kann einen Aufschluss darüber geben, ob eine Sinusvenenthrombose vorliegt.

Behandlung und Therapie

Diagnostiziert der Mediziner eine Sinusvenenthrombose, muss eine sofortige Therapie begonnen werden. Dies deshalb, damit etwaige Spätfolgen oder Komplikationen verhindert werden können. Die Therapie wird vorwiegend mit Heparin gestaltet. Auf Grund der intravenösen Gabe des Heparins können die unterschiedlichen Gerinnungsfaktoren, die im Blut vorhanden sind, unterbunden werden.

Die venöse Gabe von Heparin hält so lange an, bis sich die Thromboplastinzeit verdoppelt hat. Die Thromboplastinzeit ist ein Laborwert, der sehr wohl einen Aufschluss über die sogenannte Blutgerinnung gibt. Entspricht die Blutgerinnung den Anforderungen, kann die venöse Gabe beendet und auf orale Gerinnungshemmer zurückgegriffen werden. Der Zeitraum der Medikation beträgt im Regelfall sechs Monate; mitunter kann die orale Vergabe auch verlängert werden.

Auf Grund der Tatsache, dass eine Sinusvenenthrombose auch epileptische Anfälle auslöst, muss - neben den Gerinnungshemmern - eine weitere Medikation erfolgen, die gezielt gegen die Krampfanfälle vorgeht. Der Mediziner verordnet im Regelfall Phenytoin; dieser Wirkstoff soll die epileptischen Anfälle deutlich reduzieren. Auch wenn das Hauptaugenmerk der Behandlung der Sinusvenenthrombose gilt, so muss nicht nur der thrombotische Verschluss, sondern auch die Ursache behandelt werden. Liegt die Sinusvenenthrombose einer Infektion zugrunde, wird beispielsweise ein Antibiotikum verabreicht.

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Vorbeugung

In etwa 80 bis 85 Prozent aller aufgetretenen Fälle ist eine 100%-ige Genesung des Erkrankten möglich. Eine Vorbeugung der Sinusvenenthrombose ist aber nicht möglich. Liegen etwaige Symptome vor, die den Rückschluss bilden, dass eine Sinusvenenthrombose vorliegen kann, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden. Nur so können etwaige Spätfolgen bzw. gesundheitliche Beeinträchtigungen und Komplikationen verhindert werden.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Gabriele kommentierte am 19.12.2015 um 01:44 Uhr

Nach einem 6 tägigen Kortisonstoss wegen BSV, C5/6 bekam ich (57) extreme Nackenschmerzen, Glitzerstreifen vor den Augen, Augendruck, eine Art Zuckungen im Gehirn und dann linksseitig eine Taubheit im Gesicht, einschließlich Zunge, der linke Arm war auch betroffen. Mein Neurologe konnte nichts finden, ich bin dann nach der 2. Attacke halbseitiger Taubheit mit meinem Mann in die Klinik gefahren. Ich kam auf die Stroke Unite, im CT wurde nichts gefunden, erst 4 Tage später im MRT. Die Kopf- und Nackenschmerzen sind immer weniger geworden, auch der Augendruck. Etwa 5x im Jahr habe ich noch die Glitzerstreifen vor den Augen. Marcumar nahm ich 6 Monate, es ist jetzt genau 3 Jahre her. Die Sinusthrombose hat mir große Angst gemacht.