Sindbis-Fieber

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. November 2016
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Das sogenannte Sindbis-Fieber, das vorwiegend in afrikanischen Ländern auftritt, wird durch das Sindbis-Virus ausgelöst. Überträger ist eine Stechmücke, die für die Infektion verantwortlich ist. Als Wirte des Virus dienen Vögel.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Sindbis-Fieber?

Das Sindbis-Fieber ist eine klassische Viruserkrankung. Die Symptome erinnern vorwiegend an eine Grippe. Charakteristisch für das Sindbis-Fieber sind Gelenkentzündungen und Hautausschläge. In wenigen Fällen löst das Sindbis-Fieber auch eine Enzephalitis (Gehirnhautentzündung) aus. Interessant ist jedoch die Tatsache, dass bei vielen Betroffenen das Sindbis-Fieber ohne Auffälligkeiten verläuft.

Auch wenn das Virus als klassische afrikanische Krankheit bezeichnet wird, tritt das Sindbis-Fieber auch in skandinavischen Ländern, Australien und sowie in Asien auf. In Deutschland wurde der erste Fall von Sindbis-Fieber im Jahr 2009 dokumentiert. Auf Grund der Tatsache, dass das Sindbis-Fieber Gelenksentzündungen hervorruft, bezeichnen viele Ärzte die Erkrankung auch als "epidemische Polyarthritis".

Der Mediziner unterteilt das Virus in sechs Ausprägungen, welche jedoch ähnlich verlaufen und kaum Unterschiede aufweisen. Das Pogosta-, Karelisches- sowie Ockelbo-Fieber sind Unterarten des Sindbis-Fiebers. 1982 wurde (in Schweden) ein Fall des Ockelbo-Fiebers dokumentiert; auch in Weißrussland und Finnland wurden bereits einige Krankheitsfälle von offizieller Seite bestätigt.

Ursachen

Das Virus, das in Wirtsvögeln lebt, wird durch Mücken der Gattung Culex übertragen. Dabei handelt es sich um nachtaktive Mücken, von denen alleine im mittleren Europa 16 Arten existieren. Die Gattung der Culex wird umgangssprachlich auch als "Gemeine Stechmücke" bezeichnet. Das Sindbis-Fieber kann nicht durch den Menschen übertragen werden. Während die Mücke das Virus überträgt, dienen Vögel als Wirte, in denen das Virus „lebt“.

Jedoch sind es nicht die (Zug)Vögel, welche das Virus nach Europa gebracht haben; vielmehr handelt es sich um Reise, die in den afrikanischen Ländern von der "Gemeinen Stechmücke" gestochen wurden. Namensgeber des Virus ist das Dorf Sindbis. In jenem Dorf wurde das Virus das erste Mal im Jahr 1952 entdeckt.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des Sindbis-Fiebers:

Klassische Symptome und Anzeichen sind Fieber, Müdigkeit, ein plötzlich auftretender Hautausschlag sowie Kopfschmerzen und ein "Unwohlsein". In weiterer Folge treten Gelenkschmerzen auf; viele Patienten klagen über Bindehautentzündungen und sind in weiterer Folge auch lichtempfindlich. Zwischen der Infizierung und dem tatsächlichen Ausbruch bzw. dem Auftreten der ersten Symptome, können mitunter drei bis elf Tage vergehen. Jene Zeit wird als sogenannte Inkubationszeit beschrieben, in welcher das Virus bereits im Körper ist, jedoch noch nicht ausbrechen konnte.

Zu Beginn der Krankheit klagt der Patient über Kopfschmerzen. Danach treten Gelenkbeschwerden auf; vorwiegend handelt es sich um Beschwerden der Hand-, Fuß- sowie Fingergelenke. Der Patient fühlt sich unwohl, ist abgeschlagen und klagt über ständige Müdigkeit. Im weiteren Krankheitsverlauf treten Hautrötungen auf, denen Bläschen auf der Haut folgen. Zu Beginn des Sindbis-Fiebers treten die Hautveränderungen am Rumpf auf.

Danach bemerkt der Patient erste Hautveränderungen an den Oberschenkeln. Im weiteren Verlauf können auch die Fußsohlen sowie die Handflächen betroffen sein. Das Fieber verläuft zudem in Schüben. Nach dem ersten Schub kann ein Rückgang der Temperatur festgestellt werden; eine Erhöhung der Temperatur folgt nicht. Der Patient klagt des Weiteren über Übelkeit sowie Erbrechen; in einigen Fällen wurden auch Rötungen des Rachens sowie Bindehautentzündungen diagnostiziert.

Jedoch haben Mediziner auch chronische Krankheitsverläufe dokumentiert. Bei jenen Verläufen klagen die Patienten über jahrelange Gelenkbeschwerden sowie Gelenkschmerzen. Diese machen jedoch die Minderheit des Sindbis-Fiebers aus.

Diagnose

Die Diagnose erweist sich als schwierig. Vor allem, weil die Symptome des Virus auf andere Krankheiten schließen lassen. Besteht ein Verdacht des Sindbis-Fiebers, können im Blut etwaige gebildete Antigene festgestellt werden, die eine 100%-ige Bestätigung der Diagnose darstellen.

Behandlung und Therapie

Im Regelfall stellt das Sindbis-Fieber keine außergewöhnlichen Herausforderungen für das Immunsystem dar. In vielen Fällen sind daher eine spezielle Behandlungen und Therapien nicht erforderlich. Nach einigen Wochen verschwinden die Symptome; Spätfolgen bleiben sehr selten bis gar nicht zurück. Der Mediziner achtet vorwiegend darauf, dass - wenn er die Diagnose Sindbis-Fieber gestellt hat - die Symptome gelindert werden. Das bedeutet, dass Schmerzmittel verabreicht werden, die auch eine fiebersenkende Wirkung mit sich bringen.

Vorwiegend eignen sich nicht-steroidale (somit kortisonfreie) Präparate wie Diclofenac oder auch Ibuprofen. Ibuprofen weist jedoch den Nachteil auf, dass etwaige Nebenwirkungen möglich sind. So kann der Patient unter Magenblutungen leiden, da Ibuprofen Prostaglandine hemmen, die in weiterer Folge für die Blutgerinnung zuständig sind.

Diclofenac kommt dann zur Anwendung, wenn der Patient über mittlere bis starke Schmerzen klagt, die von den Gelenkentzündungen ausgelöst werden. Jedoch klagen viele Patienten über Nebenwirkungen, welche sich vorwiegend in einer Blutbild-Beeinträchtigung sowie Magen-Darm-Beschwerden äußern. Eine spezielle Therapie, die sich mit dem Sindbis-Fieber befasst, gibt es jedoch nicht.

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Vorbeugung

Auf Grund der Tatsache, dass es keinen Impfstoff gegen das Sindbis-Fieber gibt, kann das Virus nicht zu 100 Prozent vorgebeugt werden. Wer in Gebieten unterwegs ist, in denen das Sindbis-Fieber beheimatet ist, sollte daher auf einen konsequenten Mückenschutz achten.

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