Sick-Sinus-Syndrom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. November 2016
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Im Ruhezustand des Körpers erzeugt der Sinusknoten im Durchschnitt etwa 60-80 Herzschläge pro Minute. Liegt eine Störung dieser Spontanerregung vor und ändert sich der Herzrhythmus, kommt es zu einer Herzrhythmusstörung. Die Varianten des Sick-Sinus-Syndroms sind allesamt durch Störungen des Sinusknoten ausgelöst, variieren jedoch im neu generierten Herzrhythmus.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Sick-Sinus-Syndrom?

Das Sick-Sinus-Syndrom bezeichnet drei verschiedene nomotope Herzrhythmusstörungen, die allesamt auf eine Störung des Sinusknoten zurückzuführen sind. Diese drei Störungen des Sinusknotens variieren bezüglich des neu generierten Herzmuskels.

Zu dem Sick-Sinus-Syndrom zählen:

Ursachen

Der Sinusknoten leitet die koordinierte Bewegung eines jeden Herzschlages durch elektrische Impulse ein. Er ist somit die erste Station in dem Reizleitungssystem des Herzen. Die vom Sinusknoten ausgehenden elektrischen Impulse werden über die Muskulatur der Vorhöfe in den sogenannten AV-Knoten weitergeleitet, der etwa – wenn aufgrund eines Fehlers zwei Herzschläge innerhalb sehr kurzer Zeit eintreffen – den zweiten Herzschlag herausfiltert, um die Herzfunktion nicht unnötig zu belasten und zu beeinträchtigen. Erst von dieser Station aus gelangt der elektrische Impuls über die zwei geteilten Tawara-Schenkel in die Spitze des Herzens.

Liegt eine Störung vor, so kann sich diese unterschiedlich äußern. So kann der Sinusknoten z.B. zwar eine zu langsame Herzfrequenz erzeugen, dies jedoch regelmäßig gestalten. Ein anderer Fall wäre der befristete Totalausfall des Sinusrhythmus. Hierbei kann die Störung entweder erneut im Sinusknoten selber, oder aber auch in einer Blockierung der Übertragung des elektrischen Impulses auf den AV-Knoten vorliegen.

Im dritten Fall kann es abwechselnden Phasen von vermehrter Energiebildung im Sinusknoten kommen. Während in einer solchen Phase des Vorhofflimmerns die Anzahl der Impulse gar 600 pro Minute übersteigen kann, fällt die Aktivität des Sinusknotens anschließend wieder ab.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des Sick-Sinus-Syndroms:

Die Symptome einer Störung des Sinusknotens variieren je nach Art der Störung. Erzeugt die Störung eine zu niedrige Herzfrequenz, etwa eine Herzfrequenz unter 50 Schlägen pro Minute, so können Schwindel- und Ohnmachtsanfälle sowie Sehstörungen auftreten. Tritt die Störung dauerhaft aus, so können Zeichen einer Herzschwäche beobachtet werden, wie etwa eine reduzierte körperliche Leistungsfähigkeit, Wassereinlagerungen in der Lunge und in den Beinen sowie Kurzatmigkeit. Zu den Symptomen kann auch unruhiger Schlaf oder häufiges nächtliches Wasserlassen zählen.

Das typische Herzklopfen weist hingegen auf eine Überaktivität des Sinusknotens hin. Dies äußert sich zudem häufig über ein Beklemmungsgefühl auf der Brust oder Atembeschwerden. Das Beklemmungsgefühl auf der Brust kann sich derart ausbreiten, dass Schmerzen entstehen, die sich bis in den linken Arm oder den Hals ausbreiten und oftmals dann sehr bedrohlich sind.

Diagnose

Nach einer Erfragung und Besprechung der Symptome durch den Arzt sowie eines Abhorchen des Herzens ist mittels apparativer Diagnostik eine Erfassung des konkreten Krankheitsbild nötig – vor allem, um andere Krankheitsbilder und Ursachen ausschließen zu können. Dies kann über ein Elektrokardiogramm oder EKG, das Rhythmusstörungen genau erfasst und aufzeichnet. Ein solches Langzeit – EKG kann im Alltag durchgeführt und muss mindestens 24 Stunden getragen werden. Kleine auf der Brust angebrachte Elektroden, die mit einem kleinen Aufzeichnungsapparat verbunden werden, lassen sich leicht unter der Kleidung anbringen.

Weitere und unter Umständen ebenfalls notwendige Möglichkeiten ist die Durchführung eines Belastung – EKGs. Hierbei wird die Entwicklung des Pulses durch Belastung, etwa durch das Treten auf einem Fahrradergometer, gemessen und versucht, eine entsprechende Veränderung der Herzmuskelarbeit auf der Herzstromkurve zu erfassen. Bleibt eine solche Veränderung oder Anpassung aus, so spricht dies für das Vorliegen einer Störung des Sinusknotens.

Inzwischen kann ein solcher Test auch ohne körperliche Arbeit durchgeführt werden. Statt der Betätigung des Fahrradergometers kann der Patient auch ein Medikament verabreicht bekommen, etwa Atropin, das die Herzfrequenz ebenso wie eine körperliche Belastung in die Höhe treiben sollte. Das Resultat sollte hier im Falle der Gesundheit ebenfalls für eine Anpassung der Herzmuskelarbeit führen.

Behandlung und Therapie

In den Fällen, in denen als Symptome Ohnmachtsanfälle oder Schwindel ausgemacht werden, wird die Therapie in der Regel mit einem Herzschrittmacher eingeleitet. Ähnlich wie der Sinusknoten erzeugt ein Herzschrittmacher elektrische Impulse. Er löst somit somit den gestörten oder teilweise ausfallenden Sinusknoten ab. Bei Vorliegen eines Bardykardie-Tachykardie-Syndroms wird dieser häufig mit Antiarrhythmika kombiniert. Führt die Störung des Sinusknotens also zu Phasen erhöhter Herzaktivität, so kann auch hier ein Herzschrittmacher eine Option darstellen. Mitunter reicht auch die reine Verabreichung von Medikamenten zur Behandlung aus.

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Vorbeugung

Besonders für das Sinusknotensyndrom anfällig sind Personen, die unter einer Erkrankung der Herzkranzgefäße oder zu hohem Blutdruck leiden. Aus der letzten Erkrankung folgt eine zu geringe Sauerstoffversorgung des Herzmuskels. Auch weisen Personen, die bereits an einer Erkrankung des Herzmuskels selbst leiden, offenbar ein höheres Risiko für eine Störung des Sinusmuskels auf. Entsprechende Vorkehrungsmaßnahmen, wie Sport und gesunde Ernährung, sowie regelmäßige ärztliche Kontrollen, können daher einer Erkrankung es Sinusknotens vorbeugen.

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