Sherry

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. Mai 2016
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Sherry ist ein alkoholisches Getränk, das zu den Weißweinen gerechnet wird. Er stammt aus Andalusien und gewinnt Farbe und Geschmack durch einen speziellen Reifungsprozess.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über Sherry wissen

Sherry ist ein Weißwein aus dem andalusischen Raum, der in maurischer Sprache als Sherish bezeichnet wird - daher stammt der heutige Name. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde er durch englische Handelshäuser bekannt gemacht, weshalb er heutzutage auch als typisch britischer Drink gilt.

Sherry wird großteils aus der Palomino-, seltener aus Moscatel- oder Pedro Ximenez-Trauben hergestellt, wobei alle Sherrys zunächst aus dem Weißwein der Palomino-Traube bestehen. Ob Wein oder Most anderer Trauben hinzugefügt wird, entscheidet sich später in der Herstellung, die oxidativ (Oloroso) ohne Hefen oder reduktiv mit diesen (Fino) stattfinden kann. In jedem Fall sind die Weine dieser Trauben hochkonzentriert, wodurch nicht der gesamte Zuckeranteil in Ethanol umgewandelt werden kann - der Sherry erhält eine gewisse Süße.

Die Bezeichnung Sherry ist geschützt, Weine mit dieser Benennung dürfen nur aus dem "Sherrydreieck" zwischen drei Städten in der spanischen Provinz Cadiz stammen. Charakteristisch ist, dass Sherrys Verschnitte aus verschiedenen Jahrgängen sind.

Bedeutung für die Gesundheit

Aufgrund der Art seiner Herstellung ist Sherry fast immer sehr zuckerhaltig. Der Zucker wird vom Körper als Kohlenhydrat verstoffwechselt und kann - wie bei vielen Alkoholen - bei übermäßigem Genuss zu Übergewicht führen. Ähnlich verhält es sich mit dem enthaltenen Alkohol.

Die üblichen Alkoholgehalte sind vergleichbar mit anderen Weinen und werden wie bei diesen ebenfalls als Kohlenhydrat verwertet. Damit tragen auch sie zur Zuckerzufuhr bei und begünstigen Übergewicht bei großzügigem Verzehr.

Weiterhin gilt mittlerweile als widerlegt, dass Alkohol etwa antibakteriell bei Infektionskrankheiten wirkt. Vielmehr belastet der im Sherry enthaltene Alkohol den Körper durch die Verstoffwechselung und den Abbau enthaltener Giftstoffe. Daher ist Sherry ausschließlich als Genussmittel für den gelegentlichen Verbrauch in geringen Mengen zu betrachten.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Sherry liefert dem Körper durch den enthaltenen Alkohol und den hohen Zuckergehalt viele Kohlenhydrate und ist damit gleichzeitig kalorienlastig. Auf 100 ml Sherry kommen rund 120 Kalorien. Während Sherry kein Fett liefert, verfügt er durch die enthaltenen Trauben noch über minimale Mengen an Protein. Vitamine oder Mineralstoffe sind nahezu nicht mehr enthalten.

Kalorien und Nährstoffe (pro 100g)
Kilokalorien/ Kilojoule 117 kcal/ 489 kj
Eiweiß 0,20 g
Kohlenhydrate 1,40 g
Fett 0,00 g
Wasser 81,92 g
Ballaststoffe 0,00 g
Vitamin B3 100 µg

Unverträglichkeiten

Patienten mit Histaminintoleranz sollten sich Sherry vorsichtig nähern. Selbiges gilt auch für andere Weine, bei denen die Trauben längere Zeit reifen, bevor sie verarbeitet werden. Sie enthalten in jeder Form Histamin, bei längerer Reifung allerdings steigt dieser Histamingehalt nochmals. Sherry könnte eine Reaktion auslösen.

Darüber hinaus ist zu beachten, dass trockene Alkoholiker nicht mit Sherry in Verbindung gebracht werden dürfen, da bereits ein kleiner Tropfen aufgenommener Alkohol wieder zum Rückfall führen könnte. Er aktiviert das Suchtzentrum im Gehirn und regt dazu an, größere Mengen Alkohol aufzunehmen. Wichtig zu beachten ist diese "Unverträglichkeit" etwa beim Kochen und Backen.



Einkaufs- und Küchentipps

Ähnlich wie beim Wein gibt es bei Sherry diverse Güteklassen und Unterschiede von Flasche zu Flasche. Neben den beiden Grundformen des Sherry, Fino und Oloroso, gibt es Sherrys mit Weinen oder Most weiterer Trauben als der Palomino-Traube. Abhängig von Reifedauer und Behandlung währenddessen werden Sherry Fino und Oloroso noch mit weiteren Bezeichnungen versehen, die sich wesentlich auf Geschmack und Farbe auswirken können.

Während viele dieser Sherrysorten qualitativ gleichwertig sein können und eher der persönliche Geschmack entscheidet, gibt es darüber hinaus die Benennung V.O.S. und V.O.R.S., die für über 20 bzw. 30 Jahre alte, sehr hochwertige Sherrys steht. Das Alter wird mithilfe der Carbondatierung von unabhängigen Instituten geprüft. Diese Sherrys gelten als sehr hochwertige Produkte.

Gelagert wird Sherry am besten trocken, lichtgeschützt und kühl, nach dem Öffnen kann er im Kühlschrank gelagert werden. Ist die Flasche geöffnet, kann der Geschmack allerdings mit der Zeit schwächer werden. Je heller der Sherry optisch wirkt, desto trockener ist er - die süßen Sherrys haben eine eher dunkle Farbe.

Zubereitungstipps

Sherry wird als Aperitif, als Begleiter zu spanischen Tapas oder auch zum Dessert als Getränk gereicht. Weiterhin kann Sherry auch zur Herstellung von Süßspeisen, zum Marinieren von Fleisch oder als alkoholische Basis einer Sauce verwendet werden.

Dabei gilt es jedoch, den Geschmack des Sherrys einzuschätzen: trockener Sherry passt etwa besser zu intensiv schmeckenden Fleischsorten, während sich ein süßer Sherry eher als Sauce zu Eiscreme oder anderen Desserts machen würde. Zusammen oder als Ersatz für Sojasauce findet Sherry mittlerweile auch in asiatischen Wok-Gerichten Verwendung.

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