Senkfuß

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 16. Juni 2015
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Der Senkfuß ist eine im Lauf des Lebens erworbene Fußfehlstellung, welche sich durch die Absenkung des Längsgewölbes bemerkbar macht. Senkfüße können einzeln oder in Kombination mit anderen Fehlstellungen auftreten. Die extreme Form eines Senkfußes wird als Plattfuß bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Senkfuß?

Unter einem Senkfuß wird das abgeflachte Längsgewölbe eines oder beider Füße bezeichnet. Der Bereich zwischen dem Ballen des Vorderfußes und der Ferse wird als Längsgewölbe bezeichnet, normalerweise wird diese Region des Fußes nicht belastet.

Der natürliche Bau des Fußes sieht es vor, dass zwei Drittel des Körpergewichts bei Belastung auf dem Ballen liegen, das andere Drittel wird von der Ferse getragen. Das Längsgewölbe dient als Stoßdämpfer bei Belastung, getragen wird es durch Bänder und Muskeln.

Senkfüße sind dadurch gekennzeichnet, dass die Knochen an der inneren Seite des Fußes herausstehen. Bei Betrachtung von hinten ist auffällig, dass die Fersen beim Senkfuß nach innen zeigen. Unbehandelt kann sich ein Senkfuß bis hin zu einem ausgeprägtem Plattfuß entwickeln, hierbei ist das Gewölbe komplett eingesunken und liegt bei Belastung auf dem Boden.

Ursachen

Die Ursachen von Senkfüßen sind unterschiedlich, in vielen Fällen ist eine Schwäche der Muskulatur für die Fehlstellung verantwortlich. Ein weiterer, möglicher Grund ist eine Bänderschwäche, die sich durch übermäßige Belastungen im Laufe des Lebens entwickeln kann.

Bei übergewichtigen Menschen ist die Belastung auf den Fuß im Allgemeinen stark erhöht, was zur Ausbildung von Senkfüßen führen kann. Die Reduktion des Gewichts kann in diesem Fall zur vollständigen Rückbildung der Symptome führen.

Sehr selten werden Kinder bereits mit einer angeborenen Fehlbildung in Form von Senkfüßen geboren, da die Fußform bei Kindern ohnehin anders ist, wird die Diagnose in der Regel erst im Erwachsenenalter gestellt.

Bei einigen Krankheiten kommt es zu Lähmungen der Muskulatur, wenn auch die Muskeln des Fußes betroffen sind, kann es aus diesem Grund zur Ausbildung von Senkfüßen kommen.

Senkfüße entwickeln sich bei den meisten Menschen erst im Lauf des Lebens, Übergewicht und falsche Belastung durch ungeeignete Schuhe sind die Hauptgründe für die Veränderung der Fußform. Nicht selten sind mehrere Ursachen kombiniert für die Entstehung der Senkfüße verantwortlich.

Symptome und Verlauf

Senkfüße können bereits im Kindesalter entstehen, werden aber meist erst beim Erwachsenen diagnostiziert. Die ersten Beschwerden sind in der Regel belastungsabhängige Schmerzen, die im Ruhezustand jedoch schnell wieder verschwinden. Das typische Aussehen von Senkfüßen wird von den Betroffenen meist nicht bemerkt, da die Ansicht von hinten für die Diagnose entscheidend ist.

Während die Senkfüße zu Beginn der Absenkung nur wenig Beschwerden bereiten, nehmen die Symptome im Verlauf der Fehlbildung zu. Sobald der Fuß das Körpergewicht tragen muss, können durch die Fehlstellung Schmerzen entstehen, die im Verlauf der Erkrankung immer stärker werden. Wird der Senkfuß zu diesem Zeitpunkt nicht behandelt, kann sich ein vollständiger Plattfuß entwickelt. Das überlastete Fußgewölbe sinkt unbehandelt immer weiter ab, bis der komplette Fuß auf dem Boden aufliegt. In Folge dieser Fehlstellung kann es bei Belastung zu Schmerzen in den Knien und der Bandscheibe kommen. Senkfüße sollten schnellstmöglich therapiert werden, um einen schmerzhaften und unangenehmen Verlauf für den Patienten zu verhindern.

Diagnose

Die Diagnose Senkfuß kann meist schon beim ersten Blick des Arztes auf den Fuß gestellt werden. Das charakteristische Aussehen der Fehlbildung ist eindeutig, ein erfahrener Mediziner sieht daher das abgesunkene Fußgewölbe sofort. Sollten Zweifel hinsichtlich der Diagnose bestehen, kann ein Röntgenbild absolute Klarheit verschaffen. Diese Untersuchung ist ohnehin sinnvoll, um das Ausmaß der Fehlstellung herauszufinden.

Es gibt einige Testverfahren, die der Arzt im Rahmen der ersten Untersuchung anwendet, um die Verdachtsdiagnose Senkfuß zu erhärten. Stellt sich der Patient auf die Zehenspitzen, wird das Fußgewölbe aufgerichtet, wenn es sich um einen Senkfuß handelt. Auch ein Fußabdruck kann weitere Aufschlüsse über Art und Ausmaß der Fehlstellung geben. Bei einem gesunden Fuß ist das Gewölbe auf dem Abdruck nicht zu sehen, beim Senkfuß hingegen wird das abgesunkene Fußgewölbe auf dem Abdruck sichtbar.

Um eine andere Fehlstellung oder Verletzung des Fußes auszuschließen, wird der Arzt auch die Beweglichkeit der Fußgelenke überprüfen. Bei Senkfüßen sind die Gelenke nicht betroffen, der Fuß kann völlig normal bewegt werden. Steht die Diagnose Senkfuß fest, werden lediglich weitere Untersuchungen veranlasst, wenn der Verdacht auf eine weitere Fehlstellung deutet, welche kombiniert mit dem Senkfuß auftreten kann.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von Senkfüßen sollte schnellstmöglich erfolgen, da es ansonsten zu einem vollständig entwickelten Plattfuß kommen kann. Während beim Senkfuß nur ein Teil des Fußgewölbes abgesunken ist und bei Belastung den Boden berührt, liegt bei Plattfüßen das komplette Fußbett auf dem Boden auf. Die Behandlung von Senkfüßen richtet sich nach der Ursache, geschwächte Bänder und Muskeln können mit Hilfe von Krankengymnastik wieder aufgebaut und gestärkt werden. Eine oftmals unterschätzte Behandlungsmethode bei Senkfüßen ist das Barfußgehen. Durch den direkten Kontakt zwischen Fuß und Boden werden die Muskeln beansprucht und auf diese Weise trainiert.

Bei ausgeprägten Senkfüßen kann Barfußgehen zu Schmerzen führen, daher gibt es spezielle Physiotherapeuten, bei denen Betroffene einen sogenannten Barfußkurs absolvieren können. Doch auch wenn es nicht möglich ist Barfuß zu gehen, gibt es Möglichkeiten die Fußmuskulatur im Alltag zu stärken.

Schuhe mit maximaler Bewegungsmöglichkeit wie beispielsweise Zehenstegsandalen, Mokassins oder spezielle Barfußschuhe sind für Senkfüße bestens geeignet. Kommt es bedingt durch die Senkfüße zu belastungsabhängigen Schmerzen, können spezielle Einlagen diese Symptome lindern. Durch die individuelle Anpassung der Einlagen an den Fuß kann die Fehlstellung korrigiert werden, so dass es keine weitere Schädigung für die Bandscheibe oder die Knie gibt.

Im Hinblick auf den Muskelaufbau in den Füßen werden als Therapiemaßnahme sogenannte Geleinlagen verwendet. Hierbei handelt es sich um Einlagen fürs Fußbett, welche mit einer fluidartigen Flüssigkeit gefüllt sind. Als Alternative haben sich Einlagen aus Kunststoff bewährt, welche nach Gipsabdruck der betroffenen Person angefertigt werden.

Auch in Bezug auf die Selbstbehandlung kann viel für die Linderung der Beschwerden bei Senkfüßen getan werden. Zehengymnastik wie sie bereits von Säuglingen in ihrem Bettchen absolviert wird hilft dabei die Muskulatur zu stärken. Gegen die Schmerzen wirken Fußbäder als Linderung, zudem sollte bei starker Belastung immer wieder eine Ruhepause eingelegt werden.

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Vorbeugung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten um Senkfüßen vorzubeugen. Häufig wird die Fehlstellung erst im Lauf des Lebens durch falsche Gewohnheiten oder Muskelschwund erworben. Um dem Muskelabbau im Bereich der Füße vorzubeugen ist regelmäßiges Training erforderlich. Hierfür sind keine speziellen Methoden notwendig, einfaches Barfußgehen wird von Experten als beste Möglichkeit zur Stärkung der Bänder und der Fußmuskulatur angesehen. Bereits kleine Kinder sollten lernen sich nach Möglichkeit ohne Schuhe zu bewegen. Fehlstellungen wie der Senkfuß können bereits im Kindesalter erworben werden, wenn falsches oder zu enges Schuhwerk die Füße übermäßig belastet.

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