Seitenstiche (Seitenstechen) beim Gehen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. Mai 2017
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Seitenstiche (Seitenstechen) treten bei körperlicher Belastung auf, es ist sogar beim Gehen möglich. Die unangenehmen, krampfartigen Schmerzen entstehen an den Seiten vom Bauch. Die Stiche sind nicht gesundheitsschädlich. Mit einigen Tipps kann das Auftreten von Seitenstechen verhindert werden. Eine gestärkte Bauch- und Rückenmuskulatur beugt die stechenden Krämpfe vor.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Seitenstiche (Seitenstechen) beim Gehen?

Seitenstiche werden auch als Seitenstechen bezeichnet. Diese Stiche sind krampfartige Schmerzen. Ihre Intensität ist verschieden und reicht von leichten bis hin zu sehr starken Krämpfen. Das Stechen tritt an der Seite des Bauches auf.

Links sind die Schmerzen auf Höhe der Milz spürbar. Auf der rechten Seite befinden sich die Krämpfe auf der Höhe der Leber. Die Schmerzen können beidseitig oder nur auf einer Seite auftreten. Seitenstiche treten ausschließlich in Zusammenhang mit körperlicher Bewegung auf.

Beim gehen oder joggen treten die Stiche meist bei untrainierten Menschen auf. Seitenstechen ist ein Anzeichen dafür, dass die eigene Leistungsfähigkeit überfordert wird. Sie sind ein körpereigenes Stoppsignal. Auch wenn Seitenstiche unangenehme Schmerzen sind, sind sie nicht gefährlich. Allerdings sind die Beschwerden lästig und können verringert werden. Hierfür sollte das Tempo während des Sports minimiert werden. Es bleiben keine Folgebeschwerden.

Ursachen

Seitenstiche können verschiedene Ursachen haben. Zum einen, dass das Zwerchfell unter Sauerstoffmangel leidet. Dies passiert zum Beispiel, wenn die Phase des Ausatmens zu kurz ist. Bekommt das Zwerchfell deswegen zu wenig Sauerstoff, zieht es sich zusammen und es kommt zu krampfartigen Schmerzen. Eine weitere Ursache für Seitenstechen kann ein zu intensives Training sein. In Folge dessen kann der komplette Körper unter Sauerstoffmangel leiden. Sein Alarmsignal sind die seitlichen Krämpfe.

Auch die Ernährung kann eine Ursache für das seitliche Stechen sein. Zum Beispiel, wenn vor der körperlichen Betätigung zu viel gegessen wurde. Denn die Verdauung benötigt Blut. Das Blut fehlt folglich den anderen Organen, das wiederum während der körperlichen Bewegung benötigt wird. Diese Unterversorgung führt zu Krämpfen an den Seiten des Bauches. Zusätzlich schütten die unterversorgten Organe selbst Stoffe aus, die auf ihre Unterversorgung aufmerksam machen sollen und die Seitenstiche begünstigen.

Doch auch eine zu hohe Durchblutung kann der Auslöser von Seitenstechen sein. Eine erhöhte Durchblutung kann Dehnungsschmerzen in der Leber und in der Milz hervorrufen. Weitere Ursachen können Verstopfungen und Blähungen sein. Sie verringern den Platz im Bauch und führen zu einer schlechteren Atmung. Die eingeschränkte Atmung führt erneut zu einem Sauerstoffmangel im Zwerchfell und es entstehen Krämpfe. Schließlich kann eine schwache Bauchmuskulatur Seitenstiche auslösen. Ebenso eine falsche Körperhaltung.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Bei Seitenstichen beim Gehen kann der Betroffene unter einer falschen Atemtechnik leiden. Diese ist zu korrigieren und künftig genau zu beobachten. Werden für die optimale Technik Hinweise und Tipps benötigt, ist ein Arzt um Rat zu fragen. Treten die Seitenstiche bereits bei einer leichten Fortbewegung auf, müssen weitere Untersuchungen vorgenommen werden. Es besteht das Risiko, dass Organschäden vorliegen, die diagnostiziert und behandelt werden müssen, bevor es zu Ausfallerscheinungen und damit einem lebensbedrohlichem Zustand kommt.

Treten zusätzlich Beschwerden wie Schmerzen oder ein Druckgefühl im Brustkorb auf, muss ein Arzt aufgesucht werden. Nehmen die Stiche an Intensität zu, so dass eine Fortbewegung nicht mehr möglich ist, wird ein Arzt benötigt, der die Symptome abklärt. Bei Menschen mit einem starken Übergewicht treten die Seitenstiche häufiger auf als bei Normalgewichtigen. Ein Arzt sollte aufgesucht werden, damit der Betroffene medizinische Hilfe und Unterstützung zur Linderung seiner Leiden erhält.

Bei Krämpfen oder Störungen des Bewusstseins muss schnellst möglich ein Arzt aufgesucht werden. Herzrasen und ein erhöhter Blutdruck sind Hinweise auf einen Mangel an Sauerstoff im Organismus. Er führt ebenfalls zum Seitenstechen und muss von einem Arzt untersucht werden. Bei einem dauerhaften Sauerstoffmangel steigt das Risiko einer Überbelastung des Herzens und damit droht ein Herzinfarkt.

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose von Seitenstichen ist unkompliziert. Treten während körperlicher Aktivitäten Schmerzen an der Seite des Bauches auf, sollten diese beobachtet werden. Sind keine weiteren Erkrankungen bekannt, sollte der Schmerz nach Beendigung des Sports aufhören. Wenn die Schmerzen allerdings auch noch im Ruhezustand gleich bleiben, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann ausschließen, ob es sich um eine ernsthafte Erkrankung der Milz oder Leber handelt. Der Verlauf der Seitenstiche ähnelt sich bei jedem Menschen. Zunächst tritt ein leichter, pochender Schmerz an der Bauchseite auf. Dieser verstärkt sich und entwickelt sich zu Krämpfen. Dies führt dazu, dass es schwer fällt zu atmen. Durch die Kurzatmigkeit wird wiederum das Zwerchfell mit Sauerstoff unterversorgt. Die Krämpfe, die als Stiche wahrgenommen werden, verschlimmern sich.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von Seitenstichen kann selber durchgeführt werden. Dazu sind keine Medikamente notwendig. Auch wenn der Schmerz stark ist, ist von Schmerzmitteln abzuraten. Denn die Krämpfe lösen sich von selbst. Die Entkrampfung kann unterstützt werden. Hierbei hilft, auf die stechenden Partien Druck auszuüben. Mit leichtem Druck können die betroffenen Stellen massiert werden. Das kann die Entspannung der krampfenden Bereiche beschleunigen.

Die Atmung sollte bewusst gesteuert werden, um die Stiche zu behandeln. Möglich langes Ausatmen führt zu einer optimalen Versorgung des Zwerchfells mit Sauerstoff. Dadurch verringert sich das Seitenstechen. Hat sich der Schmerz minimiert oder ist verschwunden, sollte nicht weiter trainiert werden. Da Seitenstechen auch ein Zeichen für die Überbelastung des Körpers ist, sollte die körperliche Belastung reduziert werden. Akute Seitenstiche können mit einer veränderten Körperposition behandelt werden.

Hierfür muss der Oberkörper nach vorne gebeugt werden. Nun werden die Arme beim Einatmen hochgehoben. Beim Ausatmen werden die Arme wieder gesenkt. Mit diesem Trick wird der Körper mit ausreichend Sauerstoff versorgt und die krampfenden Regionen gelockert. Eine weitere Möglichkeit ist, sich im Stand aus der Hüfte vorne über zu beugen. Dabei sollte die Bauchmuskulatur angespannt werden. Diese Übung lockert die restliche Muskulatur und erleichtert die Atmung. Dadurch werden die Organe besser mit Sauerstoff versorgt. Alternativ können die Lippen gespitzt werden. Anschließend wird ein größeres Volumen an Luft eingeatmet, als üblich. Somit wird dem Körper eine große Menge Sauerstoff zugefügt.



Vorbeugung

Um Seitenstechen effektiv vorzubeugen, sollte die Bauch- und Rückenmuskulatur gestärkt sein. Denn die Muskelregionen sorgen für eine bessere Körperhaltung. Die aufrechte und lockere Haltung erleichtert eine freie, tiefe Atmung. Somit werden Seitenstiche verhindert. Seitliches Stechen kann durch eine Änderung des Essverhaltens vorgebeugt werden. Hierzu sollte mindestens zwei Stunden vor dem Sport nicht viel gegessen werden. Große Mengen Nahrung brauchen viel Platz im Bauch. Dies führt zu einer schlechteren Atmung und einer Unterversorgung der Organe mit Sauerstoff.

Wenn auf große Mengen Nahrung vor einer körperlichen Belastung verzichtet wird, wird auch kein Blut für die Verdauung gebraucht. Das Blut beeinträchtigt somit wiederum nicht die Aktivitäten der Organe, wie Leber und Milz. Neben zu viel Nahrung sollte auch auf kohlensäurehaltige Getränke verzichtet werden. Diese entwickeln sich zu Gasen in den Gedärmen und erschweren die Atmung. Generell beeinflusst die Atmung sehr stark das Entstehen oder Verschwinden von Seitenstichen. Daher kann mit der richtigen Atemtechnik, die an das eigene Tempo angepasst ist, ein Stechen der Seiten verhindert werden.

Bücher über Milzerkrankungen

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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