Seifenkraut

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 14. August 2016
Gesundpedia.deHeilpflanzen Seifenkraut

Das Seifenkraut dient als Seifenersatz. Außerdem lässt es sich zu Heilzwecken nutzen.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Als Gewöhnliches Seifenkraut (Saponaria officinalis) wird eine Pflanze bezeichnet, die aus der Gattung der Seifenkräuter (Saponaria) stammt. Außerdem ist das Kraut Angehöriger der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Weitere Bezeichnungen der Pflanze sind Echtes Seifenkraut, Waschwurz, Waschlaugenkraut, Rote Seifenwurzel, Hustenwurzel oder Seifenwurz. In früheren Zeiten fand das Seifenkraut als Waschmittel Verwendung. In der Gegenwart greift die Naturmedizin auf die Pflanze zurück, um sie gegen Husten oder Hautleiden einzusetzen.

Vorkommen und Anbau

Das Seifenkraut hilft u.a. bei Husten, Katarrh und Hauterkrankungen.

Beheimatet ist das Seifenkraut in den Regionen Asiens und Europas. Auch in Nordamerika hielt es durch Einbürgerung Einzug. Auf dem ganzen Erdball wird das Seifenkraut zur Zierde in Gärten angepflanzt. Kommerzieller Anbau erfolgt in erster Linie in der Türkei, dem Iran und China. Die Drogenimporte werden aus diesen Ländern vorgenommen. Beim Seifenkraut handelt es sich um eine mehrjährige Pflanze, die bis zu 80 Zentimeter hoch werden kann. Das Wachstum der Pflanze findet auf Geröllhalden, Schuttplätzen, Auwäldern, Gebüschen, Hecken sowie an sandigen Ufern statt. Die Blätter des Seifenkrauts sind länglich und kreuzen sich gegenseitig.

Die Blütezeit des Seifenkrauts beginnt im Juni und endet im September. Dabei zeigen sich die zartrosa Blüten der Pflanze. Diese ordnen sich wie Büschel in Rispen an. An jeder Blüte des Seifenkrauts befinden sich fünf Blütenblätter. Am Wurzelstock der Pflanze kommen mehrere lange Ausläufer vor. Werden die Wurzeln des Seifenkrauts zerstoßen und in Wasser gerieben, geht daraus dichter Schaum hervor. Aus diesem Grund ließ sich das Seifenkraut als Ersatz für Seife und Waschmittel nutzen. Die lateinische Bezeichnung Saponaria geht aus dem Begriff Sapo hervor und bedeutet Seife.

Anwendung und Wirkung

Zur medizinischen Nutzung des Seifenkrauts kommt die Wurzel, die eine rote Färbung aufweist. In der Medizin trägt sie die Bezeichnung Saponariae rubrae radix. In der Seifenwurzel befinden sich Inhaltsstoffe wie Saponine, zu denen in erster Linie die Saponarioside A und D gehören. Ebenfalls in der Pflanze enthalten ist Flavonglykosid. Dargereicht wird das Seifenkraut in Form von Tee, der gegen Hustenbeschwerden zur Anwendung kommt. So wird die Pflanze von der medizinischen Kommission E, die dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte angehört, bei Katarrhen an den oberen Atemwegen empfohlen.

Zur Zubereitung des Seifenkraut-Tees übergießt der Anwender 0,4 Gramm getrocknete rote Seifenwurzeln mit 250 Milliliter kaltem Wasser. Diese Mischung wird dann allmählich erhitzt und durch ein Teesieb gegeben. Es kann zusätzlich eine Prise Soda beigemischt werden, die eine verbesserte Löslichkeit der Saponine bewirkt. Die empfohlene Tagesdosis des Seifenkraut-Tees liegt bei maximal 1,5 Gramm. Im Abstand von zwei Stunden nimmt der Patient einen Esslöffel zu sich. Wer keinen Tee mag, hat die Möglichkeit, fertige Arzneien zu erwerben.

Der Tee des Seifenkrauts eignet sich auch für äußerliche Anwendungen. Dazu gehören Umschläge und Waschungen. Es wird empfohlen den Seifenkraut-Tee mit Kamillentee zu vermischen. Eine Überdosierung des Seifenkrauts gilt es zu vermeiden. So besteht das Risiko, dass die im Seifenkraut enthaltenen Saponine Reizungen an den Harn- oder Verdauungsorganen hervorrufen.

Wogegen hilft Seifenkraut?

Bedeutung für die Gesundheit

Das Seifenkraut wurde in früheren Jahrhunderten als Seife für arme Menschen angesehen. Ebenso benutzten es die Mönche zur Reinigung. Aber auch die Atemwege ließen sich mit der Pflanze reinigen. Für die Volksmedizin stellte das Seifenkraut ein überaus wichtiges Präparat dar und galt als Mittel zum Hustenlösen für unverzichtbar. Die therapeutischen Wirkungen des Seifenkrauts sind seit dem 16. Jahrhundert bekannt. In dieser Zeit fand es Verwendung gegen bösartige Geschwüre und Lepra. Außerdem benutzten die Hebammen das Seifenkraut bei der Nachgeburt. Durch die schleimlösende Wirkung fand es jedoch vor allem gegen Husten, Bronchitis und eine trockene Nase Verwendung.

Weitere Indikationen des Seifenkrauts sind das Anregen der Bauchspeicheldrüse, das Stimulieren der Verdauung sowie des Stoffwechsels, eine Stauung der Pfortader und chronische Hautleiden. Zu den gesundheitsfördernden Eigenschaften des Seifenkrauts gehören außerdem eine fungizide, harntreibende, blutreinigende und abführende Wirkung. Auch heute noch eignet sich das Seifenkraut gut zur Behandlung von Infekten an den oberen Atemwegen, die mit Schnupfen, Husten, Halsschmerzen und Heiserkeit einhergehen.

Durch das Entwickeln der modernen Medizin und von chemischen Waschmitteln hat das Seifenkraut in der Gegenwart stark an Bedeutung verloren. Selbst in der Pflanzenheilkunde spielt das Heilkraut nur noch eine untergeordnete Rolle. In der Homöopathie kommt das pflanzliche Mittel jedoch nach wie vor zur Geltung und dient u. a. zur Behandlung von Kopfschmerzen. Nebenwirkungen treten durch die Einnahme des roten Seifenkrauts nur sehr selten auf. Gelegentlich kann es zu Magenbeschwerden kommen. Außerdem darf das Seifenkraut nicht in die Augen gelangen.

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