Schwitzen in der Nacht (Nachtschweiß)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 17. Mai 2017
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Viele Menschen klagen ab und an über Schwitzen in der Nacht (Nachtschweiß), doch häufig ist es eine Ausnahmeerscheinung, die nur selten auftritt. Wird das Schwitzen in der Nacht (Nachtschweiß) aber zur Regel, ist Vorsicht geboten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Schwitzen in der Nacht (Nachtschweiß)?

Als Schwitzen in der Nacht (Nachtschweiß) wird ein überdurchschnittlich starkes Schwitzen während des nächtlichen Schlafs bezeichnet. Während leichtes Schwitzen beim Schlaf normal ist, gibt der Körper beim Nachtschweiß so viel Flüssigkeit ab, dass die Betroffenen ihre Nacht- und Bettwäsche durchnässen, die abgegebene Flüssigkeit schon die Haare nass werden lässt und ein Wechsel des Schlafanzugs oder sogar eine Dusche notwendig ist.

Auch muss das Schwitzen unabhängig von äußeren Faktoren wie der Raumtemperatur oder zu scharfem Essen sein und über einen längeren Zeitraum auftreten, um einen medizinischen Hintergrund zu haben. Das Schwitzen in der Nacht (Nachtschweiß) wird auch als Hyperhidrose bezeichnet.

Ursachen

Die Ursachen und Auslöser für Schwitzen in der Nacht (Nachtschweiß) sind sehr vielfältig und können harmlos sein, aber auch auf schwerwiegende Erkrankungen hinweisen. Dabei kommt es vor allem darauf an, ob neben den nächtlichen Schweißausbrüchen noch weitere Symptome auftreten. Ohne weitere Symptome liegen dem Nachtschweiß in der Regel relativ harmlose Ursachen wie Stress oder unregelmäßige Schlafzeiten zugrunde. Auch Phasen hormoneller Umstellungen wie eine Schwangerschaft oder die Wechseljahre lösen oft nächtliches Schwitzen aus.

Treten neben den Schweißausbrüchen allerdings noch Symptome wie Fieber, Gewichtsverlust oder Schmerzen auf, kann dies auf verschiedene ernstzunehmende Erkrankungen bzw. Störungen hinweisen. Zu diesen zählen neben Viruserkrankungen wie eine Grippe oder eine Herzinnenhautentzündung auch AIDS, bestimmte Krebserkrankungen wie Leukämie, oder Alkoholismus.

Auch Krankheiten, die den Stoffwechsel und die Hormonproduktion beeinflussen, können zu Nachtschweiß führen. Zu diesen zählen z.B. Diabetes mellitus Typ 1 und 2 oder eine Schilddrüsenüberfunktion. Ferner können auch Erkrankungen des zentralen Nervensystems wie beispielsweise Parkinson Schwitzen in der Nacht (Nachtschweiß) auslösen.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Im Normalfall ist das Schwitzen in der Nacht kein besorgniserregender Zustand. Er wird als ein natürlicher Vorgang beschrieben, bei dem in den meisten Fällen kein Arztbesuch notwendig ist. Häufig genügt es, wenn die Schlafbedingungen kontrolliert und verändert werden. Zu warme Bettwäsche, eine zu hohe Zimmertemperatur und Sauerstoffmangel können das Schwitzen auslösen. Verschwinden die Beschwerden nach einer Veränderung der Schlafbedingungen, muss kein Arzt konsultiert werden. Bleiben sie über mehrere Wochen bestehen, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen.

Treten weitere Beschwerden wie Mundtrockenheit, Halsschmerzen, Husten oder häufiges Wasserlassen auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Bei Problemen der Atmung, andauernder Müdigkeit sowie einem allgemeinen Unwohlsein, ist ebenfalls ein Arztbesuch notwendig. Es liegen weitere Erkrankungen vor, die abgeklärt und behandelt werden müssen. Ist das Schwitzen in der Nacht mit einem intensiven Traumerleben verbunden, können emotionale Belastungen vorhanden sein. Kommt es zu Schlafstörungen, erhöhter Angst oder einem Stresserleben, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Menschen, die übermäßig Alkohol konsumieren, leiden häufig unter dem Schwitzen in der Nacht. Ein Arzt ist zu konsultieren, um das Vorhandensein weiterer Organschäden oder einer Sucht zu diagnostizieren. Treten zusätzlich hormonelle Probleme auf, können Störungen der Schilddrüse vorliegen. Ein Arzt ist aufzusuchen, da eine medizinische Versorgung benötigt wird, um weitere Symptomen vorzubeugen.

Diagnose

Bei der Diagnose von Schwitzen in der Nacht (Nachtschweiß) kommt es in erster Linie darauf an, die Auslöser ausfindig zu machen. Zunächst sollte dabei ausgeschlossen werden, dass das nächtliche Schwitzen nicht durch äußere Einflüsse wie eine zu hohe Raumtemperatur im Schlafzimmer oder zu warme Decken bzw. Schlafanzüge bedingt ist.

Ist dies geschehen, können durch Patientengespräche und die Feststellung von weiteren, zusätzlichen Symptomen erste Vermutungen für mögliche, das Schwitzen auslösende Erkrankungen getätigt sowie andere ausgeschlossen werden. Wird von Seiten der Betroffenen das Schwitzen in der Nacht (Nachtschweiß) ignoriert und kein Arzt aufgesucht, kann dies schwerwiegende Folgen haben, da die auslösenden Faktoren dann nicht rechtzeitig behandelt und dadurch schlimmer werden können.

Bei Krankheiten, bei denen nur bei frühzeitiger Erkennung eine gute Heilungschance besteht wie etwa bei Leukämie, kann dies sogar über Leben und Tod entscheiden. Bei regelmäßigem Schwitzen in der Nacht (Nachtschweiß) sollte also stets ärztlicher Rat herangezogen werden.

Komplikationen

Natürlich ist ein Schwitzen in der Nacht kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern eher ein Symptom. Aus diesem Grund kann es auch zu unterschiedlichen Komplikationen in diesem Zusammenhang kommen. In den meisten Fällen ist ein Infekt für ein Schwitzen in der Nacht verantwortlich. Gleichzeitig kommt es oftmals zu einer erhöhten Temperatur bzw. Fieber, sodass eine medikamentöse Behandlung zu empfehlen ist. Wird auf eine ärztliche bzw. medikamentöse Behandlung komplett verzichtet, so besteht die Gefahr dass das Fieber auf über 40 Grad steigt. Spätestens dann sollte definitiv ein Arzt aufgesucht werden, um ernstere Komplikationen zu vermeiden.

Unter Umständen kann übermäßig hohe Nervosität auch für ein Schwitzen in der Nacht verantwortlich sein. Der Körper kommt in so einem Fall auch in der Nacht nicht richtig zur Ruhe und kann sich entspannen. Daraufhin kann es am Folgetag zu verschiedenen Komplikationen kommen. Die betroffene Person kann starke Müdigkeitserscheinungen aufweisen, eine Konzentrationsschwäche und auch starke Kopfschmerzen können auftreten. Auch in so einem Fall sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Es gilt die Ursache zu bekämpfen, warum die betroffene Person in der Nacht nicht richtig zur Ruhe kommen kann. Nur dadurch können die oben genannten Komplikationen dauerhaft beseitigt werden.

Behandlung und Therapie

Auch bei der Behandlung von Schwitzen in der Nacht (Nachtschweiß) kommt es auf die eigentlichen Auslöser an. Liegt dem Schwitzen etwa eine Infektion zugrunde, muss diese behandelt werden, so dass dann auch das Schwitzen verschwindet. Schilddrüsenüberfunktionen kann die Medizin heute mit Medikamenten gut in den Griff bekommen. Auch diejenigen Krebserkrankungen, die zu Nachtschweiß führen, können bei rechtzeitiger Diagnose mit guten Heilungschancen behandelt werden.

Stress kann z.B. mit verschiedenen Entspannungstechniken oder einer Psychotherapie gemindert werden. Häufig reicht es auch schon, bestimmte abendliche Gewohnheiten zu ändern, denn schon der Verzicht auf das abendliche Glas Bier oder Wein oder den Kaffee nach dem Abendessen kann den Nachtschweiß verhindern. Auch der Verzicht auf zu fettiges und scharf gewürztes Essen am Abend kann dem Schwitzen in der Nacht (Nachtschweiß) vorbeugen.



Vorbeugung

Um Schwitzen in der Nacht (Nachtschweiß) vorzubeugen, empfiehlt sich vor allem ein gesunder Lebenswandel. Neben einer gesunden und ausgewogenen Ernährung, sollte Alkohol nur in Maßen genossen und auf das Rauchen gänzlich verzichtet werden. Daneben trägt ausreichend Bewegung, etwa durch Sport oder Spaziergänge, zu einem geruhsamen und schweißfreien Nachtschlaf bei.

Auch Übergewicht sollte vermieden werden. Um stressfrei in den Schlaf zu fallen, empfiehlt es sich vor dem Schlafen abzuschalten und zu entspannen, etwa durch die Lektüre eines Buches, das Hören von Musik oder durch Entspannungsübungen. Als natürliches Mittel zur Linderung von Schwitzen in der Nacht (Nachtschweiß) gilt zudem Salbeitee.

Schwitzen in der Nacht (Nachtschweiß) ist ein nur schwer zu fassendes Symptom, da es Zeichen für unglaublich viele Krankheiten und Störungen sein kann. Wenn das Schwitzen in der Nacht (Nachtschweiß) also regelmäßig auftritt und nicht durch äußere Faktoren bedingt ist, sollte unbedingt ein Arzt konsultiert werden.

Bücher über Nachtschweiß

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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