Schwindel mit Übelkeit

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. Dezember 2016
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Zehn Prozent der Hausarzt-Patienten haben Schwindelprobleme – diese treten im zunehmenden Alter öfter auf. Schwindel ist ein kompliziertes Phänomen, das in vielen Situationen auftreten kann. Nach dem Aufstehen, nach längeren Autofahrten oder während des Bückens. Ein typisches Begleitsymptom von Schwindel ist die Übelkeit und das Gefühl zu erbrechen. Die Art und Dauer des Schwindels geben erste Anzeichen auf die Ursache.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Schwindel mit Übelkeit?

Scheinbewegungen zwischen dem Körper und der Umwelt sind als Schwindel zu definieren. Hierbei handelt es sich um ein Gefühl, bei dem sich der eigene Körper dreht und das Umfeld schwankt – gefolgt von einer drohenden Bewusstlosigkeit. Schwindel entsteht, wenn sich die aufgenommenen Informationen durch die Sinnesorgane widersprechen. Ein Beispiel hierzu ist eine rasante Karussellfahrt: Unsere Augen folgen den vorbeihuschenden Dingen – das Sehorgan nimmt eine Drehung auf und meldet diese an das Gehirn. Bei einer konstanten Drehung erkennt das Gleichgewichtsorgan – welches das Innenohr ist – keine Bewegungsänderung. Daher kommt es bei dieser Abweichung zu Schwindel. In Wahrheit handelt es sich bei diesen Bewegungen um eine gestörte Wahrnehmung des Umfelds – dieser liegen verschiedene Ursachen zugrunde.

Ursachen

Schwindel ist keine Krankheit – es ist ein Anzeichen für eine Störung im Gleichgewichtssystem. Die Auslöser für diese Störung sind verschiedenartig. Hierbei lassen sich drei große Gruppen unterscheiden. Der gutartige Lagerungsschwindel taucht nachts oder morgens beim Umdrehen im Bett auf. Gewisse Bewegungen sorgen für das Auftreten dieser Drehschwindelattacken. Die Ursache hierbei liegt an kleinen Kristallen im Ohr, die bei solchen Bewegungen die Sinneswahrnehmung im Innenohr reizen – in Folge entstehen diese Schwindelattacken. Ein Lagerungsschwindel ist nicht gefährlich und therapierbar.

Morbus Menière tritt in vielen Fällen bei Menschen zwischen dem 40. Und 60. Lebensjahr auf. Der Patient erlebt Schwindelattacken, durch zu viel produzierte Flüssigkeit im Ohr. Bei dieser Erkrankung ist eine medikamentöse Behandlung notwendig – hierbei ist ebenfalls eine hohe Heilungschance zu erkennen. Entzündungen des Gleichgewichtsnervs lassen sich durch über Tage anhaltende Drehschwindel identifizieren – die Auslöser sind Herpesviren. In zwei Drittel der Fälle erlangen die Betroffenen die normale Funktion des Nervs zurück. Die Therapie erweist sich im Gegensatz als langwierig.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Schwindelprobleme sind gewissenhaft beim Arzt abzuklären. Dieser kann herausfinden, ob Schwindelattacken durch eine Erkrankung des Gehirns oder des Gleichgewichtsorgans entstehen. Hierfür findet der Arzt heraus, um welche Schwindelform es sich handelt. Dabei ist es wichtig, alle Symptome in Einzelheiten zusammenzufassen. Die Kriterien beinhalten:

  • Schwindeldauer: Attacken oder dauernder Schwindel
  • Auslösbarkeit: bei Ruhe oder beim Gehen

Zunächst führt der Arzt ein sorgfältiges Patienten-Gespräch – der Betroffene erläutert umfassend seine Symptome. Infolgedessen tätigt der Arzt eine körperliche Untersuchung – diese beinhaltet die Messung des Blutdrucks, des Pulses und der Augenbewegungen. Des Weiteren erfolgen weitere Tests zur Gleichgewichtsfunktion und Hörfähigkeit – diese kommen aufgrund der gemeinsamen Nutzung des Nervenstrangs zum Einsatz.

Anschließend führt der Arzt Lagerungsproben durch, um den gutartigen Lagerungsschwindel zu diagnostizieren. Hierzu sitzt der Betroffene aufrecht und der Arzt dreht den Kopf des Patienten zur Seite. Anschließend lässt er dessen Oberkörper rasch nach hinten fallen – die Kopfneigung bleibt, währenddessen, die gleiche. Bei einem Lagerungsschwindel tritt beim Patienten ein Augenzittern auf. Lassen sich Hinweise auf eine Erkrankung des Gehirns erkennen, kommen weitere Untersuchungen in Betracht, beispielsweise ein MRT des Schädels.

Behandlung und Therapie

Die Therapie bei Schwindel umfasst verschiedene Maßnahmen – in Abhängigkeit der Schwindelart. Hierbei kann es zur Medikamenteneinnahme, Physiotherapie und Operation kommen. Im Einzelfall hängt die Behandlungsform von der Ursache des Schwindels ab. Eine Therapie ist bei Attacken während der Reise oder der Autofahrt nicht notwendig. Hierbei hilft es, wenn sich der Betroffene – in kurzen Abständen – diesen Reizen aussetzt. Diese Gewöhnung wirkt im Verhältnis als kurzfristige Möglichkeit. Des Weiteren gibt es für solche Fälle bestimmte Medikamente – diese helfen gegen den Schwindel und die gleichzeitige Übelkeit.

Bei Morbus Menière oder einer Entzündung der Gleichgewichtsorgane wirken bestimmte Medikamente, um die Übelkeit und das Erbrechen zu lindern. Hierbei verbessern sich alleinig die Symptome – die Ursache besteht weiterhin. Ein wichtiger Bestandteil der Schwindel-Therapie ist die physiotherapeutische Behandlung. Ein anhaltender Schwindel mit einem entzündeten Nerv heilt durch die Krankengymnastik rasant. Die Übungen setzen sich aus Korrekturbewegungen und sicherer Haltung zusammen – hierbei verbessern sich die Gleichgewichtsreaktionen. Treten die Attacken oftmalig, über einen längeren Zeitraum und mit einer eingeschränkten Hörfähigkeit auf, ist eine operative Behandlung in Betracht zu ziehen. In der Regel haben viele Schwindel-Erkrankungen eine gute Prognose und heilen ohne operative Maßnahmen.



Vorbeugung

Einem Schwindel kann der Mensch nicht vorbeugen – vor allem, wenn das Drehgefühl eine Begleiterscheinung einer Nervenerkrankung ist. Mit Schwindel verbundene Krankheiten zu behandeln, erfordern in diesem Zusammenhang keine vorbeugenden Maßnahmen, um weitere Schwindelattacken zu verhindern.

Leidet der Betroffene bei ungewohnten Bewegungssituationen zu Schwindel, ist diesem ein langsames Angewöhnen an das neue Umfeld zu empfehlen.

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