Schwellungen im Mund

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 2. Juli 2016
Gesundpedia.deSymptome Schwellungen im Mund

Schwellungen im Mund treten oft als Symptom für eine andere Krankheit auf. Sie selbst werden nicht als indiviudelle Erkrankung aufgeführt. Dabei sind sie Begleiterscheinungen von harmlosen Ursachen, aber auch von schwerwiegenderen. Deshalb ist es wichtig, bei anhaltenden Auffälligkeiten eine medizinische Beratung aufzusuchen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Schwellungen im Mund?

Bei Schwellungen im Mund handelt es sich meistens um Schwellungen der Schleimhaut. Diese fungiert als Schutzschicht und besitzt weder eine Hornhaut noch Behaarung. Die Schwellung kann im Mund oder Rachen auftreten, wo Schluckbeschwerden und Schmerzen ausgelöst werden. Je nach Ursache und Ausprägung greift die Schwellung ebenfalls auf die Nasenschleimhäute sowie die unteren Atemwege über.

Die Mundschleimhaut hat eine wichtige Funktion für das Immunsystem. Sie produziert abwehrende Stoffe, welche das Eindringen von Bakterien, Pilzen und Viren verhindern. Somit sollten Veränderungen, insbesondere die des Gewebes und Flecken, nicht ignoriert werden, da die Schwellung Indiz einer schweren Erkrankung sein kann.

Ursachen

Zu den harmloseren Ursachen einer Mundschleimhautschwellung gehören Medikamente, welche diese als Nebenwirkung anführen. Allergiker reagieren auf Blütenpollen, Gräsern und Insektenstichen mit einer rasanten Anschwellung der Schleimhäute. Diese kann sich innerhalb von Sekunden vollziehen und bei hohem Ausmaß die Atemwege verschließen, wodurch eine Erstickungsgefahr droht. Gerade bei Erkältungen sammeln sich die Viren bevorzugt auf den Schleimhäuten an, was ihr vorübergehendes Wachstum erklärt.

Einer der häufigsten Erreger ist der Hefepilz Candida. Ein schwaches Immunsystem begünstigt Schwellungen im Mundbereich. Asthma, Bronchitis, Mumps und Entzündungen im Mund-, Nasen-, Rachenbereich sind weitere Ursachen. Genauso gut kann es sich jedoch auch um Krebs handelt. Bei Männern gehören Tumore im Mundbereich zu den fünfthäufigsten und insgesamt erkranken allein in Deutschland jedes Jahr weitere 13.000 Menschen. Männer sind doppelt so häufig betroffen wie Frauen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Ein Tumor äußert sich durch kleinere Schwellungen, die nicht verheilen und oftmals bluten. Diese treten auf Zahnfleisch, Zunge oder direkt an der Mundschleimhaut auf. Die Sensibilität kann eingeschränkt sein und sich stattdessen ein Taubheitsgefühl breit machen, oft begleitet von roten oder weißen Flecken. Heilen die Irritationen nicht in sieben Tagen ab, so sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen. Ein weiteres Zeichen für einen Tumor sind dauerhafte Hals- und Schluckbeschwerden, sowie Schmerzen in Ohren und Kiefer.

Bei der Diagnose hilft neben einer ausführlichen Untersuchung die Entnahme einer Gewebeprobe des verdächtigen Bereichs. Um die Reichweite des Krebses beurteilen zu können, werden anschließend Röntgen- und Ultraschallgeräte sowie Computertomographien angewendet. Bei einer harmlosen Ursache helfen Schluckbeschwerden und ein Engegefühl im Hals bei der Diagnose. Meistens bedarf es nur einem Blick in den Mund. Schwellungen verweisen eine dunklere Verfärbung sowie eine erhöhte Schleimproduktion. Um die Herkunft der Schwellung zu identifizieren, wird ein Abstrich des Gewebes genommen.

Behandlung und Therapie

Wurde ein Tumor lokalisiert, erarbeitet der Arzt eine Therapieempfehlung, die meistens aus Operationen und Strahlentherapien bestehen. Normalerweise wird der Tumor erst entfernt und restliche Krebszellen anschließend durch eine Strahlentherapie vernichtet. Von dem Zeitpunkt, zu dem die Diagnose gestellt wird, ist auch die Prognose abhängig. Statistisch gesehen überleben ungefähr 50 bis 60 Prozent aller Menschen die ersten fünf Jahre, nach denen der Krebs erkannt wurde.

Bei anderen Ursachen muss herausgefunden werden, welcher Faktor die Schwellung ausgelöst hat, um eben diesen gezielt zu behandelt. So wird bei allergischen Reaktionen ein Kortisonhaltiges Präparat verabreicht. Schnelles Handeln ist hier ausschlaggebend, da die Schwellung die Atemwege komplett blockieren kann. Hat ein Medikament die Schwellung verursacht, muss mit einem Arzt darüber beraten werden, ob der Wirkstoff gewechselt oder komplett abgesetzt werden kann, um ein erneutes Auftreten zu verhindern.

Schwellungen sind oft Begleiterscheinungen von Infektionen. Diese müssen vorrangig behandelt werden. Ein Abstrich gibt Auskunft über den genauen Erreger. Bakteriell bedingte Erkrankungen werden mit Antibiotika behandelt, Herpeserreger mit virenhemmenden Medikamenten, gegen Hefepilze helfen Mittel gegen Pilzerkrankungen, zu denen beispielsweise Nystatin gehört.

Wenn die Schwellung auch Schmerzen verursacht, wird bevorzugt ein Gel verschrieben, welches Lidocain beinhaltet und die Schleimhaut in ihrer Sensibilität stört, sie betäubt. Das generelle Ziel ist es also, die entsprechenden Erreger abzutöten und eventuelle Entzündungen auszuheilen. Zu Beginn kann eine Kühlung der Schleimhaut durch Eiswürfel Abhilfe schaffen. Diese sollten gelutscht werden, sind jedoch nicht dazu geeignet, die Ursache zu beseitigen.



Vorbeugung

Durch den Verzicht oder die Einschränkung von Tabak und Nikotin kann das Risiko reduziert werden, an einem Tumor im Mundbereich zu erkranken. Chronische Zahnfleischentzündungen sollten behandelt werden. Das durch bakterielle, virale oder Pilze ausgelöste Anschwellen sowie Entzündungen der Mundschleimhaut ist ein Zeichen für ein schwaches Immunsystem. Dieses sollte durch eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und einer ausreichenden Flüssigkeitszufuhr gestärkt werden.

Ist das Immunsystem intakt, so sinkt ebenfalls die Wahrscheinlichkeit, dass sich Erreger ansammeln. Liegen Allergien vor, so ist es wichtig, diese zu meiden. Zudem ist es hilfreich, Mitmenschen im sozialen Umfeld aufzuklären, damit diese im Notfall möglichst schnell handeln können.

Bücher über Schwellungen im Mund

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Schwellungen im Mund?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?