Schweißhände

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 18. Oktober 2016
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Schweißhände bezeichnen das Phänomen schwitzender Hände durch sehr viele Auslöser und auch ohne konkreten Anlass. Sie sind zwar aus medizinischer Sicht unproblematisch, aus kosmetischer und gesellschaftlicher Sicht jedoch nicht.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Schweißhände?

Jeder Mensch schwitzt unter gewissen Voraussetzungen auch an den Händen. An der Handfläche sitzen viele kleine Schweißdrüsen, die beispielsweise bei warmem Wetter oder unter erhöhtem Stress dafür sorgen, dass die Hände feuchtwarm werden. Normal sind Schweißhände unter diesen Voraussetzungen - nicht aber dann, wenn sie ständig feucht und schwitzig sind. Dann liegt ein Problem vor, das zwar weniger aus medizinischer, aber aus gesellschaftlicher Sicht sehr unangenehm ist.

Schweißhände hinterlassen auf jeder Oberfläche Spuren und es ist nicht mehr ganz einfach, sich mit einem Händedruck zu begrüßen oder zu verabschieden. Manchmal haben Schweißhände in problematischem Umfang psychologische Ursachen. Häufig handelt es sich bei diesem Problem aber auch um eines mit systemischer Ursache. Leben muss mit den Schweißhänden allerdings kein Betroffener, es gibt Behandlungsmöglichkeiten.

Ursachen

Schweißhände in normalen Ausmaßen treten unter anderem bei warmem Wetter, körperlicher Anstrengung oder seelischem Stress wie Angst oder großer Freude auf. Dies sind Umstände, unter denen nicht nur die Hände ins Schwitzen kommen können - sie sind völlig normal. Schweißhände, die dagegen ständig auftreten, könnten an einer Überaktivität der Schweißdrüsen an der Handinnenseite liegen. Sind diese übermäßig produktiv, sind die Hände fast permanent schwitzig.

Bei nahezu der Hälfte der Patienten mit Schweißhänden ist das Phänomen genetisch bedingt und es hat in der Familie schon einmal jemanden gegeben, dessen Hände eher feucht als trocken waren. Neben einer Hyperaktivität der Schweißdrüsen an den Händen entstehen Schweißhände in meist milder Ausprägung gerne bei Personen, die leicht reizbar sind oder die sich schnell aus der Fassung bringen lassen. Sie liegen dann wahrscheinlich nicht mehr an den Schweißdrüsen, sondern an dem Umstand, dass psychische Erregung zu Schwitzen führen kann.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Schweißhände sind oft in jungen Jahren von der Teenagerzeit bis hinein ins mittlere Erwachsenenalter besonders ausgeprägt. Mit zunehmendem Alter bessern sich die Schweißhände von alleine, zumindest treten sie etwas seltener auf. Das ist aber nicht bei jedem Betroffenen der Fall und bedeutet nicht, dass die Schweißhände irgendwann vollständig verschwinden. Der Arzt wird den Patienten zur Diagnosestellung zunächst befragen, wann und wie oft Schweißhände auftreten und wie lange der Betroffene schon unter diesem Zustand leidet. Es genügt bereits, dass der Patient beschreibt, ständig oder überwiegend unter Schweißhänden zu leiden oder zu beobachten, dass die bei der kleinsten psychischen Aufregung auftreten.

Anschließend bestimmt der Arzt, ob es sich um eine milde oder schwere Form der Ausprägung handelt. Zur Absicherung seiner Diagnose kann er auch einen Abstrich von der Hand entnehmen, die zu diesem Zeitpunkt verschwitzt sein sollte. Das dient der Untersuchung des Schweißes auf Bakterien oder sonstige Hinweise darauf, was die Schweißhände auslösen könnte. Bakterien und sonstige Infektionen können auf diese Weise nachgewiesen werden.

Behandlung und Therapie

Bei jeder Form von Schweißhänden werden zunächst alle nicht-operativen Therapieformen ausprobiert, bevor der Arzt mit dem Patienten über operative Behandlungen spricht. Es gibt verschiedene Puder, Tinkturen und Cremes, die zur topischen Behandlung auf die schwitzenden Handinnenseiten aufgetragen werden können. Diese wirken zwar immer nur stundenweise, sind für Patienten aber eine umsetzbare Möglichkeit, die Schweißhände schnell zu bekämpfen. Bei der milden Form von Schweißhänden reichen sie oft sogar aus, da sie im Bedarfsfall zum Einsatz kommen können.

Noch einfacher geht die Behandlung mit Salbeitee, die keinerlei Nebenwirkungen hat und genau wie eine Creme oder ein Puder auf die schwitzenden Handflächen aufgetragen wird. In Frage kommen auch Akupunktur und Akupressur. Bei der Akupunktur wird eine sehr feine, kurze Nadel an bestimmte Stellen des Körpers gesetzt, was der Patient meistens gar nicht spürt, da sie so dünn ist. Nach chinesischer Medizin soll dadurch eine Beeinflussung des Körpers und damit auch der Schweißhände möglich sein.

Die Akupressur folgt einem ähnlichen Gedanken, nur dass hierbei gedrückt statt mit einer Nadel gearbeitet wird. Helfen diese Behandlungsformen nichts, kommt eine Iontophorese in Frage. Hierbei werden mit Gleichstrom die Drüsen an den Schweißhänden temporär verschlossen, wodurch sie nicht mehr schwitzen können. Der Patient ist dabei wach und verspürt keine Schmerzen, während er die Hände auf eine spezielle Apparatur legt. Lediglich ein Kribbeln in den Händen wurde beschrieben.

Als letzte, da operative Behandlung für Schweißhände bietet sich die operative Blockierung der Nerventeile an, die für das Schwitzen in den Händen zuständig sind. Die sogenannte endoskopische transthorakale Sympathektomie minimiert das Auftreten von Schweißhänden dauerhaft, wenn keine andere Methode mehr hilfreich erscheint. Falls parallel oder hauptsächlich seelische Ursachen für Schweißhände in Frage kommen, bietet sich eine ausschließliche oder begleitende Psychotherapie des betroffenen Patienten an.



Vorbeugung

Eine Vorbeugung gegen Schweißhände im problematischen Umfang gibt es leider nicht. Wenn das Problem schon lange Zeit vorliegt und eine Beeinträchtigung darstellt, ist der Weg zum Arzt unumgänglich, denn es gibt Abhilfe. Betroffene sollten diese Hilfe schnellstmöglich in Anspruch nehmen, um für sich selbst herauszufinden, was die Hände weniger schwitzen lässt. Schließlich stellen Schweißhände nicht nur in gesellschaftlichen Situationen ein unangenehmes Problem dar, sie beeinträchtigen auch die Funktionalität der Hände - und das kann gefährlich werden.

Bei Schweißhänden können Gegenstände nicht mehr sicher gehalten werden, gerade wenn sie schwer oder sperrig sind und ein fester, sicherer Griff wichtig ist. Das wiederum birgt das Risiko von Verletzungen und sollte auf jeden Fall verhindert werden. Sind unter anderem psychische Umstände der Grund für die Schweißhände, sollten Wege gefunden werden, den Auslösern aus dem Weg zu gehen oder zu lernen, besser mit ihnen umzugehen. Dabei kann ein Psychologe eine wertvolle Hilfe sein.

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