Schweißfüße

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. Mai 2017
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Hartnäckige Schweißfüße sind für die Betroffenen überaus unangenehm, weil diese zu einer Geruchsbelästigung sowie zu einer Verunsicherung führen und nicht immer ganz leicht zu behandeln sind.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Schweißfüße?

Unter Schweißfüßen leiden mehr Menschen, als dies häufig angenommen wird. Sowohl Frauen als auch Männer und Kinder können von Schweißfüßen betroffen sein. In der Gesellschaft wird kaum über diese gesundheitliche Beeinträchtigung gesprochen, weil die Patientinnen und Patienten meist einem großen Schamgefühl unterliegen.

Übermäßig schwitzende Füße sind eine Erkrankung, welche in der medizinischen Fachsprache auch als Hyperhidrosis pedis oder Hyperhidrosis plantaris bekannt ist. In diesem Bezug steht die Vorsilbe hyper- für mehr oder übermäßig. Pedis ist der Fuß. Es geht bei Schweißfüßen also um eine vermehrte Abgabe von Schweiß.

Ursache

Die Ursachen für Schweißfüße können in der Veranlagung der Betroffenen selbst liegen oder durch äußere Einflüsse hervorgerufen werden. Zu den inneren Faktoren, welche für die Schweißfüße verantwortlich sind, gehört vorrangig eine Überfunktion der Schweißdrüsen, die sich an den unterschiedlichen Arealen der Füße befinden. Diese basiert wiederum auf einer Fehlfunktion der Hirnanhangsdrüse. Darüber hinaus kann ein Schweißfuß auch durch eine Pilzerkrankung ausgelöst werden, die sich auf der Haut der Füße manifestiert hat.

In der Pubertät schwitzen die Füße aufgrund der hormonellen Umstellung ebenfalls vermehrt, sodass Schweißfüße entstehen können. Emotionaler Stress und einzelne Vorerkrankungen lösen als innere Faktoren ebenfalls Schweißfüße aus. Als äußeres Kriterium für Schweißfüße gilt ein ungesundes Mikroklima, welchem die Füße ausgesetzt sind. Dieses wird durch falsches, überwiegend geschlossenes Schuhwerk ausgelöst, was zu einer mangelhaften Belüftung der Füße führt.

Wann zum Arzt?

Schweißfüße stellen keine gesundheitliche Einschränkung dar und müssen daher nicht zwingend von einem Arzt behandelt oder untersucht werden. Es kann allerdings vorkommen, dass die Schweißfüße das Wohlbefinden des Patienten verringern und zu Depressionen führen. In diesem Fall sollte ein Arzt oder eine Kosmetikerin aufgesucht werden, um die Schweißfüße zu behandeln und den Schweißgeruch zu minimieren.

Oft hängen die Schweißfüße mit einer schlechten und nicht ausreichenden Körperhygiene zusammen. Die Schweißfüße treten vor allem bei hohen Temperaturen auf und können andere Menschen belästigen und auf diese abstoßend wirken. Im schlimmsten Falle folgt eine soziale Ausgrenzung der betroffenen Person. Es gibt einige Mittel gegen Schweißfüße, die in der Apotheke und in der Drogerie erhältlich sind. Diese Mittel wirken bei unterschiedlichen Menschen sehr unterschiedlich und müssen nicht zwingend zu einem Erfolg führen. Die meisten Mittel bekämpfen das Problem nicht direkt, sondern lindern nur die Symptome.

Bei sehr starken Schweißfüßen kann auch eine Stilllegung der Schweißdrüsen durchgeführt werden. Damit wird das Problem sehr stark eingeschränkt. Dieser Eingriff sollte allerdings nur dann vorgenommen werden, wenn die Schweißfüße den Patienten stark belasten. Nicht selten können sich aufgrund von Schweißfüßen auch Pilzinfektionen an den Füßen ausbilden, die einen Arztbesuch notwendig machen.

Diagnose und Verlauf

Die Erkennung von Schweißfüßen ist nicht allzu schwer und basiert in der Regel auf dem unangenehm stechenden Geruch, welcher von den Füßen und der Fußbekleidung ausgeht. Eine medizinische Diagnose beim Schweißfuß ist dahingehend möglich, dass auf die Schweißdrüsen der Füße eine Jodlösung aufgebracht wird. Ist diese eingetrocknet, wird durch die Erzielung einer Blaufärbung durch Stärke eine Überfunktion der Schweißdrüsen nachgewiesen.

Die Stärke der blauen Färbung ist ein Indiz für das Vorliegen einer erhöhten Schweißproduktion. Als weitere diagnostische Variante gilt ein sogenannter Hautstatus. Im Laufe der Ausprägung der Schweißfüße kann es möglich sein, dass über 60 mg Schweiß in einer Minute abgegeben werden.

Komplikationen

In der Regel stellen die Schweißfüße aus medizinischer Sicht keinen gefährlichen oder ungesunden Zustand dar und können bei vielen Menschen dauerhaft oder in bestimmten Situationen eintreten. Vor allem bei körperlichen Aktivitäten, Sportarten oder an heißen Tagen stellen die Schweißfüße bei vielen Menschen ein gewöhnliches Symptom dar. Komplikationen können in erster Linie sozialer und psychischer Natur auftreten. Durch die unangenehmen Gerüche kann es zu Problemen mit Freunden oder Kollegen kommen, sodass es dabei zu einer sozialen Ausgrenzung kommt. Auch psychisch leiden die Betroffenen an [Depressionen oder Minderwertigkeitskomplexen. Weiterhin können die Schweißfüße auch zu Entzündungen und Infekten an den Füßen führen. Dabei kommt es zur Ausbildung von Pilzerkrankungen, die mit starken Schmerzen verbunden sein können. Oft ist es für den Patienten dann nicht mehr möglich, gewöhnlich zu laufen. Die Behandlung selbst kann entweder durch Mittel der Selbsthilfe oder durch einen Arzt erfolgen. Dabei treten keine weiteren Komplikationen ein. Der Arzt kann die Schweißdrüsen entfernen, sodass das Symptom der Schweißfüße verhindert wird.

Behandlung und Therapie

Die Behandlungsmöglichkeiten für Schweißfüße sind recht vielgestaltig und beinhalten sowohl Methoden der Naturheilkunde und Homöopathie als auch der Schulmedizin und diverse Hausmittel. Darüber hinaus ist es wichtig, sich mit einem atmungsaktiven, Schweißgeruch bindenden Schuhwerk auszustatten, um dem Schweißgeruch Einhalt zu gebieten. Dies gilt nicht nur für modische Schuhe im Alltag, sondern insbesondere für Arbeits- und Sicherheitsschuhe.

Als hilfreiche Anwendungen gegen Schweißfüße sind neben regelmäßigen Fußbädern in Salzwasser oder Gerbsäure, pH-neutralen Hautcremes, Waschungen mit kaltem Wasser und Laufen ohne Schuhwerk sowie das häufige Wechseln von Schuhen sinnvoll. Socken und Einlagen mit einer bestimmten Konzentration an Silberionen wirken gegen Schweißfüße als Geruchshemmer und antibakteriell. Zusätzlich können auch Fußpuder und eine professionelle Fußpflege Schweißfüße lindern.

Verschiedene medizinisch gestützte Vorgehensweisen gegen Schweißfüße basieren auf einer Therapie mit Aluminium, einer sogenannten Leitungswasseriontophorese und Einspritzungen von dem aus der Schönheitsmedizin bekannten Botulinumtoxin. Das Botox wird dabei halbjährlich in die Haut der Fußsohle injiziert. Bei der Leistungswasseriontophorese erfolgt eine Kombination aus Wasser und elektrischem Strom in sehr geringen Stromstärken. Dadurch kommt es bei der Mehrheit der gegen Fußschweiß behandelten Personen zu einer Reduzierung der Schweißabsonderung. Die Stromstärke liegt in der Regel zwischen 15 mA und 25 mA - je nach Schmerzempfindlichkeit. Die Spannung erreicht nicht mehr als 40 Volt.

Möglich weiterführende medizinische Therapien gegen Schweißfüße sind eine operative Unterbrechung des Sympathikus, eines speziellen Nervs und eine Einbringung von Phenol in einen Funktionsteil des Sympathikus. Bei der operativen Methode gegen Schweißfüße wird lediglich ein Teil des Sympathikus durchtrennt, bei denen es lediglich um einzelne Ganglien geht. Diese Behandlung ist bislang die höchstmöglichste Maßnahme und erfolgt in Vollnarkose.



Vorbeugung

Durch die Einhaltung spezieller Ratschläge als Vorbeugung gegen Schweißfüße ist es möglich, die hartnäckig auftretende Geruchsbelästigung und das Auftreten von Fußpilz zu vermeiden.

Am leichtesten kann Schweißfüßen in einem gewissen Maß entgegen gewirkt werden, wenn ein gesundes Schuhwerk ausgewählt wird und sich die Füße bei jeder passenden Witterung im Freien bewegen dürfen.

Eine Prophylaxe gegen Schweißfuß ist im eigentlichen Sinn nicht möglich. Es geht vorwiegend darum, die Nebenerscheinungen zu reduzieren, um sich trotz Schweißfüßen wohl und sicher zu fühlen.

Günstig ist es, gegen Schweißfüße schon im Kindesalter auf fußgerechte Schuhe zu achten und die Kleinen ruhig einmal mehr barfuß laufen zu lassen, wenn es das Klima erlaubt.

Bücher über Schweißfüße

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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