Schweißfüße

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Juni 2015
Gesundpedia.deSymptome Schweißfüße

Hartnäckige Schweißfüße sind für die Betroffenen überaus unangenehm, weil diese zu einer Geruchsbelästigung sowie zu einer Verunsicherung führen und nicht immer ganz leicht zu behandeln sind.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Schweißfüße?

Unter Schweißfüßen leiden mehr Menschen, als dies häufig angenommen wird. Sowohl Frauen als auch Männer und Kinder können von Schweißfüßen betroffen sein. In der Gesellschaft wird kaum über diese gesundheitliche Beeinträchtigung gesprochen, weil die Patientinnen und Patienten meist einem großen Schamgefühl unterliegen.

Übermäßig schwitzende Füße sind eine Erkrankung, welche in der medizinischen Fachsprache auch als Hyperhidrosis pedis oder Hyperhidrosis plantaris bekannt ist. In diesem Bezug steht die Vorsilbe hyper- für mehr oder übermäßig. Pedis ist der Fuß. Es geht bei Schweißfüßen also um eine vermehrte Abgabe von Schweiß.

Ursache

Die Ursachen für Schweißfüße können in der Veranlagung der Betroffenen selbst liegen oder durch äußere Einflüsse hervorgerufen werden. Zu den inneren Faktoren, welche für die Schweißfüße verantwortlich sind, gehört vorrangig eine Überfunktion der Schweißdrüsen, die sich an den unterschiedlichen Arealen der Füße befinden. Diese basiert wiederum auf einer Fehlfunktion der Hirnanhangsdrüse. Darüber hinaus kann ein Schweißfuß auch durch eine Pilzerkrankung ausgelöst werden, die sich auf der Haut der Füße manifestiert hat.

In der Pubertät schwitzen die Füße aufgrund der hormonellen Umstellung ebenfalls vermehrt, sodass Schweißfüße entstehen können. Emotionaler Stress und einzelne Vorerkrankungen lösen als innere Faktoren ebenfalls Schweißfüße aus. Als äußeres Kriterium für Schweißfüße gilt ein ungesundes Mikroklima, welchem die Füße ausgesetzt sind. Dieses wird durch falsches, überwiegend geschlossenes Schuhwerk ausgelöst, was zu einer mangelhaften Belüftung der Füße führt.

Diagnose und Verlauf

Die Erkennung von Schweißfüßen ist nicht allzu schwer und basiert in der Regel auf dem unangenehm stechenden Geruch, welcher von den Füßen und der Fußbekleidung ausgeht. Eine medizinische Diagnose beim Schweißfuß ist dahingehend möglich, dass auf die Schweißdrüsen der Füße eine Jodlösung aufgebracht wird. Ist diese eingetrocknet, wird durch die Erzielung einer Blaufärbung durch Stärke eine Überfunktion der Schweißdrüsen nachgewiesen.

Die Stärke der blauen Färbung ist ein Indiz für das Vorliegen einer erhöhten Schweißproduktion. Als weitere diagnostische Variante gilt ein sogenannter Hautstatus. Im Laufe der Ausprägung der Schweißfüße kann es möglich sein, dass über 60 mg Schweiß in einer Minute abgegeben werden.

Behandlung und Therapie

Die Behandlungsmöglichkeiten für Schweißfüße sind recht vielgestaltig und beinhalten sowohl Methoden der Naturheilkunde und Homöopathie als auch der Schulmedizin und diverse Hausmittel. Darüber hinaus ist es wichtig, sich mit einem atmungsaktiven, Schweißgeruch bindenden Schuhwerk auszustatten, um dem Schweißgeruch Einhalt zu gebieten. Dies gilt nicht nur für modische Schuhe im Alltag, sondern insbesondere für Arbeits- und Sicherheitsschuhe.

Als hilfreiche Anwendungen gegen Schweißfüße sind neben regelmäßigen Fußbädern in Salzwasser oder Gerbsäure, pH-neutralen Hautcremes, Waschungen mit kaltem Wasser und Laufen ohne Schuhwerk sowie das häufige Wechseln von Schuhen sinnvoll. Socken und Einlagen mit einer bestimmten Konzentration an Silberionen wirken gegen Schweißfüße als Geruchshemmer und antibakteriell. Zusätzlich können auch Fußpuder und eine professionelle Fußpflege Schweißfüße lindern.

Verschiedene medizinisch gestützte Vorgehensweisen gegen Schweißfüße basieren auf einer Therapie mit Aluminium, einer sogenannten Leitungswasseriontophorese und Einspritzungen von dem aus der Schönheitsmedizin bekannten Botulinumtoxin. Das Botox wird dabei halbjährlich in die Haut der Fußsohle injiziert. Bei der Leistungswasseriontophorese erfolgt eine Kombination aus Wasser und elektrischem Strom in sehr geringen Stromstärken. Dadurch kommt es bei der Mehrheit der gegen Fußschweiß behandelten Personen zu einer Reduzierung der Schweißabsonderung. Die Stromstärke liegt in der Regel zwischen 15 mA und 25 mA - je nach Schmerzempfindlichkeit. Die Spannung erreicht nicht mehr als 40 Volt.

Möglich weiterführende medizinische Therapien gegen Schweißfüße sind eine operative Unterbrechung des Sympathikus, eines speziellen Nervs und eine Einbringung von Phenol in einen Funktionsteil des Sympathikus. Bei der operativen Methode gegen Schweißfüße wird lediglich ein Teil des Sympathikus durchtrennt, bei denen es lediglich um einzelne Ganglien geht. Diese Behandlung ist bislang die höchstmöglichste Maßnahme und erfolgt in Vollnarkose.

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Vorbeugung

Durch die Einhaltung spezieller Ratschläge als Vorbeugung gegen Schweißfüße ist es möglich, die hartnäckig auftretende Geruchsbelästigung und das Auftreten von Fußpilz zu vermeiden.

Am leichtesten kann Schweißfüßen in einem gewissen Maß entgegen gewirkt werden, wenn ein gesundes Schuhwerk ausgewählt wird und sich die Füße bei jeder passenden Witterung im Freien bewegen dürfen.

Eine Prophylaxe gegen Schweißfuß ist im eigentlichen Sinn nicht möglich. Es geht vorwiegend darum, die Nebenerscheinungen zu reduzieren, um sich trotz Schweißfüßen wohl und sicher zu fühlen.

Günstig ist es, gegen Schweißfüße schon im Kindesalter auf fußgerechte Schuhe zu achten und die Kleinen ruhig einmal mehr barfuß laufen zu lassen, wenn es das Klima erlaubt.

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