Schwangerschaftsstreifen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
Gesundpedia.deSymptome Schwangerschaftsstreifen

Schwangerschaftsstreifen sind Dehnungsstreifen, die häufig an Bauch, Hüften, Gesäß, Oberarmen und Brüsten von schwangeren Frauen wegen Überdehnung der Haut auftreten. Die medizinisch harmlosen, aber optisch unschönen Hautstreifen, bilden sich nicht von selbst zurück. Sie sind behandelbar und regelmäßige Massagen während der Schwangerschaft gelten als gute Vorbeugemaßnahmen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Schwangerschaftsstreifen?

Schwangerschaftsstreifen oder Dehnungsstreifen, medizinisch korrekt als Striae cutis atrophicae oder Striae cutis distensae bezeichnet, können an allen Hautpartien auftreten, die einer allmählichen Überdehnung ausgesetzt sind. Es handelt sich um Risse im Bindegewebe der Unterhaut, die durch eine Überdehnung der kollagenen Fasern in der darüber liegenden Lederhaut entstehen. Die kollagenen Fasern der Lederhaut unterhalb der Deckschicht, der Epidermis, verleihen der Haut Elastizität und Festigkeit.

Typischerweise entstehen in den letzten Monaten einer Schwangerschaft eine starke Überdehnung der Haut an Bauch, Gesäß, Hüften, Oberarmen und Brüsten von Schwangeren, die zu mehr oder weniger ausgeprägten Schwangerschaftsstreifen führen. Menschen, die an Adipositas leiden, können ebenfalls Schwangerschaftsstreifen entwickeln. Dabei sind Frauen weitaus häufiger betroffen als Männer.

Ursachen

Ein wichtiger Faktor für die Entstehung von Schwangerschaftsstreifen bei schwangeren Frauen sind ihre hormonellen Umstellungen, die ungünstigen Einfluss auf die Elastizität der Haut haben. Die verringerte Elastizität der Haut bei gleichzeitig zunehmender Überdehnung begünstigen die Bildung von Schwangerschaftsstreifen.

Inwieweit die Veränderung biochemische Prozesse bei der mangelnden Anpassung des Bindegewebes der Lederhaut eine Rolle spielen, wird diskutiert, ist aber noch nicht abschließend geklärt. Eine längere Behandlung mit Cortison kann ebenfalls die Ausbildung von Dehnungsstreifen verursachen, weil die elastischen und kollagenen Fasern der Lederhaut bei suboptimaler Anwendung von Cortisonpräparaten ihre Elastizität verlieren und Risse im Bindegewebe der Unterhaut nicht verhindern können.

Ähnliche Symptome können durch eine dauerhafte suboptimale Behandlung mit adenocorticotropem Hormon (ACTH) verursacht werden. Bodybuilding, das zu einem starken Muskelaufbau über einen kurzen Zeitraum führt, lässt der Haut zu wenig Spielraum für eine Gewöhnung an die geänderten Verhältnisse, so dass die Entstehung von Schwangerschaftsstreifen kaum vermieden werden kann. Eine generelle Bindegewebsschwäche und Umweltfaktoren wie bereits bestehendes Übergewicht und mangelnde sportliche Betätigung spielen ebenfalls eine Rolle.

Diagnose und Verlauf

Schwangerschaftsstreifen in der Haut sind in der Regel optisch und haptisch diagnostizierbar. Bei zweifelhafter Diagnose und Abgrenzungsproblemen zu einer möglicherweise bestehenden Sklerodermie, einer Autoimmunkrankheit der Haut, kann eine mikroskopische Untersuchung des betroffenen Hautgewebes Klarheit schaffen. Unter dem Mikroskop erkennbare gerissene elastische Fasern sowie nahezu fehlendes Bindegewebe bestätigen, dass es sich um Dehnungsstreifen handelt.

Optisch lassen sich die Streifen im Frühstadium an ihrer blassrosa Färbung erkennen. In diesem Stadium lassen sie sich noch nicht ertasten. Im weiteren Verlauf werden die Schwangerschaftsstreifen länger, breiter und tiefer. Sie sind dann quasi als Rinnenmuster unter der Oberhaut tastbar, und sie nehmen allmählich eine blauviolette Färbung an. Nach Wegfall der übermäßigen Zugbelastung der Haut, also nach der Entbindung oder nach Überwindung einer Adipositas entwickeln sich die Striae cutis zu grauweißen Hautstreifen zurück. Sie wirken dadurch optisch unauffälliger, können sich aber nicht mehr vollständig zurückbilden.

Behandlung

Während der Schwangerschaft gibt es nur wenige Möglichkeiten zur Behandlung der Schwangerschaftsstreifen. Hauptsächlich kommen leichte Massagen in Frage und die Anwendung vitaminreicher Öle, um der eine gewisse Regeneration zu erleichtern. Die ansonsten während der akuten Phase empfohlene, regelmäßige Behandlung der betroffenen Hautpartien mit Vitamin-A-Säure haltigen Cremes darf während der Schwangerschaft und der Stillphase nicht erfolgen! Der Wirkstoff regt die die Neubildung von Zellen an und unterstützt damit den natürlichen Regenerationsprozess der Haut.

Die vielfältigen angebotenen weiteren Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten setzen in der Regel voraus, dass die akute Dehnungsphase überwunden ist. Die Regeneration der Haut und Verbesserung des optischen Erscheinungsbildes stehen im Vordergrund. Neben der äußerlichen Anwendung von Vitamin-A-Säurepräparaten können mit speziellen Laserbehandlungen und Trichloressigsäure optische Verbesserungen erreicht werden.

Alternativ zur der Laserbehandlung kann auch eine Kryotherapie angewendet werden, bei der die obersten Hornhautschichten mittels Kältetechnik abgelöst und entfernt werden. Die Trichloressigsäure oder Glykolsäure wird für ein medizinisches Hornhautpeeling eingesetzt. Die Säurebehandlung kann mit einer Mikrodermabrasion verbunden werden, bei der die obersten Hornhautschichten der Oberhaut entfernt werden. Die Dermabrasion wird unter lokaler Betäubung oder unter einer Kurzanästhesie mit einem speziellen Gerät durchgeführt.

Die betroffenen Hautpartien benötigen nach dem Eingriff eine mehrtägige Regenerationsphase. In Ausnahmefällen gibt es auch eine chirurgische Lösung durch Hautverpflanzung oder Zusammenziehung bestimmter Hautpartien, was aber in der Regel zu neuer, unauffäligeren, Narbenbildung führt. Eine vollständige Regeneration der Haut mit vollständiger Rückführung der Streifen ist leider nicht möglich, aber die Möglichkeiten für eine optische Verbesserung sind groß.

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Vorbeugung

Die besten Vorsorgemaßnahmen zur Vermeidung von Schwangerschaftsstreifen sind regelmäßige tägliche leichte Hautmassagen. Um die Haut nicht zusätzlich zu reizen, sollte vitaminreiches Öl oder Massageöl benützt werden. Die sanfte Massage erfolgt in leicht kreisenden Bewegungen. Regelmäßige Bürstenmassagen unter der Dusche und kneippsche Anwendungen sind ebenfalls probate Mittel zur Vorbeugung.

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