Schwalbenwurz

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. Juni 2016
Gesundpedia.deHeilpflanzen Schwalbenwurz

Der Schwalbenwurz ist eine giftige Pflanze aus der Familie Hundsgiftsgewächse. Die Heilpflanze wird ausschließlich homöopathisch oder in Form von Arzneimitteln angewendet. Auf keinen Fall dürfen die unverarbeiteten Kräuter konsumiert werden.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Die wissenschaftliche Bezeichnung des Schwalbenwurzes lautet Vincetoxicum hirundinaria. Er gehört zur Gattung der Schwalbenwurzen und zur Pflanzenfamilie der Hundsgiftgewächse. Die mehrjährige, krautartige Heilpflanze ist die einzige heimische Vertreterin der Seidenpflanzengewächse mit dem botanischen Namen Asclepiadoideae. Es handelt sich um eine artenreiche Unterfamilie, die in tropischen Klimabreiten heimisch ist. Der Schwalbenwurz erreicht Wuchshöhen zwischen 30 und 100 Zentimetern.

Die filigranen Laubblätter sind gegenständig angeordnet und herzförmig. Der Rand ist glatt, die Farbe geht in einen grün-blauen Ton über. Die kleinen Kronen verzeichnen fünf weißlich-gelbe Kronblätter. Der Schwalbenwurz blüht in der Zeit von Mai bis August. Er wächst als Klimmstaude oder Hemikryptophyt (Schaftpflanze). Die Blüten sind Klemmfallenblüten, deren Pollen in Paketeinheiten übertragen werden. Die Bestäubung erfolgt durch Fliegen. Die vegetative Ausbreitung geschieht durch Ausläufer, Fruchtreife ist von August bis Oktober.

Vorkommen und Anbau

Der Schwalbenwurz ist giftig! Lediglich Extrakte oder homöopathische Dosierungen der Pflanze werden gegen Ödeme, Harn- und Nierenleiden eingesetzt.

Der Schwalbenwurz ist ganz Europa verbreitet. In Deutschland gibt es keine größeren Einzelvorkommen. Die Pflanze wächst weit verstreut. Sie bevorzugt trocken-warme, lichte Wälder und steinige Trockenrasen. In Mitteleuropa muss der Boden kalk- und humushaltig sowie locker sein. Gerne darf der Standort steinig sein, Steinschutt, Sandböden, Ton- und Lehmböden bieten ideale Wachstumsbedingungen.

Der Schwalbenwurz gedeiht in Blutstorchschnabel-Basalgesellschaft. Er gesellt sich zu Pflanzenarten, die dieselben Wachstumsbedingungen bevorzugen. In Berglandschaften wächst die Heilpflanze an skelettartigen Steilhängen in trocken-warmen Gegenden und auf Schutthalden. Sie gedeiht gleichfalls in Buchen-, Eichen- und Schneeheide-Kiefernwäldern. Sie ist eine Pionierpflanze sowie ein Tief- und Intensiv-Wurzler.

Anwendung und Wirkung

Der Schwalbenwurz wirkt schweiß- und harntreibend. Er wird eingesetzt zur Behandlung schlecht heilender Wunden, bei Ödemen, Wassersucht, Verdauungsproblemen und Geschwüren. Medizinisch verwendeter Bestandteil ist der Wurzelstock. Aufgrund seiner toxischen Wirkung wird der Schwalbenwurz jedoch nur in der Homöopathie und als Beigabe zu Fertig-Arzneimitteln verwendet.

Hauptanwendungsgebiet ist die Behandlung von Erkältungskrankheiten und Virusinfektionen. Als Inhaltsstoffe wirken fünfzehn Oxasteroidglykoside wie Anhydrohirundigenin und Hirundigenin. Weitere Wirkstoffe sind Alkaloide wie Tylophorin, Sterolem, Triterpene, Phenolcarbonsäurederivate, Chlorogensäure und Sinapinsäure. Ein beliebtes Mittel zur Behandlung von Erkältungskrankheiten und Virusinfektionen ist Schwalbenwurz-Heel, das unter dem Namen Engystol vertrieben wird. In diesem Arzneimittel wirkt der abwehrsteigernde Schwalbenwurz in Verbindung mit dem auswurffördernden Schwefel (Sulfur).

Die Homöopathie verwendet Schwalbenwurz unter der Bezeichnung Vincetoxicum oder Cynanchum zur Behandlung von Erkältungskrankheiten, entzündlichen Prozessen und Virusinfektionen. Das Mittel ist in Form von Globuli erhältlich. Der Patient nimmt dreimal täglich fünf Globuli. Alternativ ist die Vergabe von drei Tabletten oder fünf- bis zwanzig Tropfen (Dilution) dreimal täglich möglich. Vincetoxicum wirkt auch prophylaktisch und kann eine Ansteckung mit Erkältungskrankheiten und Virusinfektionen verhindern.

Homöopathische Schwalbenwurzmittel können auch in Kombination mit dem Komplexmittel Meditonsin eingenommen werden, das die klassischen Erkältungsmittel Aconitum (Eisenhut), Atropinum sulfuricum (Schwefel) und Quecksilber (Mercuris cyanatus) enthält. Der Schwalbenwurz spielt in der Homöopathie und der Naturheilkunde keine große Rolle mehr, da es Tri-Komplexmittel mit einer besseren Wirkung gibt. Alternative Einzelmittel für die zuvor genannten Beschwerden sind zum Beispiel Ferrum phosphoricum (Eisenphosphat), Aconitum napellus (Blauer Eisenhut), Gelber Enzian, Gelber Jasmin, Sulfur (Schwefel), Acidum nitricum (Salpetersäure), Echinacea, Vermiculite (Silikat), Belladonna (Tollkirsche), Brennessel oder Silicea.

Wogegen hilft Schwalbenwurz?

Bedeutung für die Gesundheit

Der Schwalbenwurz ist eine giftige Heilpflanze, ihre toxische Wirkung kann im Ernstfall durch Lähmung der Atemwegsorgane zu einer ähnlich tödlichen Wirkung führen wie beim Blauen Fingerhut und Blauen Eisenhut. Die Verwendung in Form homöopathischer Globuli und Tabletten sowie als Komplexmittel wie Engystol ist jedoch ungefährlich. Homöopathische Arzneimittel wirken positiv auf das Immunsystem ein, indem einzelne Pflanzenbestandteile, die für sich genommen als Kräuterextrakte schon sehr wirksam sind, verarbeitet und hoch potenziert werden.

Eigenverantwortlich sollten homöopathische Mittel jedoch nur bei ausreichender Fachkenntnis verwendet werden, da der Patient ansonsten in eine Arzneimittelprüfung kommen kann, was bedeutet, dass entweder keine Wirkung oder eine gegenteilige Wirkung, die zur Verschlimmerung des Beschwerdebildes führt, eintritt. Ein Homöopath nimmt das Leitbild der Symptome auf und verabreicht die geeigneten Mittel gemäß dem Arzneimittelversuch. Entsprechend des Simileprinzips treten bei dem Patienten die Selbstheilungskräfte des Organismus und Heilung nach anwendbaren Regeln auf.

Da Schwalbenwurz als Vincetoxicum keine große Rolle mehr spielt, ist die Vergabe in Kombination mit den Einzelmitteln Byronia (Weiße Zaunrübe), Aconitum (Eisenhut), Eupatorium (Wasserhanf), Ipecacuanha (Brechwurz) und Gelsemium (Carolina Jasmin) indiziert. Das abwehrstimulierende Vincetoxicum wirkt in idealer Weise mit den weiteren Einzelmitteln zusammen, die sich lindernd auf eine trockene Bronchitis und Schnupfen auswirken, Fieber senken und gegen Entzündungen der Nasennebenhöhlen vorgehen. Das vegetative Nervensystem wird durch Ausschaltung von Nerven- und Kopfschmerzen, die auf chronische Katarre der Luftwege zurückgehen, wieder ins Gleichgewicht gebracht. Ferner wird das Abhusten festsitzender Schleimsekrete ermöglicht.

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