Schmerzen im Mittelfuß

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 18. Mai 2017
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Schmerzen im Mittelfuß (Metatarsalgie) entstehen häufig durch Verletzungen, eine Überlastung oder Fehlstellungen der Füße. Die Therapie hängt von der Ursache ab und fällt demzufolge sehr unterschiedlich aus. Dabei können jedoch die Art der Schmerzen und die Lokalisation Hinweise liefern.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Schmerzen im Mittelfuß?

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Medikamente gegen: Schmerzen

Zu den Schmerzen im Mittelfuß werden lediglich die Schmerzen gezählt, die im Bereich der Mittelfußknochen auftreten. Meistens treten die Beschwerden während der Belastung auf, zum Beispiel beim Gehen oder Abrollen. Selten bestehen Ruheschmerzen. Die verschiedenen Formen der Schmerzen im Mittelfuß unterscheiden sich zudem darin, dass sie beim [[Barfußla ufen]] vorhanden sind oder die Schmerzen ausschließlich in Schuhen auftreten. Der untersuchende Arzt unterteilt die Mittelfußschmerzen anhand der Ursache der Beschwerden und leitet daraufhin eine geeignete Therapie ein.

Ursachen

Die Schmerzen im Mittelfuß können im Stehen beispielsweise durch eine Nervenreizung oder eine chronische Nervenentzündung (Morton Neurom) entstehen. Bei Letzterem liegt ein Nervenkompressionssyndrom der Plantarnerven vor. Verursacht werden die Beschwerden häufig durch einen Senk-/Spreizfuß. Zudem können sie aus den Grundgelenken der Zehen resultieren. Dies resultiert häufig aus einer chronischen Überlastung.

Zu den Erkrankungen, die dadurch entstehen können, gehören unter anderem verschiedene Formen der Kapselverletzung oder eine Arthritis. Eine Bindegewebsschwäche kann für solch arthrogene Beschwerden ursächlich sein. Eine spreizfußbedingte Überlastung kann ebenso zu Schäden am Mittelfuß führen. Bei einem Spreizfuß handelt es sich um eine Aufweitung der Mittelfußknochen. Dabei tritt aufgrund einer Veränderung der Druckverhältnisse eine Belastung des Vorfußes auf.

Die möglichen Folgen sind eine Entzündung im Mittelfußknochen oder Reizungen der Mittelfußköpfchen sowie der Gelenke. Diese Symptome treten oftmals zusammen mit Großzehenfehlstellungen auf, was zu Beschwerden beim Stehen und Gehen der benachbarten Mittelfußknochen führt. Bei einer zu frühen Belastung können auch Frakturen zu anhaltenden Schmerzen im Mittelfuß führen.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Führen die Schmerzen im Mittelfuß zu Problemen bei der Fortbewegung, muss ein Arzt aufgesucht werden. Kann der Fuß nicht aufgestellt, abgerollt oder mit dem Eigengewicht belastet werden, liegen Erkrankungen oder Verletzungen vor, die behandelt werden müssen. Breiten sich die Schmerzen über den ganzen Fuß oder in den Unterschenkel aus, muss ein Arzt konsultiert werden. Es können Schäden der Nerven vorliegen, die sich über das gesamte Bein ausbreiten können.

Kommt es zu Gefühlsstörungen im Fuß, können Probleme der Durchblutung vorliegen, die untersucht werden müssen. Darüber hinaus besteht ein höheres Unfall- und Verletzungsrisiko, da die Wahrnehmung am Fuß beeinträchtigt ist. Lösen die Schmerzen im Mittelfuß eine Fehlhaltung des Beckens oder Oberkörpers aus, müssen Korrekturen vorgenommen werden. Es drohen dauerhafte Schäden des Skelettsystems, wenn keine Behandlung erfolgt.

Stellen sich die Schmerzen im Mittelfuß durch das Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen ein, muss das Schuhwerk gewechselt werden. Ein Arztbesuch ist in diesen Fällen nicht notwendig, da es genügt, geschlossene Schuhe ohne Absätze zu tragen oder, sofern möglich, für einige Zeit barfuß zu laufen. Kommt es zu Schwellungen an den Füßen, treten Hautveränderungen ein oder hat der Betroffene ein starkes Übergewicht, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Diagnose und Verlauf

Um die Diagnose der Mittelfußschmerzen stellen zu können, ist zunächst einmal eine Anamnese (ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch) erforderlich. Hierbei wird neben den genauen Beschwerden beispielsweise auch nach den Schuhen und den daraus resultierenden Haltungen des Fußes sowie nach eventuellen Vorerkrankungen, beispielsweise einer Arthrose oder einer früheren Fraktur im Bereich des Mittelfußes gefragt. Zudem kann das Betrachten der Füße hilfreich sein. Der Arzt ist dadurch in der Lage, eventuelle Deformitäten zu erkennen.

Zusätzlich wird der Fuß abgetastet, um beispielsweise Schwielen zu erkennen. Hierbei wird zudem oftmals festgestellt, dass das Fettpolster unterhalb des Fußes, das einen schützenden Effekt hat, schmaler ist. Kann die Diagnose noch immer nicht sicher gestellt werden, wird der Arzt noch ein Röntgenbild des Fußes anfordern. Dies ist besonders der Fall, wenn der Verdacht besteht, dass im Bereich des Mittelfußes ein Bruch besteht. Mit der Röntgenuntersuchung in Belastung (im Stehen) ist außerdem die Bestimmung der Druckverteilung möglich. Als Ergänzung helfen hochauflösende kernspintomographische Untersuchungen, um die unterschiedlichen Auslöser der Schmerzen im Mittelfuß differenzieren zu können. Verschiedene Ursachen der Beschwerden haben auch unterschiedlich Verläufe und charakteristische Symptome.

Komplikationen

Schmerzen im Mittelfuß können das Leben eines Patienten stark einschränken. Dabei sind gewöhnliche Bewegungen oder belastende körperliche Arbeiten nicht mehr möglich. Auch eine sportliche Betätigung kann in den meisten Fällen bei Schmerzen im Mittelfuß nicht mehr durchgeführt werden. Oft sind die Schmerzen so stark, dass auch Stehen und Gehen nicht mehr möglich sind und der Patient hierbei auf einen Rollstuhl oder auf Krücken und andere Gehhilfe angewiesen ist.

Nicht selten werden die Schmerzen im Mittelfuß durch Diabetes hervorgerufen. In diesem Falle ist eine Behandlung durch den Arzt notwendig. Sollten die Schmerzen nach einer schweren Belastung oder nach einer ausdauernden Sportart auftreten, so benötigt der Fuß auf jeden Fall Ruhe und muss sich entspannen. In der Regel verschwinden die Schmerzen dann schon nach wenigen Tagen und führen zu keinen weiteren Komplikationen. Durch den Missbrauch von Nikotin und Alkohol können Nerven im Fuß geschädigt werden, was zu den Schmerzen im Mittelfuß führt. Die Behandlung kann entweder durch Schmerzmittel oder durch einen operativen Eingriff erfolgen. In den meisten Fällen führt sie zu einem positiven Krankheitsverlauf, ohne dass es zu weiteren Komplikationen kommt. Schmerzmittel sollten allerdings nicht über einen langen Zeitraum eingenommen werden, da sie dem Magen schaden können.

Behandlung und Therapie

Bei der Therapie der Schmerzen im Mittelfuß kommen zunächst einmal allgemeine Therapieansätze zum Einsatz. Wenn diese zu wenig Wirkung zeigen oder die Beschwerden chronisch werden, das heißt, länger als drei bis sechs Monate anhalten, stehen weiterführende multimodale Behandlungskonzepte von Schmerzkliniken zur Verfügung. Dabei gilt grundsätzlich: Je früher, desto besser. Bei der Therapie der Mittelfußschmerzen ist es wichtig, die Symptome zu mildern und zukünftig ein erneutes Ausbrechen zu vermeiden. Daher muss der Patient beispielsweise darauf achten, geeignete Schuhe zu tragen.

Zu enges Schuhwerk und hohe Absätze beispielsweise sind ungeeignet. Mit dieser Methode können bei vielen Patienten die Beschwerden oftmals schon verbessert werden. Auf die Fußform angepasste Einlagen bieten eine zusätzliche Unterstützung, beispielsweise im Rahmen eines Spreizfußes. Es gibt spezielle Metatarsalbandagen mit Pelotten, durch die der Mittelfuß entlastet wird. Anfangs kann die Anwendung lokaler Schmerzmittel erforderlich sein, um eine aus den Schmerzen resultierende falsche Gangart zu vermeiden. Auch kann es hilfreich sein, den betroffenen Bereich mehrmals am Tag für etwa 15 Minuten mit Eis zu kühlen. Dabei muss jedoch darauf geachtet werden, dass das Eis in ein Tuch gewickelt wird. Es darf mit der Haut niemals direkt in Berührung kommen.

Ein zusätzliches Programm zur Stabilisierung und zum Training der Fußmuskulatur ist ebenso sehr wichtig, denn häufig ist der Verlust der Muskelfunktion die Ursache der Beschwerden. Des Weiteren können eine Ultraschallbehandlung unter Wasser sowie eine sanfte Massage die Schmerzen im Mittelfuß lindern. Ist die Ursache für die Schmerzen im Mittelfuß in einem Bruch begründet, muss der Patient operiert werden, um eine Heilung zu erzielen. Das Gleiche gilt manchmal bei weit voran geschrittenen Beschwerden. Hierbei werden oftmals die Mittelknochen verkürzt und somit die Köpfe der Mittelfußknochen weiter nach hinten gezogen. Zudem ist auf operativem Wege die Befreiung oder Entfernung eines gereizten oder eingeklemmten Nervs möglich.



Vorbeugung

Um Schmerzen im Mittelfuß zu verhindern, ist es wichtig, dass auf geeignetes Schuhwerk geachtet wird. Die Schuhe sollten über eine gute und federnde Sohle verfügen. Zudem dürfen sie keinesfalls zu eng sein. Bei regelmäßigem Sport empfiehlt es sich, Einlagen zu verwenden, die sich der entsprechenden Form des Fußes anpassen. Bei Frauen sind Schuhe mit hohen Absätzen oftmals der Auslöser der Beschwerden. Das Gleiche gilt für Sandaletten ohne ein Sohlen-Profil. Zudem gilt Übergewicht als eine Ursache für Schmerzen im Mittelfuß. Daher ist es wichtig, dieses zu verringern, um die Last von den Füßen zu nehmen.

Resultieren die Beschwerden aus einer Verletzung, sollte mit der körperlichen Bewegung oder anstrengenden Tätigkeiten nicht zu früh begonnen werden. Dem Mittelfuß muss ausreichend Erholung gegönnt werden. Im Allgemeinen sollten belastende Sportarten, die die Füße unter Spannung setzen, vermieden werden. Fußfreundlicher sind zum Beispiel Schwimmen und Radfahren. Zudem sollten die Füße möglichst oft vom Körpergewicht entlastet, also hochgelegt oder abgestützt werden. Dadurch ist es ebenso möglich, Schmerzen im Mittelfuß vorzubeugen.

Bücher über Fußschmerzen

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Mayer, C. et Siems, W.: 100 Krankheitsbilder in der Physiotherapie, Springer Medizin Verlag, 1.Auflage, 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2012
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014

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