Schmerzen im Handgelenk

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 1. Oktober 2016
Gesundpedia.deSymptome Schmerzen im Handgelenk

Schmerzen im Handgelenk verschwinden häufig sehr schnell wieder und werden nicht deshalb nicht sonderlich ernst genommen. Wenn sie sich jedoch wiederholt einstellen, sollte man der Sache auf den Grund gehen und einen Arzt aufsuchen. Denn dann können sich ernsthafte Erkrankungen hinter den Schmerzen im Handgelenk verbergen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Schmerzen im Handgelenk?

Schmerzen im Handgelenk unterscheiden sich durch die Art und Weise, wie der Schmerz ausstrahlt. Der Mediziner definiert die Schmerzen im Handgelenk zunächst anhand dieses spezifischen Schmerzbildes. Davon ausgehend grenzt er die möglichen Ursachen ein.

Dumpfe, dauerhafte Schmerzen im Handgelenk, die Zahnschmerzen ähneln, deuten etwa auf eine Arthritis hin. Ein stechender, pochender Schmerz im Handgelenk lässt eine Entzündung der Sehnenscheide vermuten. Darüber hinaus spielen die Umstände eine Rolle, unter denen die Schmerzen im Handgelenk auftreten. Ist der Patient zuvor gestürzt? Hat er körperlich gearbeitet? Oder verspürt er Schmerzen im Handgelenk, ohne dass er die Hand belastet hat?

Ursachen

Die meisten Schmerzen im Handgelenk entstehen infolge einer Überbelastung oder einer Verletzung. Körperliche Arbeit, die insbesondere die Handgelenke über einen längeren Zeitraum belastet, kann Bänder und Muskeln überstrapazieren. Man nennt das umgangssprachlich einen Muskelkater.

Eine Sehnenscheidenentzündung ist die schwerste Form dieser Erkrankung. Sie kann im Handgelenk auch durch einen sogenannten "Mausarm" hervorgerufen werden. Darunter leiden Menschen, die jeden Tag die gleichen Bewegungen an der Computermaus oder Tastatur ständig wiederholen.

Treten die Schmerzen im Handgelenk hingegen nach einem Sturz auf, weisen die Umstände auf eine Verstauchung oder Bruch des Handgelenks hin. Der Gelenkverschleiß, die sogenannte Arthrose, entsteht durch Abrieb des Knorpels im Gelenk. Dieser kann von einem länger zurückliegenden Bruch der Speiche herrühren.

Chronische Schmerzen im Handgelenk deuten bei Heranwachsenden wiederum auf eine Lunatummalazie hin. In diesem Fall wird der Handwurzelknochen mit zu wenig Blut versorgt. Auch Zysten in den Weichteilen können Schmerzen im Handgelenk verursachen. Beim Karpaltunnelsyndrom löst die Entzündung eines Nervs in der Handwurzel die Schmerzen im Handgelenk aus.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Bei Schmerzen im Handgelenk untersucht der Arzt zunächst, ob Schwellungen oder sonstige Verformungen sichtbar sind. Er testet, wie kräftig der Patient zupacken kann. Außerdem verschafft er sich Klarheit, wie es um die Beweglichkeit des Gelenks bestellt ist.

Sofern der Arzt von einer ernsten Erkrankung ausgehen muss, führt er eine Röntgenuntersuchung oder eine Computertomografie durch. Eventuell verabreicht er dem Patienten zuvor eine geringe Dosis radioaktiven Materials. Hellere Bildstellen in der Röntgenaufnahme machen Knochenbrüche, entzündetes Gewebe oder eine Arthrose sichtbar.

Beim Karpaltunnelsyndrom nutzt der Arzt ein sogenanntes Elektromyogramm, bei der die Aktivität der Muskeln gemessen wird. Als letzte Möglichkeit bleibt die Gelenkspiegelung. Der Arzt schiebt einen schmalen Schlauch mit winziger Kamera in das Gelenk. Dadurch kann er Knorpelbeschädigungen feststellen, wenn Arthrose die Schmerzen im Handgelenk hervorruft.

Diagnose

Beim Karpaltunnelsyndrom kann die Schilderung der Symptomatik durch die Betroffenen bereits auf die Erkrankung hindeuten. Anhand verschiedener klinisch-neurologischer Tests werden die Hände und die Funktion des Medianusnervs auf ein Karpaltunnelsyndrom geprüft.

So deuten ein Klopfschmerz und Gefühlsstörungen während des Beklopfens des Medianusnervs (Hoffmann-Tinel-Zeichen) sowie Schmerzen und Sensibilitätsstörungen bei einem maximal gebeugten Handgelenk (Phalen-Test) auf ein Karpaltunnelsyndrom.

Im fortgeschrittenen Verlauf eines Karpaltunnelsyndroms kann wegen der partiellen Lähmung eine Flasche nicht mehr von den Betroffenen umfasst werden (Flaschen-Test).

Wird bei der Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) des Medianusnervs und der elektrischen Muskelaktivität (Elektromyographie) zwischen der betroffenen und nicht-betroffenen Hand ein Unterschied festgestellt, weist dies gesichert auf ein Karpaltunnelsyndrom hin.

Behandlung

Schmerzen im Handgelenk, die aus Überbelastung oder Verstauchungen resultieren, lassen sich durch Schonung des Gelenks heilen. Gegen die Schmerzen im Handgelenk hilft eine entzündungshemmende Salbe oder Kühlung mit Eiswürfeln. Schmerzmittel, die bei Schmerzen im Handgelenk helfen, sind Voltaren, Paracetamol oder Ibuprofen.

Diagnose Karpaltunnelsyndrom - Während einer minimal-invasiven Operation wird das Karpalband gespalten, um den Nerv zu entlasten.

Bei einer schwerwiegenden Zerrung des Bandapparats bringt der Arzt einen Bandagenverband an. Das Gelenk muss eine Weile ruhiggestellt werden, um sich erholen zu können.

Sofern das Handgelenk gebrochen ist, packt der Arzt den Unterarm in Gips. Nur bei komplizierten Frakturen wie zum Beispiel einem Trümmerbruch ist eine Operation notwendig. Dann verschraubt der Chirurg den Knochen.

Ein operativer Eingriff ist mitunter auch beim Karpaltunnelsyndrom notwendig, um den Tunnel zu weiten und die Schmerzen im Handgelenk zu beseitigen. Bei einer Arthrose setzt der Arzt zunächst entzündungshemmende Medikamente ein. Gegebenenfalls spritzt er Hyaluronsäure.

Sollte diese Methode nicht anschlagen, muss er einzelne Nerven abtrennen, welche die Schmerzen im Handgelenk anzeigen. Im Endstadium einer Arthrose setzt der Arzt dem Patienten ein künstliches Gelenk ein. In manchen Fällen bleibt als letzte Option die operative Versteifung des Gelenks, um den Schmerzen im Handgelenk zu lindern.



Vorbeugung

Schmerzen im Handgelenk lassen sich nur bedingt verhindern. Heutzutage gibt es eine große Auswahl an ergonomischen Tastaturen oder Mauspads mit einer schonenden Handgelenksauflage aus Gel. Wer täglich viel am Computer arbeitet, kann sich dadurch Schmerzen im Handgelenk ersparen. Die Unterarme sollten zudem mit der Tischplatte eine gerade Linie bilden. Die Handgelenke sollten nach Möglichkeit aufliegen.

Sportler können ihre Handgelenke mit Gelenkstützen schützen, um Schmerzen im Handgelenk aufgrund einer Sturzverletzung zu mindern. Außerdem sollte man darauf achten, die täglich empfohlene Menge von rund 1000 Milligramm Kalzium einzunehmen. Das stärkt die Knochenstruktur und macht Schmerzen im Handgelenk weniger wahrscheinlich.

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