Schmerzen im Gesicht

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. April 2015
Gesundpedia.deSymptome Schmerzen im Gesicht

Schmerzen im Gesicht sind schmerzhafte Empfindungen und kommen relativ häufig vor. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von Nervenschmerzen über Erkrankungen des Kiefers oder der Zähne bis hin zu Gürtelrose, Multiple Sklerose oder einem Hirntumor.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Schmerzen im Gesicht?

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Schmerzen an Wangen, Kiefer, Schläfen, im Bereich der Ohren, Augen, Nase und des Mundes sowie an Gesichtsmuskeln und –haut werden als Gesichtsschmerzen bezeichnet. Je nach zugrundeliegender Erkrankung können die Gesichtsschmerzen nur eine oder beide Gesichtshälften betreffen, an bestimmten Nerven entlang verlaufen oder nur in einzelnen Bereichen um die Augen, den Mund oder die Nase auftreten.

Teilweise bilden sich in diesem Zusammenhang auch Nacken-, Schulter- oder Rückenschmerzen heraus. Zu den häufigsten Formen der Gesichtsschmerzen zählen die Trigeminusneuralgie und der anhaltende idiopathische Gesichtsschmerz. Als Trigeminusneuralgie werden plötzlich einsetzende, extrem starke und stechende Nervenschmerzen bezeichnet, die meist nur wenige Sekunden anhalten.

Idiopathische Gesichtsschmerzen treten erst unregelmäßig, im weiteren Verlauf täglich auf, besitzen nicht die Merkmale einer Neuralgie und sind nicht auf andere Erkrankungen zurückzuführen. Die brennenden, bohrenden Schmerzen deuten auf eine akute Entzündung hin, ohne dass sich krankhafte Veränderungen an Gesicht, Kiefer und Zähnen nachweisen lassen. Mitunter lässt sich trotz zahlreicher Untersuchungen keine körperlichen Quelle für die Gesichtsschmerzen ausmachen: Mediziner bezeichnen diese Form als idiopathische Gesichtsschmerzen.

Ursachen

Zu den wichtigsten Auslösern von Schmerzen im Gesicht gehören Störungen an den Nerven (Neuralgien). Die sehr intensiven Schmerzen, die auf eine Schädigung des fünften Hirnnervs – dem Trigeminusnerv – zurückgehen, können durch eng benachbarte Blutgefäße ausgelöst werden, die auf den Nerv drücken (klassische Trigeminusneuralgie).

Aber auch andere Erkrankungen wie Multiple Sklerose, die zu einer Entzündung des Nervs führen, oder Nerventumore können die extremen Gesichtsschmerzen verursachen (symptomatische Trigeminusneuralgie). Betroffen sind die Bereiche des Gesichts, die der Trigeminusnerv versorgt: Der Nervenknoten zweigt sich nach seinem Austritt aus der Schädelbasis in drei Hauptäste auf, von denen der erste Ast Empfindungen von Stirn, Stirnhöhle und Augen, der zweite Ast solche von Oberkiefer (einschließlich der Zähne) und Wange und der dritte Ast die der Unterkieferregion an das Gehirn übermittelt.

Als weitere Ursache für akute oder chronische Gesichtsschmerzen kommt eine Gürtel- oder Gesichtsrose in Betracht. Das Virus verbleibt auch nach überstandener Herpesinfektion in den Nervenknoten und kann eine postherpetische Zosterneuralgie auslösen. Auch Fehlstellungen der Zähne oder Kiefer, tiefe Zahnkaries sowie Entzündungen des Zahnfleisches oder der Zahnwurzel können ursächlich für Gesichtsschmerzen sein.

Lassen sich für andauernde Gesichtsschmerzen keine Grunderkrankungen oder sonstigen Ursachen ausmachen, kommen psychologische oder psychosomatische Störungen in Betracht. Der anhaltende idiopathische Gesichtsschmerz kann auch eine Spätfolge einer bereits verheilten Verletzung oder Operation im Bereich des Gesichts sein.

Krankheiten

Typische Krankheiten von Schmerzen im Gesicht:

Diagnose und Verlauf

Um die Ursache der Schmerzen im Gesicht zu ergründen und eine erfolgreiche Therapie einzuleiten, bedarf es zunächst eines ausführlichen Anamnesegesprächs, bei dem Art, Ort und Dauer der Beschwerden genau beschrieben werden. Weitere Untersuchungen werden anschließend in der Regel von Fachärzten übernommen.

Zur Bestimmung einer Trigeminusneuralgie wird eine Kernspin- oder Computertomographie veranlasst, um möglicherweise bestehende Tumore und Verletzungen zu erkennen. Bluttests und gegebenenfalls eine Untersuchung der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit geben Aufschluss über mögliche Nervenschäden.

Deutet die Beschreibung der Gesichtsschmerzen auf eine Fehlfunktion im Zahn- oder Kieferbereich hin, bedarf es weiterer zahnärztlicher oder kieferorthopädischer Untersuchungen. In der Regel wird der Kieferbereich geröntgt, um die Diagnose zu sichern. Besteht der Verdacht auf idiopathische Gesichtsschmerzen müssen alle anderen möglichen Ursachen für die schmerzhaften Empfindungen im Gesicht ausgeschlossen werden.

Da operative Eingriffe den idiopathischen Gesichtsschmerz verstärken würden, sind gründliche nicht-invasive Untersuchungen notwendig: Neben einem zahnärztlichen- und kiefernorthopädischen Check up wird auch der Hals-Nasen-Ohren-Bereich gründlich überprüft. Röntgenbilder von Gesicht und Kiefer sowie eine Computer- oder Kernspintomografie des Schädels zeigen, ob Auffälligkeiten auf eine Grunderkrankung hinweisen oder nicht.

Behandlung und Therapie

Die Therapie der Gesichtsschmerzen hängt ganz entscheidend von der zugrundeliegenden Ursache ab. Liegen organische Erkrankungen wie Zahnwurzelentzündungen, Augen- oder Nasennebenhöhlenentzündungen oder Hirntumore vor, besteht die Behandlung in der Bekämpfung der Schmerzursache.

Bei einer Trigeminusneuralgie wird zunächst mit Medikamenten therapiert. Da eine klassische Schmerztherapie mit Analgetika, die ihre Wirkung erst nach etwa 30 Minuten entfalten, nicht zielführend ist, kommen vor allem Antiepileptika zum Einsatz, die Schmerzattacken wirksam vorbeugen. Seltener werden chirurgische Eingriffe durchgeführt, bei denen entweder der gereizte Nerv entlastet oder die Schmerzleitung am Nervenknoten ausgeschaltet wird. Mit einem Gamma-Knife oder einem Cyber-Knife wird bei diesem Verfahren Strahlenenergie präzise auf das Gewebe geschossen.

Mögliche Folgen können Gefühls- und Hörstörungen oder Sehprobleme sein. Steht die Diagnose anhaltender idiopathischer Gesichtsschmerz fest, können trizyklische Antidepressiva bei der Schmerzlinderung und Stimmungsaufhellung helfen. Akupunktur oder eine elektrische Stimulation der Nerven wirkt sich mitunter positiv auf die Gesichtsschmerzen aus.

Da eine dauerhafte Heilung in der Regel nicht gelingt, empfehlen Neurologen den Betroffenen eine Verhaltenstherapie, in der sie mit den Schmerzen umzugehen und Ängste abzubauen lernen. Dort werden ihnen auch Strategien zur Stressbewältigung und Entspannung aufgezeigt.

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Vorbeugung

Es gibt keine sicheren Methoden zur Vorbeugung von Gesichtsschmerzen. Empfehlenswert ist es, Stress zu vermeiden und regelmäßig die Muskeln zu entspannen. Ein gesunder Lebensstil mit viel körperlicher Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung und wenig Alkohol wirken sich positiv auf Körper und Seele aus.

Um mögliche Erkrankungen frühzeitig zu erkennen, sollten Vorsorgeuntersuchungen mindestens einmal jährlich wahrgenommen werden. Bestehen bereits Gesichtsschmerzen, können Medikamente die Beschwerden lindern. Zusätzlich können Betroffene in einer Verhaltenstherapie lernen mit den Gesichtsschmerzen umzugehen.

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