Schmerzempfindliche Kopfhaut

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Dezember 2016
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Leidet ein Mensch unter schmerzempfindlicher Kopfhaut, sprechen Mediziner von einer Trichodynie. Dabei reagiert die Kopfhaut des Patienten derart empfindlich, dass bereits simple Berührungen an den Haaren Schmerzen auslösen. Die Beschwerden können sehr unangenehm sein. Außerdem sind sie nicht immer leicht zu behandeln.

Inhaltsverzeichnis

Was ist schmerzempfindliche Kopfhaut?

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Medikamente gegen: Hautkrankheiten

Schmerzempfindliche Kopfhaut ist auch als Trichodynie bekannt. Der Begriff Trichodynie entstammt dem Griechischen und bedeutet übersetzt „Haar“ (Trichos) und „Schmerz“ (Dyne). Gemeint sind damit Empfindungsstörungen oder Missempfindungen an den Haaren. Umgangssprachlich wird die schmerzempfindliche Kopfhaut auch als Haarwurzelkatarrh bezeichnet. Allerdings ist dieser Begriff nicht korrekt, weil es sich bei einem Katarrh um eine Schleimhautentzündung wie zum Beispiel an den Atemwegen handelt.

Abgesehen von einer schmerzenden Kopfhaut können dabei auch weitere Symptome wie Spannungsgefühle, Brennen, Juckreiz oder Kribbeln auftreten. Nicht selten kommt es bei einer Trichodynie außerdem zu Haarausfall. Des Weiteren leiden die Patienten häufig unter Spannungskopfschmerzen. Ein typisches Merkmal der schmerzempfindlichen Kopfhaut ist, dass sich im Rahmen einer mikroskopischen Analyse keine Veränderungen an ihr feststellen lassen. Die Trichodynie ist relativ weit verbreitet. So leiden rund 34 Prozent aller Patienten, die in eine Haarsprechstunde gehen, unter dem Phänomen.

Ursachen

Für eine schmerzempfindliche Kopfhaut kommen zahlreiche unterschiedliche Ursachen infrage. In den meisten Fällen liegen Verspannungen an der Muskulatur der Kopfhaut vor. Ausgelost werden sie durch Verspannungen und Stress an Hals und Schulter, die sich auf die Kopfhautmuskulatur ausweiten. Infolgedessen werden Haarwurzelareale sowie die Kopfhaut schwächer durchblutet. Bemerkbar macht sich die Trichodynie zunächst durch schmerzhaftes Kribbeln. Besteht die Verspannung für längere Zeit, bewirkt die unzureichende Durchblutung Schmerzen an den Haarwurzeln sowie Haarausfall.

In manchen Fällen hat die Schmerzempfindlichkeit der Kopfhaut aber auch psychosomatische Gründe. Als typische Auslöser gelten psychische Erkrankungen wie ein Burn-out-Syndrom oder Depressionen sowie Zähneknirschen, stressbedingte Verspannungen des Nackens, Migräne und Tinnitus. Ebenso können Stresssituationen im Alltag eine Trichodynie hervorrufen. Manchmal sind Verletzungen oder das Austrocknen der Kopfhaut die Ursache für die Schmerzempfindlichkeit. Sie entstehen zumeist durch die Verwendung von Haarshampoos, die aggressive Inhaltsstoffe enthalten oder zu heißes Föhnen der Kopfhaut.

Die betroffenen Personen leiden dabei unter Juckreiz, Rötungen sowie Kopfhautschuppungen. Weil die Kopfhaut austrocknet, reagiert sie auf Verletzungen anfälliger. Bereits durch das Kratzen an der Kopfhaut oder intensives Kämmen können Verletzungen entstehen. Dadurch gelangen wiederum Keime leichter in die sensiblen Unterhautschichten und lösen Entzündungen an den Haarwurzeln aus, was mit Schmerzen verbunden ist.

Eine weitere mögliche Ursache für die Trichodynie ist ein Pilzbefall von Kopfhaut oder Haaren, was Mediziner als Dermatomykose bezeichnen. Bei dieser Erkrankung kommt es zunächst zu intensivem Juckreiz und schmerzhaften Rötungen. Nicht selten zeigen sich außerdem Hautbläschen, die schuppen, was sich verstärkend auf die Kopfhautbeschwerden auswirkt. Zu starkem Juckreiz und schmerzempfindlicher Kopfhaut kann es außerdem durch einen Parasitenbefall mit Milben, Flöhen oder Läusen kommen. Die Milbenkrätze macht sich zudem durch das ausgeprägte Schuppen der Kopfhaut bemerkbar.

Andere Auslöser von Schmerzen an der Kopfhaut sind Hautkrankheiten. Dazu zählen Neurodermitis, die Schuppenflechte (Psoriasis), Neuralgien sowie das seborrhoische Ekzem. Mitunter führt auch das ständige Tragen von Kopfbedeckungen zu einer Trichodynie. Weil die Haut deswegen nicht mehr ausreichend Sauerstoff erhält, schwitzt sie übermäßig stark. Außerdem vermehren sich in einem feucht-warmen Klima schädliche Bakterien, die schmerzhafte Entzündungen verursachen.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

In den meisten Fällen lässt sich eine schmerzempfindliche Kopfhaut selbstständig behandeln. Dauern die Schmerzen jedoch über einen längeren Zeitraum an oder kommen immer wieder vor, sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden. Als bester Ansprechpartner gilt ein Hautarzt, der sich mit den Ursachen der Kopfhautbeschwerden befasst. Darüber hinaus ist eine Trichodynie außerhalb der Dermatologie nur wenig bekannt und wird oft falsch eingeschätzt. Mitunter kann auch der Besuch bei einem Psychologen sinnvoll sein. So hängen mehrere Formen der Trichodynie mit seelischen Belastungen zusammen.

Den Verlauf einer schmerzempfindlichen Kopfhaut einzuschätzen ist schwierig, weil er von Mensch zu Mensch verschieden ausfällt. Außerdem gibt es keine spezielle Behandlung der Trichodynie. Während sie bei manchen Menschen von selbst wieder vergeht, hält sie bei anderen Personen dauerhaft an und ist mit Haarausfall verbunden.

Behandlung und Therapie

Eine einheitliche Therapieoption gegen schmerzempfindliche Kopfhaut gibt es nicht. Allerdings lassen sich die einzelnen Symptome meist erfolgreich behandeln. Wichtig ist vor allem eine schonende Pflege der Kopfhaut, um weiteren Reizungen entgegenzuwirken. Das heißt, dass unnötige mechanische Kontakte sowie die Anwendung von chemischen Pflegesubstanzen unterbleiben sollten. Auch auf das Kratzen der Kopfhaut oder intensives Kämmen muss der Patient verzichten. Im Falle einer trockenen Kopfhaut ist es besser, die Haare nur leicht zu föhnen oder an der Luft trocknen zu lassen.

Ein Befall mit Parasiten lässt sich mit speziellen Spülungen bekämpfen. Dazu gehören das Stiefmütterchen-Kraut sowie Essigwasser. Ist die Kopfhaut verletzt, dürfen die Spülungen jedoch nicht zum Einsatz kommen. In solchen Fällen gilt das Einmassieren von Haaröl als schonender.

Liegt eine chronische Hauterkrankung vor, verordnet der Arzt entsprechende Medikamente wie medizinische Shampoos oder Spezialcremes. Sind seelische Spannungszustände für die schmerzempfindliche Kopfhaut verantwortlich, gelten bewährte Entspannungsmethoden wie autogenes Training als sinnvoll.



Vorbeugung

Um den psychischen Ursachen von schmerzempfindlicher Kopfhaut vorzubeugen, empfiehlt sich eine gesunde Lebensweise. Diese beinhaltet Stressverminderung, genügend Entspannung sowie eine ausgewogene Ernährung.

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