Schluckbeschwerden beim Essen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 23. April 2017
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Schluckbeschwerden beim Essen sind für den Betroffen ausgesprochen unangenehm. Es handelt sich dabei um ein Symptom, das bei verschiedenen Altersgruppen auftreten kann. Auch die Ursache des Symptoms kann variieren. Manchmal werden die Schluckbeschwerden beim Essen von Krankheiten ausgelöst, manchmal handelt es sich auch nur um ein vorübergehendes Phänomen ohne Erkrankungshintergrund.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Schluckbeschwerden beim Essen?

Schluckbeschwerden beim Essen finden vor allem im Bereich der Speiseröhre statt. Diese Schluckbeschwerden bezeichnen dabei allgemeine Probleme, die beim Verzehr von Essen auftreten. Sie können sich durch Beschwerden während des Kauens, des Schluckens oder des Transports durch die Speiseröhre in den Magen auszeichnen. Der Fachbegriff lautet Dysphagie. Die Dysphagie kann chronisch oder akut vorliegen.

Außerdem können schmerzfreie Beschwerden und schmerzhafte Schluckprobleme unterschieden werden. In der Regel ist dieses Symptom mit einer starken Einschränkung der Lebensqualität verbunden, da die meisten betroffenen Menschen die eigentlich ganz natürliche Nahrungsaufnahme als sehr unangenehm empfinden. In vielen Fällen sind die Schluckbeschwerden beim Essen auch mit Problemen bei der Aufnahme von Flüssigkeiten verbunden. Da es sich bei den Schluckbeschwerden beim Essen um ein sehr allgemeines Symptom handelt, müssen zur Diagnose und Behandlung zunächst die vorliegenden Ursachen geklärt werden.

Ursachen

In den meisten Fällen liegen die Schluckbeschwerden beim Essen einer Erkrankung zugrunde. Dabei kann es sich sowohl um chronische als auch um akute Probleme handeln. In den meisten Fällen ist die Funktionsfähigkeit der Organe und Körperteile beeinträchtigt, die bei der Nahrungsaufnahme eine entscheidende Rolle spielen: Wer unter Schluckbeschwerden beim Essen leidet, besitzt nicht selten Kehlkopf oder ein Gaumensegel, das nicht richtig schließt. Dadurch können Hustenanfälle geschehen, oft verschluckt sich die betroffene Person dann auch. Grundsätzlich liegt eine Störung des Schluckreflexes vor, die durch eine Entzündung oder eine Wucherung ausgelöst werden kann. Genetische Defekte können dies begünstigen.

In vielen Fällen handelt es sich jedoch um eine einfache Erkältung. Diese kann eine Entzündung im Halsbereich begünstigen, wodurch vor allem die Aufnahme fester Nahrung unangenehm und schmerzhaft werden kann. Eine häufige Ursache sind auch Probleme mit der Schilddrüse, Pilze, Verbrennungen, Fremdkörper oder eine unterentwickelte Muskulatur. Die möglichen Erkrankungen sind somit so vielfältig und breit gefächert, dass der Gang zum Arzt häufig unabdinglich ist.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Schluckbeschwerden beim Essen sind von einem Arzt zu kontrollieren, sobald diese spontan eintreten oder über mehrere Tage ohne einen ersichtlichen Grund auftreten. Bei Erkältungserkrankungen oder einer Grippe kommt es zu Schwellungen der Lymphe oder Mandeln sowie Veränderungen der Schleimhäute in Mund und Rachen. Diese Symptome können zu Schluckbeschwerden beim Essen führen. Bei Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Magen-Darm-Problemen oder Kopfschmerzen liegen häufig Viruserkrankungen oder Entzündungen vor, die ärztlich versorgt werden müssen. Die Keime breiten sich innerhalb der kommenden Stunden im Organismus aus und verschlechtern den Gesundheitszustand. Daher ist rechtzeitig ein Arzt zu konsultieren.

Leidet der Betroffene zusätzlich unter Veränderungen der Stimmgebung, können Verletzungen des Kehlkopfes vorliegen. Ein Arztbesuch ist notwendig, um die Ursache der Beschwerden abzuklären. Die Schluckbeschwerden beim Essen können durch Fehlstellungen des Kiefers oder der Zähne ausgelöst werden. Meist treten in diesen Fällen die Beschwerden schleichend und langsam ein. Dennoch sollte bei einer Zunahme der Symptome ein Arzt konsultiert werden.

Bei einer starken Mundtrockenheit müssen weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Es mangelt an Enzymen im Mund. Diese zersetzen die aufgenommene Nahrung, sodass sie ohne weitere Probleme über den Rachen in die Speiseröhre gelangen kann. Bei einer verminderten Speichelproduktion ist daher ein Arztbesuch notwendig.

Diagnose und Verlauf

Schluckbeschwerden beim Essen, die im Zuge einer Erkältung auftreten, sind in der Regel kein Anlass zur Sorge. Hier klingt das Symptome nach wenigen Tagen von selbst ab. Auch nach einer starken Beanspruchung der Stimme durch Singen oder Schreien verschwinden die Schluckbeschwerden meistens von selbst. Anders verhält es sich, wenn die Schluckbeschwerden beim Essen plötzlich auftreten und auch nach Tagen nicht abklingen. In diesem Fall sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Dieser untersucht den Patienten eingehend und fokussiert sich dabei vor allem auf den Halsbereich, der abgetastet wird. Der Rachenraum wird zudem beleuchtet und auf seine Optik untersucht – eine stärkere Rötung, eine unterentwickelte Muskulatur oder eine Wucherung ist hier häufig schon im Aussehen erkennbar. Meistens wird auch die Funktion des Schluckreflexes getestet. Könnte es sich um ein Problem mit der Schilddrüse handeln, kann ein Blutbild Aufschluss geben. Bei schwereren Fällen wird ein Endoskop eingeführt, über das der behandelnde Arzt einen Einblick in das Innere der Speiseröhre erhält. Manchmal liegt auch eine Allergie vor, die das Schlucken der Nahrung erschwert.

Behandlung und Therapie

Die Maßnahmen zur Behandlung und Therapie der Schluckbeschwerden beim Essen richten sich ganz nach der Ursache und der Diagnose. Grundsätzlich gilt es hier, die Beschwerden zu lindern und im Idealfall eine komplette Beschwerdefreiheit zu erreichen. Wird bei der Untersuchung festgestellt, dass es sich lediglich um ein Begleitsymptom einer Erkältung handelt, verordnet der Arzt in der Regel Bettruhe.

Das Gurgeln mit Salzwasser desinfiziert den Hals-Rachenraum und lindert die Schluckbeschwerden.

Warme Tees und viel Flüssigkeit helfen hier in den meisten Fällen, dass das Symptom abklingt. Die Schleimhaut wird so feucht gehalten, was den Beschwerden entgegenwirkt. Suppen können als Alternative zur Nahrungsaufnahme dienen. Als Hausmittel hat sich Salbeitee bewährt, der gegurgelt wird. Auch Thymian und die Inhalation von Salzwasser sind hilfreich. Handelt es sich um eine unterentwickelte Muskulatur im Hals- und Rachenbereich, wird oft eine sogenannte Schlucktherapie verordnet. Durch gezielte motorische Übungen wird der Schluckakt trainiert und die damit verbundene Muskulatur trainiert und gestärkt.

Wenn eine Allergie gegen eine bestimmte Lebensmittelgruppe vorliegt, muss geprüft werden, gegen welche Lebensmittel der betroffene allergisch ist. Linderung der Schluckbeschwerden beim Essen verschafft dann meistens nur eine radikale Ernährungsumstellung, in der die jeweiligen Lebensmittel aus der Ernährung ausgeschlossen werden. Dies kann eine Einschränkung der Lebensqualität darstellen, ḱann die Beschwerden jedoch dauerhaft beseitigen. Bei bakteriellen Entzündungen, die die Schluckbeschwerden beim Essen auslösen, wird ein Antibiotikum eingesetzt. Bei Wucherungen im Rachen- und Halsbereich hilft häufig nur eine operative Entfernen der Ursache.



Vorbeugung

Leider ist eine Vorbeugung gegen die Schluckbeschwerden beim Essen kaum möglich. Grundsätzlich ist es natürlich sinnvoll, sich vor Erkältungen zu schützen, indem insbesondere im öffentlichen Raum auf ausreichende Hygiene geachtet wird.

Auch eine Schonung des Mund- und Rachenraums ist sinnvoll, um dem Auftreten der Schluckbeschwerden beim Essen entgegenzuwirken. Das Rauchen zu beenden kann hierbei behilflich sein.

Bücher über Erkältungskrankheiten

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Suttorp, N. et al.: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2003
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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