Schluckauf beim Baby

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 16. Dezember 2016
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Schluckauf beim Baby ist eine ungefährliche Erscheinung, die mit Spucken einhergehen kann und dem Baby möglicherweise Unwohlsein bereitet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Schluckauf beim Baby?

Schluckauf beim Baby ist recht häufig und hat meistens die gleichen Gründe wie bei einem erwachsenen Menschen. Bei der Nahrungsaufnahme oder auch bei den ersten Sprechversuchen verschluckt das Baby Luft und diese entweicht durch den Schluckauf wieder aus dem Körper. Da Babys gesäugt werden und dabei ohnehin viel Luft schlucken und ihr Zwerchfell in seiner Funktion noch nicht ganz ausgereift ist, ist Schluckauf beim Baby auch so weit verbreitet.

Er kann den Kleinen Unwohlsein bereiten, auch wenn er in den meisten Fällen vollkommen harmlos ist. Er kommt sogar schon vor der Geburt vor, etwa ab der 9. Schwangerschaftswoche hicksen Babys im Mutterleib. Dies liegt allerdings daran, dass die Muskulatur des ungeborenen Kindes Atemübungen macht und dabei Fruchtwasser durchs Zwerchfell pumpt, das sich hebt und wieder senkt. Gesunder Schluckauf beim Baby sorgt sogar aus anatomischen Gründen dafür, dass ein Rückfluss der eben getrunkenen Milch nicht entstehen kann, sodass sie im Magen bleibt. Allerdings kann das Baby bei Schluckauf auch spucken.

Ursachen

Beim Einatmen schließt sich beim Menschen normalerweise nicht sofort der Kehlkopfdeckel. So kann der Luftstrom wieder entweichen, wenn die Luft ausgeatmet wird. Beim Baby ist es aber oft noch so, dass die Zwerchfellmuskulatur und alle anderen Muskeln der Ein- und Ausatem-Bewegung noch nicht ganz harmonisch zusammenarbeiten. Das bedeutet, dass sich der Kehlkopfdeckel des Babys doch sofort schließt, wenn es einatmet. Der Luftstrom prallt gegen den geschlossenen Kehlkopfdeckel und das erzeugt den harmlosen Schluckauf beim Baby.

Besonders wahrscheinlich wird die Atemmuskulatur dann durcheinander gebracht, wenn der Säugling gerade trinkt. Deswegen kommt es besonders während des Stillens oder kurz danach zu Schluckauf beim Baby. Da der Kehlkopfdeckel aber als Barriere wirkt, verhindert sie während des Schluckaufs sogar, dass Milch wieder nach oben fließen kann. Schluckauf beim Baby bedeutet also, dass die Kleinen weit weniger anfällig für sauren Reflux sind.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Schluckauf beim Baby äußert sich in erkennbaren Hicksern, die der Erscheinungsform bei einem erwachsenen Menschen ähneln. Er verschwindet nach kurzer Zeit wieder von allein. Hält ein Schluckauf beim Baby mehrere Stunden an oder kommt immer wieder zurück und bereitet dem Baby sichtliches Unwohlsein, sollte der Kinderarzt baldmöglichst dazu konsultiert werden, wieso der Schluckauf so hartnäckig ist. Andernfalls ist Schluckauf beim Baby kein Grund für einen Arztbesuch und wird sich von alleine wieder bessern. Einem gesunden Baby bereitet er meistens auch kein Unwohlsein.

Behandlung und Therapie

Schluckauf beim Baby ist weder krankhaft noch störend für das Baby und braucht deswegen nicht behandelt zu werden. Solange es nicht gerade schläft oder in den nächsten Minuten schlafen muss, ist ein Schluckauf in der Regel auch nicht störend. Dennoch gibt es einige Maßnahmen, die die Eltern ergreifen können, um den Schluckauf beim Baby schneller wieder in den Griff zu bekommen. Zunächst können sie dem Baby noch etwas Milch anbieten, denn die Schluckbewegung beim Trinken kann zur Beendigung des Schluckaufs ausreichend sein.

Wenn keine Milch mehr da ist, reichen auch Wasser oder Fencheltee. Alles, was das Baby entspannt, kann sich ebenfalls als nützlich erweisen. Manche Babys mögen es, nach dem Trinken noch eine Weile im Arm gehalten zu werden, während andere etwas vorgesungen bekommen wollen. Wichtig ist, dass das Baby dabei entspannen kann, denn dadurch wird die Atmung automatisch auch ruhiger und der Schluckauf beim Baby kann dadurch verschwinden. Zur Entspannung trägt auch die richtige Temperatur maßgeblich bei - und diese kann beim Baby am besten durch ausreichend warme Kleidung gesteuert werden. Friert es, verkrampft sich die Zwerchfellmuskulatur leichter und der Schluckauf beim Baby hält länger als unbedingt nötig an.

Bekommt das Baby den Schluckauf vor allem nach dem Wickeln oder währenddessen, könnte eine Wärmelampe helfen, ihn zu vermeiden, da das Baby so gar nicht erst friert. Draußen sollte ein Baby sowieso immer warm angezogen werden und darf ohne Mütze nicht an die frische Luft - vor allem im Winter braucht es aber besonders wärmende Kleidung. Dadurch lässt sich nicht nur Schluckauf beim Baby vermeiden, sondern auch Erkältungen. Wenn es schnell gehen soll, hilft auch ein etwas ungewöhnlicher Trick. Die Eltern pusten dem Baby vorsichtig ins Gesicht. Das kommt unerwartet, sodass das Baby den Atemrhythmus ändert. Zur Entspannung des Zwerchfells kann das aber genau richtig sein.



Vorbeugung

Ein geeigneter Aufsatz für die Milchflasche verhindert, dass das Baby beim Trinken zu viel Luft aufnimmt. Das verringert nicht nur schmerzhafte Koliken, sondern kann auch einem Schluckauf beim Baby vorbeugen, da es beim Trinken ruhiger atmen kann und nicht von Luftbläschen in der Flasche dabei gestört wird. Vor allem kleine Babys brauchen rund um die Uhr Wärme, denn der Schluckauf kann auch durch Frieren zustande kommen. Eine Wärmelampe am Wickeltisch sowie warme Kleidung und Decken verhindern, dass das Baby friert und deswegen Schluckauf entwickelt. In den ersten Lebensmonaten schützt Wärme schließlich auch gegen unerwünschte Erkältungen und Unterkühlung, die Vermeidung des Schluckauf beim Baby ist nur ein angenehmer Nebeneffekt.

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