Schlüsselbeinbruch (Klavikulafraktur)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. März 2015
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Der Schlüsselbeinbruch (Klavikulafraktur) ist ein häufig vorkommender Knochenbruch, der sich oft beim Sport oder infolge von Unfällen ereignet. Er wird in der Regel konservativ mit einem Rucksackverband behandelt und nur bei Komplikationen operiert. Der Schlüsselbeinbruch heilt in 4 bis 8 Wochen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Schlüsselbeinbruch (Klavikulafraktur)?

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Der Schlüsselbeinbruch zählt zu den harmlosesten und häufigsten Knochenbrüchen. Das Schlüsselbein ist ein schmaler Röhrenknochen, der das Brustbein mit dem Schultergürtel verbindet. Der Knochen ist ungefähr 13 bis 15 cm lang und S-förmig geschwungen. Wird auf den Knochen zu starker Druck ausgeübt, so bricht er in zwei Teile.

Oft entsteht ein schräger Knochenbruch und manchmal verschieben sich dabei die Bruchkanten. In den meisten Fällen liegt der Schlüsselbeinbruch im mittleren Drittel des Knochens, da dieser der dünnste Teil ist. Die äußeren Drittel brechen eher selten. Vor allem Kinder und Jugendliche, aber auch ältere Menschen, die aufgrund von Gangunsicherheit stürzen, sind von dieser Verletzung betroffen.

Ursachen

Die Ursache eines Schlüsselbeinbruchs ist immer eine Gewalteinwirkung auf den Knochen. Dies geschieht häufig bei Stürzen oder Zusammenstößen aufgrund von Unfällen oder sportlichen Aktivitäten.

Ein Schlüsselbeinbruch infolge eines Sturzes entsteht meist durch den direkten Aufprall auf die Schulter oder durch das reflexartige Aufstützen beim Fallen mit dem ausgestreckten Arm ab. Dabei trifft die plötzliche Wucht des Aufpralls genau auf das Schlüsselbein und lässt es brechen.

Auch direkte Gewalteinwirkung auf die Schulter, wie beispielsweise ein Schlag oder Stoß, kann zu einem Schlüsselbeinbruch führen. Insbesondere bei Sportarten mit intensivem Körperkontakt (Fußball, American Football, Kampfsport) kommt es oft zu heftigen Zusammenstößen zwischen den Sportlern, die einen Schlüsselbeinbruch nach sich ziehen.

Nicht selten kommt der Schlüsselbeinbruch bei schwierigen Geburten vor, wenn das Kind sich durch einen zu engen Geburtskanal zwängen muss und der Druck auf die Schulter zu groß wird. Bei einem Autounfall kann durch den angelegten Sicherheitsgurt ebenfalls ein Schlüsselbeinbruch verursacht werden.

Symptome und Verlauf

Die typischen Symptome eines Schlüsselbeinbruchs sind Schmerzen im Bereich der Schulter, besonders wenn man den Arm bewegt. Zusätzlich sieht man deutlich einen Bluterguss (bläuliche Hautfärbung) und eine Schwellung des Gewebes über dem Schlüsselbein. Bewegt man die Schulter, so entstehen häufig Reibegeräusche wenn die Knochenenden aneinander reiben. Druck auf die betroffene Schulter schmerzt. Wenn die Bruchenden des Knochens verschoben sind, so kann man dies als Stufe unter der Haut sehen und tasten.

Eher selten ist ein offener Schlüsselbeinbruch. Dabei durchstoßen die Knochenenden die Haut und es kommt zu Blutungen. Die Bruchstellen liegen frei und sind sichtbar. Manchmal steht der zur Körpermitte liegende Teil des Schlüsselbeins deutlich sichtbar nach oben. Dies geschieht durch den sogenannten Kopfwendemuskel, der an der Klavikula befestigt ist und den abgebrochenen Knochenteil dann nach oben zieht.

Diagnose

Die Diagnose eines Schlüsselbeinbruchs ist nicht schwierig zu stellen. Der Arzt kann den Bruch ertasten und wird wegen der typischen Symptome bereits eine Klavikulafraktur vermuten. Ein Röntgenbild gibt weitere Sicherheit darüber, ob ein Schlüsselbeinbruch besteht. Auf den Bildern kann man in der Regel deutlich den Bruch und die Art des Bruchs erkennen. In manchen Fällen allerdings ist der Schlüsselbeinbruch so gelegen, dass auch ein Röntgenbild keine eindeutige Diagnose zulässt. Mit einer Computertomographie (CT) erhält man dann genauere Ergebnisse. Wichtig ist es auch, dass der Arzt bei seinen Untersuchungen überprüft, ob eventuell auch Gefäße verletzt wurden. Da unter der Klavikula Nerven und Blutgefäße verlaufen, kann es vorkommen, dass diese durch den Schlüsselbeinbruch beschädigt werden.

Behandlung und Therapie

In den meisten Fällen kann ein Schlüsselbeinbruch konservativ (ohne Operation) behandelt werden. Dazu wird ein sogenannter Rucksackverband angelegt. Sollten sich die Bruchenden verschoben haben, so muss der Knochen vor Anlegen des Verbandes unter lokaler (örtlicher) Betäubung wieder eingerichtet werden.

Der Rucksackverband besteht aus breiten Gurten, die wie die Träger eines Rucksacks um die Schultern gelegt werden und sie nach hinten ziehen. Von vorne sieht es aus, als trage der Patient einen Rucksack. Am Rücken überkreuzen sich die Gurte und sind in der Länge einstellbar. Durch den Zug nach hinten wird das gebrochene Schlüsselbein entlastet und schmerzt weniger.

Dieser Verband muss etwa 4-6 Wochen angelegt bleiben, danach wird der Stand der Heilung mit einem Röntgenbild kontrolliert. Während des Tragens des Rucksackverbandes muss der Patient sich schonen, körperliche Aktivitäten vermeiden und benötigt Hilfe bei den alltäglichen Verrichtungen, wie Waschen, Anziehen oder Essen bereiten.

Manchmal wird beim Schlüsselbeinbruch zusätzlich eine Armschlaufe verordnet, in die der Arm zur Schonung der betroffenen Seite gelegt wird. Nach Ablegen des Verbandes sollte man mit Hilfe von Physiotherapie die Schulter wieder mobilisieren. Bei komplizierten Fällen eines Schlüsselbeinbruchs kann ein operativer Eingriff nötig sein.

Operiert wird beispielsweise bei einem offenen Bruch, wenn Gefäße beschädigt sind oder wenn die Knochenteile sehr stark verschoben wurden. Dabei werden die Gefäße vernäht und der Knochen wird wieder in die richtige Stellung zurückgeführt. Danach wird er entweder mit einer Metallplatte und Schrauben von außen fixiert oder mit einem Titannagel, der in die Markhöhle des Knochens eingebracht wird, stabilisiert.

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Vorbeugung

Gegen einen Schlüsselbeinbruch kann man nicht vorbeugen. Man kann sich nur bei Tätigkeiten oder Sportarten, die häufig zu Stürzen führen, vorsichtig verhalten und eventuell das Fallen üben. Denn mit der richtigen Technik des Fallens wird oft ein Schlüsselbeinbruch verhindert.

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