Schimmelpilzallergie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. November 2016
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Die Schimmelpilzallergie ist eine Allergie gegen Schimmelpilze. Betroffene reagieren besonders empfindlich auf Schimmelpilze aller Art und leiden nach dem Kontakt unter Atemwegsbeschwerden und Reizungen. Eine Therapie verschafft in vielen Fällen Abhilfe.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Schimmelpilzallergie?

Unter einer Schimmelpilzallergie versteht man eine Allergie gegen Schimmelpilze. Grundsätzlich reagieren alle Menschen empfindlich auf Schimmel, doch Menschen mit einer Allergie leiden bereits beim Kontakt mit Pilzsporen, wie sie in jedem Garten zu finden sind, unter Beschwerden aller Art. Da Schimmelpilze und Sporen beinahe überall zu finden sind, gestaltet sich ein Leben mit der Allergie als besonders schwierig. Glücklicherweise gibt es mittlerweile diverse Antiallergika und ganzheitliche Therapiemethoden, welche die Symptome lindern können.

Ursachen

Schimmelpilzallergien treten durch den Kontakt mit Schimmel auf. Die Ursache ist die Bildung von Schimmel in der Wohnung, welche durch verschiedene Faktoren begünstigt wird. So kommt es in feuchten Räumen, die nicht ausreichend oder schlecht belüftet sind, zur Bildung von Schimmel. Auch Essensreste können als organisches Material zur Bildung und Vermehrung von Schimmel beitragen.

Damit es zu einer allergischen Reaktion kommt, müssen die Atemwege dauerhaft oder immer wieder mit Schimmel in Kontakt kommen. Erst dann wird der Pilz vom Immunsystem als fremd erkannt und es kommt zu den typischen Symptomen. Betroffen sind deshalb hauptsächlich Menschen, die sich über einen längeren Zeitraum in schlecht belüfteten Räumen aufhalten oder auf anderem Wege mit Schimmel in Kontakt geraten.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Schimmelpilzallergie:

Eine Schimmelpilzallergie äußert sich durch eine Reihe eindeutiger Symptome. Betroffen sind vor allem die Atemwege, weshalb es zu Husten und mitunter auch zu akuter Atemnot kommt. Schnupfen und eine verstopfte Nase sowie vermehrtes Niesen treten ebenfalls auf. Darüber hinaus verschleimen die Atemweg und verursachen ein starkes Unwohlsein. Neben den Atemwegen werden auch die Augen in Mitleidenschaft gezogen.

Es kommt zu Rötungen, Tränen, Juckreiz und ähnlichen Symptomen. Im schlimmsten Fall treten Ekzeme auf der Haut auf, welche einen starken Juckreiz auslösen. Zuletzt sind auch die Verdauungsorgane betroffene. Symptome, die häufig auftreten, sind Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Blähungen bis hin zu Durchfall. Der Verlauf einer Schimmelpilzallergie hängt von der Schwere der Belastung und dem Zeitraum bis zur Behandlung ab. Wird nicht rechtzeitig reagiert, kommt es zu einem sogenannten Etagenwechsel, bei welchem die Allergene in die unteren Atemwege gelangen und dort beispielsweise Asthma auslösen.

Diagnose

Kommt es zu erwähnten Symptomen, muss ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann die Schimmelpilzallergie eindeutig diagnostizieren. Zunächst führt er hierzu eine Anamnese durch, innerhalb welcher er unter anderem ermittelt, wo und wann die Symptome auftreten, wie stark die Beschwerden ausfallen und es ob Unterschiede zwischen den Tages- und Jahreszeiten gibt. Als zusätzliche Orientierung können Patienten ein Tagebuch führen, in welchem sie die Symptome und deren Auftreten notieren.

Nach dem Gespräch werden verschiedene Testmethoden angewandt, um die Auslöser einzugrenzen. Beim Hauttest werden verschiedene Allergene auf die Haut aufgetragen, um feststellen zu können, auf welche Stoffe der Patient allergisch reagiert. Beim Provokationstest werden die Atemwege direkt mit dem Allergen konfrontiert, um eine Reaktion zu provozieren. Der Bluttest wird meist durchgeführt, um eine erste Diagnose zu bestätigen oder zu ergänzen.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung einer Schimmelpilzallergie gestaltet sich als schwierig, da viele Faktoren eine Rolle spielen. Neben der Einnahme von Antiallergika, welche zwingend notwendig ist, sollten alle Örtlichkeiten gemieden werden, die eine erhöhte Sporenbelastung aufweisen. Vor allem Keller, Komposthaufen und feuchte Badezimmer sind anfällig für Schimmel. Idealerweise werden die Schimmelpilzquellen im Haushalt saniert und die Luft trocken gehalten.

Neben diesen Maßnahmen kann auch eine Hyposensibilisierung durchgeführt werden. Dabei wird das Allergen regelmäßig unter die Haut injiziert, wodurch eine Gewöhnung an den Auslöser erreicht werden soll. Eine solche Behandlung erstreckt sich oft über mehrere Jahre und ist nicht zwingend von Erfolg gekrönt. Zuletzt können Antihistaminika eingenommen werden.

Diese helfen dabei, die Beschwerden zu kontrollieren, führen allerdings nicht zu einer richtigen Heilung. Sie können in Kombination mit anderen Präparaten eingenommen werden und ermöglichen Betroffenen ein weitestgehend beschwerdefreies Leben. Ist es durch die Schimmelpilzallergie bereits zu Folgeerkrankungen wie Asthma gekommen, müssen weitere Maßnahmen eingeleitet werden.

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Vorbeugung

Einer Schimmelpilzallergie lässt sich nur schwerlich vorbeugen. Generell ist es jedoch sinnvoll, auf Hygiene im Haushalt zu achten, um Schimmel keinen Nährboden zu bieten. Regelmäßiges und richtiges Lüften ist wichtig, um zu verhindern, dass sich Feuchtigkeit in den Wänden festsetzt und Schimmel entsteht. Maßnahmen gegen die Schimmelbildung sind ein wichtiger Bestandteil der Vorbeugung, weshalb es auch sinnvoll sein kann, bauliche Mängel auszugleichen und beispielsweise neue Fenster einzubauen, welche eine bessere Belüftung möglich machen.

Neben diesen Maßnahmen sollte das Immunsystem durch viel Bewegung und einen gesunden Lebensstil gestärkt werden. Schimmel kann dann schwerer in den Organismus vordringen. Gegen bestimmte Pilze lässt sich auch durch eine Impfung vorgehen, wobei immer auch die Auslöser behoben werden sollten.

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