Schielen (Strabismus)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. April 2016
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Das Schielen (Strabismus) ist eine Fehlstellung der Augen, die sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen in unterschiedlichen Formen zutage treten kann. Dabei stellt das Schielen nicht nur einen optischen Makel beim Betroffenen dar, sondern ist auch mit erheblichen Beeinträchtigungen des Sehens verbunden, sodass möglichst schnell mit einer entsprechenden Behandlung begonnen werden sollte.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Schielen (Strabismus)?

Unter dem Schielen wird eine Fehlstellung der Augen verstanden, welche auch als Strabismus bekannt ist. Diese Fehlstellung geht oft mit einer Behinderung des Sehens einher, sodass anschließend an die Diagnose relativ zügig eine Therapie eingeleitet werden sollte.

Dabei lässt sich das Schielen, welches bei circa 4 Prozent bei der Bevölkerung auftritt, in unterschiedliche Formen untergliedern. So kann zwischen dem Einwärtsschielen, Auswärtsschielen sowie Höhen- und Verrollungsschielen unterschieden werden. Sollte die Fehlstellung der Augen in einem dauerhaften Zustand vorkommen, wird auch von einem manifesten Schielen gesprochen.

Ursachen

Schielen kann auf viele verschiedene Ursachen zurückgeführt werden. So kann es beispielsweise über eine genetische Vorbelastung durch einen schielenden Elternteil zustande kommen. Ebenfalls kann das Schielen durch organische Veränderungen des Auges entstehen, welche durch Augenverletzungen, Linsentrübungen sowie selten vorkommende Augentumore hervorgerufen werden können.

Auch Augenmuskellähmungen verursachen bei Erwachsenen in einigen Fällen ein plötzlich auftretendes Schielen, das oft mit Doppelbildern in Verbindung steht. In anderen Fällen liegt das Schielen wiederum einem angeborenen, ungleichen Brechungsfehler zugrunde, welcher durch das Fehlen einer eigentlich notwendigen Brille zusätzlich verstärkt werden kann. Auch ein allgemein schwacher und eingeschränkter Gesundheitszustand des Patienten kann die Ursache des Schielens darstellen.

Dieser Zustand kann beispielsweise durch Infektionskrankheiten oder Psychosen entstehen. Auch die immer stärker werdenden Alltagsanforderungen an das Sehen führen in einigen Fällen zu Sehstörungen wie dem Schielen. Sollte das Schielen bei einem Säugling in den ersten vier Lebensmonaten auftreten, kann es sich ebenfalls um das sogenannte Babyschielen handeln, welches in der Regel jedoch unbedenklich ist.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Strabismus:

Das Schielen lässt sich in erster Linie an der charakteristischen Fehlstellung des Blickes erkennen, bei welchem die Augen in unterschiedliche Richtungen gerichtet sind. Zusätzlich dazu kann es auch zu einem Zittern der Augenlider sowie einer schiefen Kopfhaltung beim Patienten kommen. In vielen Fällen wird das Schielen außerdem durch häufig auftretendes Blinzeln, Zwinkern oder Zukneifen der Augen begleitet.

Ebenfalls kann eine hohe Lichtempfindlichkeit beim Patienten auftreten, die mit Kopfschmerzen, Augenbrennen oder Doppelbildern verbunden ist und große Konzentrationsprobleme beim Betroffenen hervorrufen kann. Die durchs Schielen entstehende Sehbehinderung macht sich desweiteren durch häufiges Stolpern, Vorbeigreifen oder Verfehlen angesteuerter Ziele bemerkbar.

Diagnose

Um Schielen möglichst erfolgreich behandeln zu können, ist es besonders wichtig, dieses frühzeitig zu diagnostizieren. Dabei lässt es sich in einer gewöhnlichen Augenarztuntersuchung meist schon durch seine typischen Symptome und der charakteristischen Augenstellung erkennen. Zusätzlich sind jedoch auch einige Früherkennungstests- und verfahren möglich, um ein Schielen beim Patienten festzustellen.

Hier ist beispielsweise der sogenannte Ab- und Aufdecktest zu erwähnen, bei welchem zunächst ein Auge abgedeckt wird, um festzustellen, ob sich das unbedeckte Auge neu orientiert. Beim Aufdecktest wiederum wird deutlich, ob das aufgedeckte Auge eine bestimmte Bewegung macht. Sollte dies der Fall sein, kann von einem versteckten Schielen ausgegangen werden.

Durch die unterschiedlichen Tests kann jedoch nicht nur das Schielen festgestellt, sondern auch andere mögliche Erkrankungen im Bereich des Auges ausgeschlossen werden. Ebenfalls lässt sich im Rahmen der Untersuchungen meist zusätzlich die jeweilige Form des Schielens diagnostizieren, wodurch relativ zügig eine geeignete Therapie eingeleitet werden kann.

Behandlung

Da das Schielen immer mit einer Sehbehinderung oder ähnlichen Problemen in Verbindung steht, ist es nach der Diagnose besonders wichtig, so schnell wie möglich eine geeignete Therapie in die Wege zu leiten. Oft kann dabei schon das regelmäßige Tragen idealer Brillengläser den Schielwinkel des Patienten erheblich verbessern. In den meisten Fällen wird zudem das sehgeschwächte Auge über eine sogenannte Okklusionstherapie behandelt.

Innerhalb dieser Behandlung wird das gesunde Auge mit einem Augenpflaster abgeklebt, um das schwächere Auge in seiner Aktivität zu stärken. Ebenfalls ist bei vorliegendem Schielen eine Behandlung des Auges durch eine Operation des Augenmuskels möglich. Diese kommt vor allem bei besonders großen Schielwinkeln zum Einsatz.

Wichtig ist es dabei, dass der optimale Zeitpunkt der Operation innerhalb einer umfassenden Diagnostik individuell für den jeweiligen Patienten bestimmt wird. Zusätzlich zur Operation erfolgen Vor- und Nachuntersuchungen durch eine Orthoptistin. Ebenfalls muss nach der Operation in regelmäßigen Zeiträumen eine nachträgliche Kontrolle des Auges beim Arzt erfolgen.



Vorbeugung

Dem Strabismus lässt sich in der Regel nicht gezielt vorbeugen. Umso wichtiger ist es daher, mögliche Symptome des Schielens frühzeitig zu erkennen und von einem Experten begutachten zu lassen. Nur so kann rechtzeitig mit einer geeigneten Behandlung begonnen und mögliche Folgen des Schielens verhindert werden. Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern sollte auf ein mögliches Vorliegen von Schielen geachtet werden. Hier kann ein unbehandeltes Schielen eine Sehbehinderung des eigentlich gesunden Auges auslösen.

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