Scheidenentzündung (Vaginitis)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. März 2015
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Die Scheidenentzündung (Vaginitis) ist die häufigste Erkrankung der Geschlechtsorgane bei Frauen. Hervorgerufen wird die Scheidenentzündung durch unterschiedliche Erreger (Bakterien, Viren, Pilze) und einer Irritation betroffener Schleimhäute.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Scheidenentzündung (Vaginitis)?

Die Scheidenentzündung, auch als Vaginitis bezeichnet, beschreibt eine entzündliche Erkrankung, von der vorwiegend die Scheidenschleimhaut betroffen ist. Eine Scheidenentzündung tritt bei erwachsenen Frauen häufiger auf als bei Mädchen vor der Pubertät.

Ist ein junges Mädchen von einer Scheidenentzündung betroffen, so sind häufig auch die äußeren Geschlechtsorgane, wie beispielsweise die Vulva, von der Scheidenentzündung betroffen.

Die Scheidenentzündung gilt als die häufigste Geschlechtserkrankung bei Frauen und zählt zu den sexuell übertragbaren Erkrankungen. Der Begriff der Vaginitis ist abgeleitet vom lateinischen Wort "Vagina" für "Scheide".

Ursachen

Ursächlich für eine Scheidenentzündung ist zunächst ein gestörter Schutzmechanismus der Vagina. Bei einer gesunden, geschlechtsreifen Frau schützen der pH-Wert der Scheide und die Scheidenschleimhaut vor Entzündungen wie der Scheidenentzündung.

Ist dieser Schutz nicht gegeben, so können in die Scheide eindringende Erreger (beispielsweise Viren, Bakterien oder Pilze) zu einer Scheidenentzündung führen. Übertragen werden können entsprechende Erreger beispielsweise durch Geschlechtsverkehr.

Auch können Erreger unter anderem durch mangelnde Intimhygiene und durch Schmierinfektionen in die Scheide gelangen und dort zu einer Scheidenentzündung führen.

Zu den möglichen Erregern einer Vaginitis zählen außerdem normale Bakterien der Scheidenflora. Der Schutzmechanismus der Scheide kann beispielsweise durch die Einnahme von Antibiotika, die Verwendung von Tampons, Unterkühlungen oder Erkrankungen wie Diabetes mellitus gestört sein.

Symptome und Verlauf

Vorwiegend zeigen sich Symptome der Scheidenentzündung lediglich an der Vagina. Ein typisches Symptom einer Scheidenentzündung ist ein deutlich vermehrter Ausfluss von Scheidenflüssigkeit (auch als Fluor vaginalis bezeichnet). Die Konsistenz des Ausflusses bei einer Scheidenentzündung unterscheidet sich dabei je nach Art des Erregers, der zu einer Scheidenentzündung geführt hat.

Ein weiteres mögliches Symptom einer Scheidenentzündung besteht in Schmerzen während des Geschlechtsverkehrs. Und auch ohne äußere Einflüsse kommt es bei einigen Frauen zu einem Brennen oder Jucken durch eine Scheidenentzündung. Bei adäquater medizinischer Behandlung verläuft eine Scheidenentzündung meist komplikationsfrei und sollte nach etwa 14 Tagen abgeklungen sein. Etwaige Komplikationen (z.B. bei chronischer Vaginitis) können beispielsweise in einem Übergreifen der Entzündung auf die Gebärmutter bestehen.

Diagnose

Frauen mit Verdacht auf eine Entzündung der Scheide (Vaginitis) suchen zur Diagnosestellung ihren Frauenarzt auf. Während der gynäkologischen Untersuchung der Scheide kann der Arzt in der Regel die Diagnose stellen. Die Schleimhaut der Scheide ist in solchen Fällen fleckig, geschwollen oder gerötet. Gelegentlich sind Bläschen zu sehen. Frauen mit Scheidenentzündung klagen zudem über verstärkten Ausfluss.

Bei der Diagnosestellung einer Scheidenentzündung muss der Arzt zudem einen Abstrich entnehmen, um abzuklären, welcher Erreger die Vaginitis verursacht. Der Abstrich erfolgt von der Schleimhaut und vom Gebärmutterhals. Die entnommenen Proben untersucht der Arzt unter dem Mikroskop.

Darüber hinaus schickt der Arzt Abstrichroben an ein entsprechendes Labor. Dort lassen sich die Erreger im Detail identifizieren. Parallel erfolgt im Labor eine Untersuchung der Erreger bezüglich ihrer Resistenz gegen bestimmte Antibiotika.

Bei der Diagnosestellung einer Scheidenentzündung reicht es jedoch meistens nicht aus, den Erreger zu identifizieren. Bei Vorliegen einer Entzündung der Scheide muss der Gynäkologe auch herausfinden, wie es dazu gekommen ist. Er befragt die Patientin, um abzuklären, ob die Ursache in übertriebener Hygiene oder in einer vorangegangenen Antibiotikabehandlung liegt. Auch ein akuter Mangel an Östrogenen kann Grund für eine Vaginitis sein.

Um einer erneuten Vaginitis vorzubeugen, sind äußere Einflüsse, die zum Krankheitsbild führten, nach Möglichkeit auszuschalten.

Behandlung und Therapie

Die Therapie einer Scheidenentzündung richtet sich unter anderem nach der Form der Erreger, die zu einer Scheidenentzündung geführt haben. So werden beispielsweise Antibiotika eingesetzt, wenn eine Vaginitis durch Bakterien verursacht wurde. Sogenannte Antimyokotika können zur Anwendung kommen, wenn Pilze verantwortlich für die Vaginitis sind.

Je nach Ausprägung der Scheidenentzündung und körperlichen Gegebenheiten können entsprechende Medikationen lokal in Form von Gels oder Salben eingesetzt werden oder auch durch Tabletten oder Injektionen verabreicht werden.

Wurden die akuten Erreger einer Scheidenentzündung erfolgreich bekämpft, besteht ein nächster therapeutischer Schritt meist darin, die Schutzfunktion von Scheidenflora und Scheidenschleimhaut wieder aufzubauen. Hierzu können beispielsweise Mittel, die Östrogene oder sogenannte Laktobakterien enthalten, direkt in die Scheide eingebracht werden.

Da eine Scheidenentzündung über Geschlechtsverkehr übertragen werden kann, empfiehlt es sich häufig auch, den Geschlechtspartner einer betroffenen Frau in die therapeutische Behandlung der Vaginitis mit einzubeziehen.

Experten empfehlen außerdem, während der Dauer einer Scheidenentzündung keine Tampons zu verwenden und auf Geschlechtsverkehr weitestgehend zu verzichten. Wobei einem Hausrezept zufolge ein kurzzeitig eingeführter, in Naturjoghurt getränkter Tampon, zur Linderung der Symptome einer Scheidenentzündung beitragen kann.

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Vorbeugung

Um einer Scheidenentzündung vorzubeugen, empfiehlt sich zunächst eine konsequente Intimhygiene. Dabei sollte das Reinigen mit Seifen oder Lotionen aber nicht im Übermaß stattfinden, da dies den natürlichen Schutzmechanismus der Scheide beeinträchtigen und so das Risiko einer Scheidenentzündung steigern kann. Außerdem kann das Praktizieren von geschütztem Geschlechtsverkehr durch Kondome vor dem Infizieren mit Erregern schützen, die eine Vaginitis hervorrufen können.

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