Schamhaar

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Dezember 2016
Gesundpedia.deAnatomie Schamhaar

Schamhaar bezeichnet die in der Pubertät bei Männern und Frauen auftretende Behaarung des Schambereichs. Das Schamhaar dehnt sich unterschiedlich weit aus, ist dicht und gelockt und stellt den einzigen noch stark behaarten Körperbereich des Menschen dar.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Das Schamhaar ist die Körperbehaarung im Schambereich bei Männern und Frauen. Sie hat die Farbe der übrigen Körperbehaarung und kann durch die größere Haardicke etwas dunkler wirken. Seltener ist die Schamhaar tatsächlich dunkler als die natürliche Haarfarbe. Schamhaare sind gelockt und wachsen dicht, während die übrige Körperbehaarung beim Menschen nur sehr spärlich ausfällt.

Beim Mann beginnt das Schamhaar am Schambein und kann bis hinunter zu den Hoden reichen, wo sie in die Beinbehaarung übergeht und dünner wird. Bei der Frau bedeckt das Schamhaar den Venushügel und kann auch etwas über diesen hinauswachsen. Es reicht bis zur unteren Spitze der Schamlippen und kann auch beidseitig neben der Scheide vorhanden sein. Das Schamhaar ist unter Säugetieren recht einzigartig, da die meisten Tiere im Genitalbereich eine eher spärliche oder gar keine Behaarung mehr aufweisen.

Anatomie

Ein Schamhaar ist im Aufbau den übrigen Körperhaaren gleich. Schamhaare besitzen Haarmark und eine Außenschicht aus verhornten Platten. Charakteristisch für Schamhaare ist, dass sie dicker als andere Haare sind und sich bei den meisten Menschen zumindest leicht locken. Da sie direkt mit Körpersekreten in Berührung kommen, müssen sie etwas dicker strukturiert sein, um sich gegenüber dieser Flüssigkeiten als robust zu erweisen.

Außerdem haben Schamhaare eine polsternde Funktion und brauchen die Lockung, um ein solches Polster bilden zu können. Wie jedes andere Körperhaar haben auch Schamhaare eine Haarwurzel, mit der sie in der Haut verwurzelt sind. Die Ausdehnung des Schamhaars ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Bei manchen handelt es sich bei der Schambehaarung nur um eine sehr kleine Fläche mit eher dünner Behaarung, bei anderen Menschen wächst das Schamhaar über den Genitalbereich hinaus und bedeckt Teile der Beine und des Bauchs. Der Schamhaarwuchs hängt unter anderem von der hormonellen Steuerung ab und beginnt kurz vor der Pubertät. Junge Mädchen und Jungen haben noch kein Schamhaar.

Funktion

Da der Mensch anders als die meisten anderen Säugetiere am ganzen Körper nur spärlich behaart ist, erscheint die vergleichsweise dichte Schambehaarung ungewöhnlich. Bei nicht ausreichender Pflege kann sie auch durchaus unhygienisch werden, jedoch erfüllt sie einige wichtige Aufgaben. Sie dient in erster Hinsicht dem empfindlichen Schambereich als Polster, weshalb sie um den Venushügel der Frau herum und über dem Penis des Mannes wächst.

Das Schamhaar verhindert unangenehme Reibung der Kleidung am Genitalbereich und wirkt zudem als Wärmedämmung, da sich zwischen den dicken, gelockten Haaren warme Luft gut stauen kann. Außerdem dient das Schamhaar dem Auffangen und der Speicherung von Sexualhormonen, die durch ihren Geruch eine Wirkung auf das andere Geschlecht entfalten. Sie steuern die Verdunstung freigegebener Sekrete, ähnlich wie die Achselbehaarung, die ebenfalls mit Pheromonen in Berührung kommt. In den früheren Stadien der Menschheit hatten diese Sekrete hinsichtlich ihres Dufts jedoch eine größere Bedeutung als heute, sodass das Schamhaar gewissermaßen ein evolutionsbiologisches Überbleibsel ähnlich wie der Weisheitszahn ist.



Erkrankungen

Die Funktionalität der Schamhaare wird aus gutem Grund als weniger wichtig als Hygiene angesehen, sodass Schamhaar heute eher als hygienische Herausforderung betrachtet wird. Häufig nisten sich im Schamhaar durch Übertragung von Mensch zu Mensch Filzläuse ein, die die Dichte der Schamhaare zum Überleben brauchen. Sie sind mit bloßem Auge zu erkennen und machen sich außerdem durch gereizte Haut und Jucken bemerkbar. Die Filzlaus ging mit der Zunahme des Trends zur Entfernung von Schamhaaren jedoch deutlich zurück, sodass ihr Auftreten auch mit voll wachsendem Schamhaar in Verbindung gebracht wird.

Vor allem Frauen müssen während ihrer Regelblutung besonders auf Hygiene achten, wenn sie ihr Schamhaar nicht rasieren, da sich andernfalls geronnenes Blut darin sammeln kann und das schnell unhygienisch wird. Die ersten Auffälligkeiten zeigen sich im unangenehmen Geruch, den Menstruationsblut im Schamhaar entstehen lässt.

Problematisch für die Hygiene kann Schambehaarung sein, die sich über die Vulva oder den Hodensack bis zum After zieht, da sich in Behaarung am After Fäkalien verfangen und hängen bleiben können. Um weitere Folgen zu vermeiden, entfernen Menschen mit so weit ausgedehnter Schambehaarung diese deswegen vorbeugend. Andernfalls bieten solche Verfilzungen einen optimalen Nährboden für Krankheitserreger aller Art und riechen im ersten Schritt vor allem auch unangenehm.

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