Sauerampfer

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 16. März 2016
Gesundpedia.deLebensmittel Sauerampfer

Der Sauerampfer ist eine Heil- und Speisepflanze. Leider wurde er jahrelang nicht beachtet, doch in letzter Zeit gewinnt diese Pflanze wieder an Bedeutung.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über Sauerampfer wissen

Sauerampfer ist in Mittel- und Westeuropa heimisch, er wird den Wildkräutern zugeordnet. Es gibt mindestens 120 Sorten des Ampfers, aber Sauerampfer ist wohl der Bekannteste. Sauerampfer wächst wild und ist vorrangig auf nährstoffreichen Wiesen zu finden, wächst aber auch am Wegesrand. Er gehört zu den Knöterich-Gewächsen, wie auch Rhabarber oder Buchweizen.

Sauerampfer hat einen sehr hohen Nährstoffbedarf, es ist eine winterharte und mehrjährige Pflanze. Die Höhe liegt bei etwa 20 bis 50 cm und erinnert mit seinen pfeilförmigen Blättern an Spinat. Die Blätter sind dunkelgrün bis rötlich und die Blüten der Pflanze sind eher unscheinbar.

Erntezeit für den Sauerampfer beginnt im April, doch diese Arbeiten sollten bis zum 24. Juni abgeschlossen sein. Denn jetzt steigt die Konzentration der Oxalsäure und das verleiht ihr einen bitteren, wirklich unangenehmen Geschmack.

Bedeutung für die Gesundheit

Sauerampfer hat auch eine heilende Wirkung, ihm werden blutbildende, blutreinigende und harntreibende Eigenschaften nachgesagt. Diese Wildkräuter enthalten sehr viel Vitamin C, Vitamin A und verschiedene Gerbstoffe. Er wurde schon im Mittelalter eingesetzt, zur Fiebersenkung und bei Verstopfungen. Weiterhin sollte der Sauerampfer Zahn- und Ohrenschmerzen vertreiben und die Wurzeln der Pflanze wurden gegen Juckreiz angewendet. Auch heute eignet sich Sauerampfer wunderbar, um Erkältungen vorzubeugen, die Abwehrkräfte des Körpers werden gestärkt und das Immunsystem wird unterstützt. Gegen Erschöpfung und Müdigkeit hilft diese Heilpflanze ebenfalls, Sauerampfer hat einen sehr hohen Eisenanteil.

Die Bitter- und Gerbstoffe im Sauerampfer wirken bei Magen-Darm-Beschwerden und die Produktion von Verdauungssäften wird angeregt. Somit können deftige, fette Speisen leichter verdaut werden. Sie sind dadurch gut bekömmlich und das Völlegefühl wird reduziert. Die Gerbstoffe im Sauerampfer wirken entzündungshemmend und können sogar Gifte neutralisieren. Die antibakterille Wirkung hilft gegen Pickel, Akne und sonstigen Verunreinigungen der Haut.

Aus Sauerampfer kann auch ein Tee hergestellt werden, hierzu werden einfach frische Sauerampfer-Blätter mit heißem Wasser übergossen und diese dürfen nicht länger als 10 Minuten ziehen. Gegen Hautunreinheiten wird ebenfalls ein Tee zubereitet, dieser wird abgekühlt die Blätter werden entfernt. Dann wird ein Wattebausch damit getränkt und die Haut wird gereinigt.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Die hauptsächlichen Inhaltsstoffe des Sauerampfers sind Eisen, Magnesium, Kalium, Vitamin A und C und die Oxalsäure. Sie wirken schleimlösend, entzündungshemmend und stärken die Abwehrkräfte.

Extrakte von Sauerampfer sind in vielen Tabletten vorhanden, sie werden meist bei entzündlichen Erkrankungen der oberen Atemwege und der Nasennebenhöhlen verschrieben. Frische, zerdrückte Blätter sind eine hervorragende Auflage bei Wunden und Abszessen.

Kalorien und Nährstoffe (pro 100g)
Kilokalorien/ Kilojoule 22 kcal/ 93 kj
Eiweiß 2,30 g
Kohlenhydrate 2,00 g
Fett 0,40 g
Wasser 91,32 g
Ballaststoffe 2,58 g
Beta-Carotin 5000 µg
Vitamin E 1900 µg

Unverträglichkeiten

Kinder, Jugendliche und schwangere Frauen sollten Sauerampfer nur in kleinen Mengen genießen, sonst könnten Vergiftungserscheinungen auftreten. Allerdings können die Blätter gekocht werden und die Inhaltsstoffe werden stark reduziert. Verwechslungen sollten aber tunlichst vermieden werden,

„Krauser Ampfer“ oder „Kleiner Sauerampfer“ bietet Potential für Unverträglichkeiten. Menschen mit Nierenproblemen sollten ebenfalls auf Sauerampfer weitgehend verzichten, er könnte Nierensteine hervorrufen. Sparsam zu verwenden ist der Sauerampfer auch von Menschen mit Eisenmangel, die Oxalsäure verhindert die Eisen-Aufnahme von anderen pflanzlichen und tierischen Produkten.

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Einkaufs- und Küchentipps

Sauerampfer wird selbstverständlich in der Medizin verwendet, sie hält aber auch in vielen Küchen Einzug. Sauerampfer verträgt sich sehr gut mit anderen Sorten, er wird deshalb oft als Salat zubereitet. Er kann auch wie Spinat zubereitet werden und er wird gerne an der bekannten „Frankfurter grünen Soße“ verwendet. Auch für Kräuterquark oder Kräuterbutter ist Sauerampfer die perfekte Zutat.

Die Sauerampfer-Suppe ist mehr und mehr auf Speisekarten zu finden, zwar verliert der Sauerampfer seine grüne Farbe, aber der Geschmack bleibt erhalten und die vitaminreichen Blätter leiden nicht unter dem Kochen. Salat aus Sauerampfer wird genauso zubereitet wie jede andere Salatpflanze.

Die Blätter werden gut abgespült und die harten Stängel werden entfernt. Danach werden die Blätter trocken geschüttelt und mundgerecht gerupft. Sauerampfer darf nicht mit Eisen oder Aluminium in Berührung kommen, das Kraut nimmt den Geschmack an und wird ungenießbar. Der hohe Säuregehalt kann mit Milch neutralisiert werden.

Zubereitungstipps

Zum Trocknen ist Sauerampfer nur wenig geeignet, der Geschmack und die Wirkung geht vollständig verloren. Besser ist es den Sauerampfer in Öl einzulegen. Sauerampfer sollte möglichst auf unbehandelten Wiesen gesammelt werden, die Pflanze nimmt Pestizide auf und die könnten in den menschlichen Organismus gelangen.

Nur die jungen Blätter sind zum Verzehr geeignet, verfärben sich die Blätter bereits rötlich, ist die Konzentration von Oxalsäure deutlich erhöht. Im heimischen Garten kann Sauerampfer selbstverständlich auch angebaut werden, aber die Erntezeit ist unbedingt einzuhalten.

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