Süßholz (Lebensmittel)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. April 2016
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Die Wurzel der subtropischen Süßholzpflanze wird auch als Süßholz bezeichnet. Zum einen handelt es sich beim Süßholz um eine vielfältige Heilpflanze, zum anderen auch den Rohstoff zur Gewinnung von Lakritze. Der lateinische Name von Süßholz ist Glycyrrhiza glabra, der pharmakologische Hauptwirkstoff das Glycyrrhizin.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über Süßholz wissen

Die ursprüngliche Heimat der Süßholzpflanze ist der Mittelmeerraum und der mittlere Teil Asiens. Kultiviert wird die Pflanze aber auch in anderen Teilen der Welt, nämlich in Russland, Spanien, Frankreich und Italien.

Süßholz bevorzugt tiefgründige Böden und warme bis sehr warme Standorte. Die Pflanze kann eine Höhe bis zu 1,50 Meter erreichen und ist mehrjährig. Die Wurzel treibt jeweils im Frühjahr aus und bildet dann zahlreiche Stängel mit unpaarigen Blättern.

An jedem Blatt wachsen dann bis zu 20 ovale Blättchen. Die typisch bläulich-violett gefärbten Schmetterlingsblüten sind dann in den Monaten Juni und Juli zu sehen. Aus den Blüten der Süßholzpflanze entwickeln sich dann im Herbst die Samen.

Bedeutung für die Gesundheit

Die Samenkörner der Süßholzpflanze sind verborgen in rötlichen Schoten. Süßholz war bereits in der Antike als Heilpflanze bekannt, um das Jahr 350 vor Christus erwähnte der Philosoph Theophrastos von Eresos die Pflanze bereits als Mittel gegen Husten.

Zudem ist überliefert, dass die alten Ägypter ein Getränk mit Süßwurzel namens Maisus produzierten. Römische Soldaten führten stets etwas Lakritze mit sich als schnell wirkendes Mittel gegen Husten, außerdem wurde zur Römerzeit Süßholz auch als Durstlöscher verwendet.

Aus den Zeiten des Mittelalters ist überliefert,dass Süßholz zu Talern und Lakritzstangen verarbeitet wurde.Auch heutzutage findet sich Süßholz vor allem in Lakritze in unterschiedlichen Konzentrationen, es kann aber auch Bestandteil in Teemischungen sein und verleiht dem Tee einen ganz unnachahmlich süßlichen Geschmack.

Bedeutung für die Gesundheit

Da es sich beim Süßholz um eine Heilpflanze mit langjähriger Tradition handelt, wird die Bedeutung für die Gesundheit auch heutzutage noch als hoch eingeschätzt. Viele Konsumenten von Lakritze wissen die heilkräftige Wirkung von Süßholz zu schätzen.

Nachgewiesen ist die Wirkung von Lakritze gegen zu niedrigen Blutdruck, bei Magengeschwüren, Husten und bestimmten Kopfschmerzformen. In der traditionellen Naturheilkunde wird Lakritze auch zur sogenannten Blutreinigung im Rahmen einer Frühjahrskur eingesetzt.

Außerdem kann Süßholzextrakt ein wertvoller Begleiter im Rahmen einer Diät sein und hilft gegen einige Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises. Die Lakritzenwurzel, wie Süßholz auch genannt wird, enthält die Glykoside Glycyrrhizin, Glabrinsäure, und Liquiritin, darüber hinaus Oleanolsäurederivate, Flavonoide und so genannte Isoflavone und Cumarine. Die Gesamtheit dieser pharmakologisch wirksamen Inhaltsstoffe, aber besonders der Hauptwirkstoff Glycyrrhizin, zeichnen verantwortlich für die heilkräftigen Wirkungen.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

100 g Süßholz enthalten etwa 365 kcal, die hauptsächlich in Form von komplexen Kohlenhydraten enthalten sind. Die restlichen Nährwerte ergeben sich aus den nahezu gleichwertigen Anteilen von Fett, Eiweiß und Ballaststoffen. Auch die Süßkraft, welche etwa 50 mal so stark ist wie die von normalem Industriezucker, geht zurück auf den Hauptinhaltsstoff Glycyrrhizin.

Kalorien und Nährstoffe (pro 100g)
Kilokalorien/ Kilojoule 356 kcal/ 1491 kj
Eiweiß 7,80 g
Kohlenhydrate 58,20 g
Fett 9,90 g
Wasser 5,99 g
Ballaststoffe 6,70 g
Vitamin B3 5140 µg

Unverträglichkeiten

Der Konsum von Süßholz gilt aus medizinischer Sicht als nicht unproblematisch, besonders eine zu hohe Zufuhr kann zu gesundheitlichen Problemen führen. Nicht nur der Blutzuckerspiegel kann kurzfristig stark ansteigen, sondern auch der Blutdruck, wenn Patienten entsprechend vorgeschädigt sind.

Schwangere sowie Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird geraten, auf Zubereitungen mit Süßholzextrakt ganz zu verzichten. Auch Allergien und Unverträglichkeitsreaktionen gegen einen oder mehrere der Inhaltsstoffe von Süßholz können auftreten.



Einkaufs- und Küchentipps

Die häufigste Verkaufsform von Süßholz ist die genussfertige Form als Lakritze. Da der Hauptwirkstoff dort meist in konzentrierter Form enthalten ist, ist ein Dauergebrauch nicht zu empfehlen. In Form einer süßen Nascherei für zwischendurch ist gegen den Konsum von Lakritze bei gesunden Menschen allerdings nichts einzuwenden.

Eine andere beliebte Form der Zubereitung ist der Teeaufguss. Getrocknetes Süßholz kann zerkleinert, sicher verschlossen und kühl gelagert über Jahre seinen Geschmack und seine Qualität erhalten. Weist das Süßholz einen Schimmelbefall auf, kann es jedoch nicht mehr verwendet werden, auch unsichtbarer Schimmel ist an dem typisch modrigen Geruch zu erkennen.

Zubereitungstipps

Eine Teemischung aus Spitzwegerich, Anis, Fenchel und Süßholz als Hauptanteil ist auch für Kinder, aufgrund des süßlichen Geschmacks, gut geeignet. Für die richtige Zubereitung werden zwei Teelöffel oder ein Esslöffel zerkleinerte, getrocknete Süßholzwurzel mit kochendem Wasser übergossen. Die Ziehzeit beträgt mindestens 15 Minuten. Sollte der Tee danach zu stark abgekühlt sein, so kann er auch wieder kurz aufgekocht werden.

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