Rote Lichtnelke

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. Juni 2016
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Die Rote Lichtnelke wurde früher gegen Schlangenbisse verwendet. Die alte Heilpflanze hat heute für die Naturmedizin keine Bedeutung mehr. Allerdings findet man die Inhaltsstoffe der Roten Lichtnelke noch in Cremes und Parfüms.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Die Rote Lichtnelke (Silene dioica) gehört zur Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Äußerlich ähnelt die Pflanze auch tatsächlich der Nelke. Da man sie wild wachsend häufig in der Nähe von Wäldern findet, nannte man sie Waldnelke. Das zu den Leinkräutern gehörende, mehrjährige, winterharte und krautige Gewächs erreicht eine Höhe von 30 bis 90 cm und entwickelt zuerst eine grundständige Blattrosette. Erst mehrere Jahre später wächst aus dieser dann der Stängel mit Blättern und Blüten.

Sowohl Laubblätter als auch Blüten sind mit Drüsen ausgestattet und dicht behaart. Die gegenständigen und ganzrandigen Blätter sind eiförmig bis lanzettähnlich und laufen vorne spitz zu. Die Rote Lichtnelke entwickelt von Mai bis September rote oder roséfarbene geruchlose Blüten, die sich abends schließen. Im Herbst bilden sich aus ihnen gelblich-braune rundliche Kapselfrüchte. Sie enthalten mohnähnliche dunkelbraune bis schwarze Samen. Wer die Pflanzenteile zwecks medizinischer Verwendung oder zum Essen sammeln möchte, tut das idealerweise in der Zeit von September bis Dezember. Allerdings sollte er darauf achten, dass sie auch tatsächlich von der Roten Lichtnelke stammen.

Vorkommen und Anbau

Die Rote Lichtnelke hat vor allem in der Kosmetik Bedeutung, so hilft sie bei Hautentzündungen und -reizungen.

Die Rote Lichtnelke kommt hauptsächlich in Nord- und Mitteleuropa sowie Eurasien vor. Im Süden Europas findet man sie nur vereinzelt. Außerdem trifft man in Algerien und Marokko auf das attraktive Nelkengewächs. Es besiedelt sonnige und halb-schattige Standorte an Bächen und Flüssen, auf Feuchtwiesen, Brachen, an Waldrändern und in Erlen-Wäldchen. Da sich die Rote Lichtnelke häufig mit anderen Lichtnelken-Arten gekreuzt hat, findet man sie mancherorts nur noch als Hybrid.

Die alte Heilpflanze bevorzugt feuchte, leicht saure, lockere, kalkarme und nährstoffreiche Untergründe und ist oft mit anderen Pflanzen ihrer Art vergesellschaftet. Zur Anpflanzung verwendet man meist die Sorten mit gefüllter Blüte. Das traditionelle Heilkraut ist äußerst anspruchslos und eignet sich auch gut als Gartenpflanze. Man sät ihre Samen im Frühjahr aus und lässt sie unbedeckt.

Ideal ist beispielsweise ein Platz am Teich-Rand. Außerdem kann man sie als Jungpflanze kaufen und nach dem Wässern des Wurzelballens in das Pflanzloch einsetzen. Rote Lichtnelken benötigen dauerhaft feuchte und lockere Erde. Ein spezieller Winterschutz ist nicht notwendig. Nach der Blüte schneidet man die oberirdischen Pflanzenteile auf 15 cm Höhe zurück. Wer die Selbstaussaat verhindern möchte, sollte die Fruchtkapseln der Roten Lichtnelke abschneiden, bevor sie sich öffnen.

Anwendung und Wirkung

Die Rote Lichtnelke enthält vor allem Triterpensaponine und Saponine. Die traditionelle Heilpflanze kann innerlich und äußerlich angewandt werden und hat eine entgiftende, entwässernde, entzündunghemmende und immunmodulierende Wirkung. Verwendet werden ihre Samen und Wurzel. Die Blätter können als Salat verzehrt werden. Zu Heilzwecken bereitet man die Rote Lichtnelke als Tee, Tinktur und Brei-Umschlag zu. Zur Behandlung von Schlangenbissen applizierte man früher die zu Brei zerquetschten Samen auf die Wunde.

Ihre Inhaltsstoffe waren imstande, das Gift herauszuziehen. Die Wurzeln der Nelken-Art kochte man zur Herstellung eines hautreinigenden Absuds auf, der in einem dunklen Glas zwei Wochen ziehen musste. Er musste allerdings mit lauwarmem Wasser wieder abgewaschen werden. Zur Linderung von Hautreizungen stellte man eine Rote Lichtnelken Tinktur her. Dazu wurde der Absud in dunkle Flaschen gegossen und mit hochprozentigem Alkohol aufgefüllt.

Die Blütenessenz aus der Roten Lichtnelke verwendet man noch heute. Sie wird wie eine Bachblüten-Essenz eingesetzt. Man kocht die gesammelten Blüten auf, filtert sie mehrmals und füllt sie dann in dunkle Flaschen ab, die man halbhoch mit Branntwein auffüllt. Er sorgt dafür, dass sich die Essenz lange hält. Oder man wässert die Blüten drei Stunden lang in reinem Quellwasser an einem sonnigen Platz. Danach entfernt man die Blüten, füllt die Rote Lichtnelken Essenz ab und fügt Brandy hinzu.

Wogegen hilft die Rote Lichtnelke?

Bedeutung für die Gesundheit

Die Rote Lichtnelke wurde nur bei ganz speziellen Indikationen eingesetzt. Traditionell diente sie in äußerlicher Anwendung zur Behandlung von Schlangenbissen. Außerdem konnte sie offensichtlich Hautreizungen und leichte Entzündungen der Haut wirkungsvoll lindern. Als Waschung kam sie aus Gründen der Körperhygiene zum Einsatz. Der Rote Lichtnelken Tee sollte Infektionskrankheiten lindern.

Wer die Rote Lichtnelken Blüten wie Bachblüten-Essenzen nutzt, soll damit über ein Mittel zur Beseitigung der Unentschlossenheit verfügen. Die Blütenessenz soll die Entschlusskraft stärken und das Durchsetzungsvermögen steigern. Daher eignet sich die Rote Lichtnelken Essenz vor allem für Menschen, die starke Selbstzweifel und ein niedriges Selbstwertgefühl haben, zu stark angepasst leben oder zwanghaftem Grübeln nachgeben.

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