Rosskastanie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. April 2016
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Bei der Rosskastanie handelt es sich um einen Baum, dessen Bestandteile sich zu Heilzwecken nutzen lassen. So kommen Präparate der Rosskastanie u. a. gegen Venenbeschwerden zur Anwendung.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Unter der Rosskastanie wird in erster Linie die Gewöhnliche Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) verstanden. Der Baum zählt zur Gattung der Rosskastanien (Aesculus) und ist Bestandteil der Familie der Seifenbaumgewächse (Sapindaceae).

Weitere Bezeichnungen sind Weiße Rosskastanie und Gemeine Rosskastanie. Im Jahr 2005 wurde die Gewöhnliche Rosskastanie in Deutschland zum Baum des Jahres gekürt.

Vorkommen und Anbau

Ihren Ursprung hat die Rosskastanie in südosteuropäischen Ländern wie Griechenland, Mazedonien, Bulgarien und Albanien. Im 16. Jahrhundert gelangte der Baum über Konstantinopel bis nach Mitteleuropa. Dort ist die Gewöhnliche Rosskastanie in der heutigen Zeit als Stadtbaum weit verbreitet. Zu ihren Vorteilen gehört ihre gute Verträglichkeit gegenüber Schadstoffen. Die Rosskastanie zählt zu den sommergrünen Bäumen und kann eine Wuchshöhe von bis zu 30 Metern erzielen. Ihr maximales Alter beträgt bis zu 300 Jahre.

Die großen Blätter der Gewöhnlichen Rosskastanie setzen sich fingerähnlich aus sieben Teilen zusammen. Die Blütezeit des Baumes beginnt im Mai. Dann entwickelt er Blüten, die ähnlich wie Kerzen an den Zweigen angebracht sind. Sie werden aus zahlreichen Teilblüten gebildet. In den Herbstmonaten gehen aus den Blüten die Kastanienfrüchte hervor. Sie befinden sich in einer grünen stacheligen Schale. Die runden Samen der Rosskastanie weisen eine Größe von drei bis fünf Zentimetern auf. Außerdem haben sie eine rotbraune Färbung.


Anwendung und Wirkung

Der wichtigste Wirkstoff der Rosskastanie ist in den Samen des Baumes zu finden. Dabei handelt es sich um das Saponin ß-Aescin. Außerdem kommen in den Samen Gerbsäuren und Gerbstoffe vor. Das ß-Aescin hat einen positiven Effekt auf Erkrankungen der Blutgefäße. Zum Beispiel vermindert es die Aktivität von lysosomalen Enzymen, die im Rahmen von Venenleiden höher ausfällt als gewöhnlich und die Gefäßwände in Mitleidenschaft zieht. Da das ß-Aescin die Gefäße abdichtet, werden diese weniger durchlässig. Gleichzeitig verstärkt das Aescin die Spannkraft der Venen. Diese ist wichtig, um den Blutrückfluss von den Beinen in Richtung Herz zu gewährleisten.

Aus den Samen der Gewöhnlichen Rosskastanie werden Cremes und Salben hergestellt die u.a. gegen Krampfadern und schwere Beine wirken.

Zur Anwendung kommt die Rosskastanie sowohl innerlich als auch äußerlich. So lassen sich getrocknete und geschnittene Samen in Form einer Tinktur oder als Tee darreichen, um die Blutgefäße zu stärken. Des Weiteren befreien die Rosskastanienwirkstoffe die Arterien von Ablagerungen. Neben Tee und Tinktur eignen sich zudem Tropfen, Kapseln und Tabletten aus der Apotheke zur innerlichen Einnahme. Zur äußerlichen Anwendung werden die Wirkstoffe der Rosskastanie zu Cremes, Emulsionen und Salben verarbeitet. Auf diese Weise lassen sich Krampfadern und Schwellungen an den Unterschenkeln behandeln.

Neben den Samen werden außerdem die Blüten der Rosskastanien therapeutisch genutzt. Dabei eignet sich der Blütentee ausgezeichnet zur Behandlung von Hustenbeschwerden. Eine Blütentinktur kommt nicht selten als Einreibung gegen rheumabedingte Schmerzen zur Anwendung. Auch Blätter und Rinde der Rosskastanie sind medizinisch verwendbar. So gelten die Blätter in Form von Tee als wirksam gegen Keuchhusten und Fieber.

Die Rinde weist wiederum fiebersenkende, entzündungshemmende, gefäßzusammenziehende, harntreibende und schmerzlindernde Eigenschaften auf. Des Weiteren kann die Rinde als Waschung zum Einsatz kommen, um Hautprobleme wie Geschwüre und Ekzeme zu bekämpfen. Eine Rindenabkochung dient in der Volksheilkunde zur Behandlung von Lupus erythematodes. Weitere Anwendungsgebiete der Rosskastanie sind die Homöopathie, die sie in Form von Globuli anbietet, sowie die Bachblütentherapie.

Wogegen hilft Rosskastanie?

Bedeutung für die Gesundheit

Nach Mitteleuropa gelangte die Rosskastanie über das Osmanische Reich. So führten türkische Reiter die Kastanien des Baums als Futter für ihre Pferde mit. Da die Kastanien an einigen Orten zu Boden fielen, konnten aus ihnen neue Bäume hervorgehen. Ab 1576 erfolgte auch ihre offizielle Anpflanzung in den Gärten von Wien. Es dauerte nicht lange, bis die Volksheilkunde den therapeutischen Nutzen der Gewöhnlichen Rosskastanie entdeckte.

Noch in der heutigen Zeit gilt die Rosskastanie als wirksames Mittel für die Gesundheit des Menschen. So wurde die innere Anwendung der Rosskastanien-Salbe bei chronisch venöser Insuffizienz, die durch Krampfadern, schwere müde Beine, Juckreiz, Schmerzen, Wadenkrämpfe und Schwellungen an den Beinen gekennzeichnet ist, von der Medizin anerkannt.

Außerdem besteht eine positive Wirkung bei Schwellungen der Weichteile nach operativen Eingriffen oder Verletzungen sowie bei Hautveränderungen wie Unterschenkelgeschwüren. Auf langen Flugreisen beugt die Rosskastanie angeschwollenen Beinen und Thrombosen vor. Bei der äußerlichen Anwendung stellt die Gewöhnliche Rosskastanie ein traditionelles therapeutisches Mittel zur Behandlung von Venenleiden, örtlichen Schwellungen und Blutergüssen dar. Ein weiterer positiver Effekt ist die Wirksamkeit bei Juckreiz und Brennen im Rahmen von Hämorrhoidalleiden. Mitunter ruft der Einsatz der Rosskastanie auch unerwünschte Nebenwirkungen hervor. Dazu gehören Übelkeit, Magenprobleme, Kopfschmerzen und Reizungen der Schleimhäute.

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