Rheumatische Endokarditis (postinfektiöse Endokarditis)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. November 2016
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Der Mediziner beschreibt unter der rheumatischen Endokarditis (postinfektiöse Endokarditis) eine Herzinnenhaut-Entzündung. Die rheumatische Endokarditis ist jedoch keine klassische Erkrankung, sondern vielmehr das Symptom des rheumatischen Fiebers. Das rheumatische Fieber stellt eine Spätreaktion auf Infektionen dar, welche durch bestimmte Bakterien ausgelöst wurde.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Rheumatische Endokarditis (postinfektiöse Endokarditis)?

Die Entzündung der Herzinnenhaut ist ein Symptom des sogenannten rheumatischen Fiebers. Bei jenem Zustand sind die Herzklappen oder auch die Innenwand des Herzens entzündet. Das rheumatische Fieber selbst ist eine Autoimmunerkrankung, welche sich im Rahmen einer Infektion entwickelt. Als Auslöser gelten bestimmte Bakterien. Unter diesen Umständen bezeichnen die Mediziner die rheumatische Endokarditis auch immer wieder als postinfektiöse Endokarditis. Das rheumatische Fieber tritt zwischen dem 10. und 20. Tag nach einer Infektion auf. Der Auslöser sind beta-hämolysierende Streptokokken, welche der Gruppe A angehören.

Ursachen

Die Ursachen liegen vorwiegend in der - scheinbar bereits abgeklungenen - Infektion. Die rheumatische Endokarditis ist keine klassische Erkrankung, sondern vielmehr das Symptom des rheumatischen Fiebers, das im Zuge einer Infektion durch bestimmte Bakterien ausgelöst werden kann. Doch nicht jeder bakterielle Infekt verursacht gleichzeitig die rheumatische Endokarditis.

Wird die Erkrankung bereits im Vorfeld mit Antibiotika behandelt, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass eine postinfektiöse Endokarditis eintritt. Das Risiko wird jedoch gesteigert, wenn keine oder nur unzureichende Medikamente eingenommen werden. Aber nicht alle Bakterien können eine rheumatische Endokarditis auslösen; vorwiegend handelt es sich um Streptokokken-Bakterien.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Rheumatischen Endokarditis (postinfektiöse Endokarditis):

Die rheumatische Endokarditis muss nicht immer unmittelbare Symptome auslösen. Auch das rheumatische Fieber ist bekannt dafür, dass die Symptome eher "unentdeckt" bleiben. Klassische Symptome, welche jedoch - im Rahmen der rheumatischen Endokarditis - immer auftreten, sind die Tachykardie (beschleunigter Herzschlag) sowie deutlich veränderte Herzgeräusche.

Je nach dem Behandlungsbeginn bzw. Behandlungsverlauf, nimmt auch der Krankheitsverlauf seinen Weg. Wird die Therapie rechtzeitig angesetzt, ist eine komplette Ausheilung der Entzündung zwischen vier bis acht Wochen möglich. Das Problem an der rheumatischen Endokarditis sind jedoch die fehlenden Anzeichen; viele Mediziner stellen erst die Diagnose, wenn eine konservative Therapie bereits nicht mehr möglich und ein operativer Eingriff notwendig ist.

Mitunter können im Krankheitsverlauf auch immer wieder Komplikationen auftreten. Der Klappenapparat des Herzens kann eine chronische Veränderung erleben; dies kann so weit führen, dass selbst die Herztätigkeit beeinträchtigt wird. Die Herzklappen können vernarben und in weiterer Folge - selbst Jahre nach der rheumatischen Endokarditis - zu Klappenfehlfunktionen führen. Liegt eine derartige Beeinträchtigung vor, muss der Patient operiert werden und erhält einen Herzklappenersatz.

Diagnose

Da die rheumatische Endokarditis eine Art Symptom und keine Krankheit ist bzw. selbst keine eindeutigen Anzeichen mit sich bringt, ist die Diagnose nicht immer leicht zu stellen. Erste Hinweise, die auf eine dementsprechende Entzündung hinweisen, sind eine Tachykardie (ein beschleunigter Herzschlag) sowie selten auftretende Schmerzen im Brustbereich.

Da die rheumatische Endokarditis nur im Rahmen des rheumatischen Fiebers auftritt, legt der Mediziner - im Rahmen der Diagnose - jedoch mehr Wert auf die Symptome der Haupterkrankung. Jene sind allgemeine Krankheitssymptome, sehr hohes Fieber oder auch Veränderungen auf der Haut. Jene Faktoren erschweren des Weiteren die richtige Diagnose der rheumatischen Endokarditis.

Im Rahmen der Diagnose wird eine Röntgenuntersuchung angeordnet; das Röntgen gibt einen Aufschluss über etwaige Gelenksveränderungen, die mitunter einen Hinweis mit sich bringen können. Ebenfalls werden Blutuntersuchungen durchgeführt bzw. auch ein Blutsenkungsgeschwindigkeits-Test angeordnet, damit der Mediziner etwaige Entzündungen im Blut feststellen kann. Liegt ein Verdacht auf die rheumatische Endokarditis vor, lässt der Mediziner ein EKG schreiben; treten Herzrhythmusstörungen auf, wird in weiterer Folge eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Bei jener können etwaige Störungen der Herzklappen erkannt werden.

Behandlung und Therapie

Stellt der Mediziner eine rheumatische Endokarditis fest, muss eine schnelle Therapie eingeleitet werden. Bleibt die rheumatische Endokarditis lange Zeit unbehandelt, können als weitere Folgen Herzschäden auftreten, die im Endeffekt dazu führen, dass ein Herzklappenersatz notwendig ist. Wird die Behandlung jedoch rechtzeitig begonnen, ist keine Operation notwendig.

Mittels konservativer Therapie kann der Mediziner die Entzündung der Herzinnenhaut bekämpfen. Jedoch liegt die Heilungszeit zwischen vier und acht Wochen; im Falle der rheumatischen Endokarditis muss der Patient Geduld bewahren. Vor allem in der Zeit der akuten Erkrankung, muss der Patient permanente Schonung in den Vordergrund stellen. Das bedeutet unter anderem auch strikte Bettruhe. Antibiotika - beispielsweise Penicillin - werden etwa zehn Tage lang eingenommen.

Jene sorgen für eine Eindämmung der Entzündung. Ebenfalls wird auch Acetylsalicylsäure verordnet; jene sorgt für eine Linderung der Schmerzen und eine gleichzeitige Bekämpfung der Entzündung. Bemerkt der Mediziner keine wesentliche Verbesserung bzw. verschlechtert sich der Zustand des Patienten, wird eine Kortison-Therapie verabreicht. Befindet sich die Krankheit im fortgeschrittenen Stadium, wird vorwiegend eine operative Behandlung durchgeführt.

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Vorbeugung

Eine rheumatische Endokarditis kann nur vorgebeugt werden, wenn der Patient - im Rahmen des rheumatischen Fiebers - regelmäßige Medikamente einnimmt bzw. die Erkrankung rechtzeitig behandeln lässt.

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