Rettich

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. Juni 2016
Gesundpedia.deHeilpflanzen Rettich

Der Rettich zählt zur Familie der Kreuzblütengewächse, wobei es unterschiedliche Arten gibt, die vorwiegend im Mittelmeerraum zu finden sind. Seine Inhaltsstoffe haben eine schleimlösende, beruhigende, krebshemmende und antibakterielle Wirkung auf den menschlichen Körper.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeiner Überblick

Der Rettich ist eine einjährige krautige Pflanze. Er wurde wahrscheinlich aus dem Hederich gezüchtet und ist mit dem Kohl, dem Senf und den Rüben verwandt. Seine Wurzeln sind dünn und je nach Art werden Rüben ausgebildet, die sich in Form, Farbe und Größe unterscheiden können. Die oberirdischen Teile sind behaart, die Stängel können auch verzweigt sein. An den Stängeln sind Laubblätter unterschiedlicher Größe angeordnet.

Der Blütenstand des Rettichs verfügt über mehrere Blüten, die vierzählig sind. Das Innere des Rettichs hat immer eine weiße Farbe, während die äußere Schicht schwarz, blau, violett, braun, rot oder weiß sein kann. Im Garten bevorzugt das Gemüse einen nährstoffreichen Boden, der nicht frisch gedüngt sein sollte. Außerdem sollte Staunässe vermieden werden. Der Rettich ist reif, wenn sich die Rübe aus dem Boden hebt.

Vorkommen und Anbau

Ursprünglich stammt der Rettich aus Südostasien, wo er auch heute noch sein sehr wichtiges Gemüse ist. Um etwa 50 v. Chr. brachten ihn die Römer nach Europa. Im Mittelalter wurde der Rettich ebenfalls als Heil- und Nahrungsmittel verwendet, geriet dann aber in Vergessenheit. Erst in der Renaissance-Zeit tauchte die Pflanze wieder vermehrt in den Kräuterbüchern auf. Der Rettich kommt heute vorwiegend im Mittelmeerraum, aber auch im nördlichen Afrika bzw. in Vorderasien vor. Vor allem der Gartenrettich und der Ackerrettich werden aber auch weltweit kultiviert.

Anwendung und Wirkung

Rettich hat heilende Wirkung bei Gicht, Rheuma, Husten und Nierensteinen. Im Übermaß verzehrt wirkt er jedoch abführend und blähend.

Rettiche wurden bereits vor Jahrtausenden in Ägypten und Asien auf Grund ihrer Heilwirkung geschätzt und sind eine der ältesten Kulturpflanzen. Das Gemüse wird in rote oder weiße Frühlings-, Sommer- bzw. Herbstsorten sowie in dunkle Wintersorten unterteilt. Sehr bekannt ist vor allem der weiße Rettich bzw. der Winterrettich, der auch medizinisch sehr wertvoll ist und häufig für Heilzwecke verwendet wird. Durch ihn wird der Gallenfluss angeregt, außerdem wirken die Senföle gegen Pilze und Bakterien, die in der Darm- bzw. Magenschleimhaut zu finden sind.

Rettiche enthalten sehr viel Vitamin C, Carotin, Natrium, Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen und Phosphor sowie Raphanol, ein schwefelhaltiges Öl. Die enthaltenen Bitterstoffe und die Senfölglykoside haben eine antibiotische Wirkung und lösen den Schleim in den Atemwegen. Sehr häufig wird der Rettich roh verzehrt, da so der scharfe Geschmack am besten zur Wirkung kommt.

Darüber hinaus kann er auch als Salatzutat verwendet werden. Allerdings hat eine hohe Menge an rohem Rettich auch eine blähende Wirkung und kann zu Durchfall führen. Wird der Rettich gesalzen, so schmeckt er milder, allerdings sollte die Salzzugabe nicht übertrieben werden. Obwohl er die Verdauung stärkt, sollte er bei Magenschleimhautentzündungen bzw. bei einem empfindlichen Magen nicht verzehrt werden.

Wogegen hilft Rettich?

Bedeutung für die Gesundheit

Aus den Blättern des Rettichs kann ein Tee zubereitet werden, der dann zwei bis dreimal pro Tag getrunken wird. Darüber hinaus können die Samen als Senfsamen-Ersatz genommen werden. Dafür werden sie gemahlen, befeuchtet und anschließend als Senfpflaster aufgetragen. Wer an Nierensteinen oder Husten leidet, kann auch löffelweise Rettich-Sirup einnehmen. Dafür wird ein Rettich aufgerieben und mit Zucker angesetzt. Auf diese Weise bildet sich ein Sirup, der abgefiltert und genutzt werden kann. Rettichsaft kann auch als Kur eingenommen werden. Dafür wird der Rettich fein aufgerieben und ausgepresst. Zu Beginn werden 100ml Rettichsaft am Morgen auf nüchternen Magen getrunken. Die Menge wird dann täglich gesteigert, bis nach etwa drei Wochen 400ml pro Tag eingenommen werden. Dann wird die Menge wieder bis auf 100ml reduziert.

Diese Kur hilft bei Rheuma, Gicht, Verdauungsschwäche, Frühjahrsmüdigkeit, Keuchhusten oder chronischem Husten und kann auch bei einer Krebserkrankung unterstützend eingesetzt werden. Äußerlich wird der schwarze Rettich auch als Creme oder Wickel verwendet. Dafür wird er so lange eingekocht, bis ein klebriger Brei entsteht. Dieser wird dann auf ein Tuch gestrichen und als Wickel bei Juckreiz oder Akne verwendet. Salben, die aus der Rettichwurzel hergestellt werden, können ebenfalls bei unterschiedlichen Hauterkrankungen helfen.

Für eine Tinktur wird die Heilpflanze eingekocht und dann mit Schnaps übergossen. Diese Mischung muss dann vierzehn Tage gären, bevor die klare Flüssigkeit abgeschöpft werden kann. Mit der Tintur ist eine Behandlung von Akne möglich. Wer den scharfen Geschmack des Rettichs nicht so gerne mag, kann auch auf Tabletten oder Saft aus der Apotheke zurückgreifen. Die Inhaltsstoffe sind hier in konzentrierter Form enthalten, die Tabletten verfügen allerdings über einen neutralen Geschmack.

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